Brand in Praxis - Physiotherapeut bleibt auf Schaden sitzen

Sohrab Papahn nach dem Brand in seinen verrußten Praxis-Räumen.
Sohrab Papahn nach dem Brand in seinen verrußten Praxis-Räumen.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Mangels Versicherung bleibt ein Physiotherapeut nach einem Brand in seiner Praxis auf dem Schaden sitzen. Ursache war wohl ein technischer Defekt.

Bochum.. Es war mit großer Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt in einer Lichtleiste an der Rezeption, der ein Feuer in einer Praxis für Physiotherapie Ende März ausgelöst hat. So weit haben sich die Brandermittler der Polizei inzwischen festgelegt. Endgültige Gewissheit wird Inhaber Sohrab Papahn aber wohl nie erlangen - zuviel Zeit hatten die Flammen, über Nacht in der Praxis zu schwelen, sich auszubreiten, für Zerstörung zu sorgen und eindeutige Spuren der Ursache unkenntlich zu machen. Was fest steht: Papahn wird auf dem Schaden, den er selbst im mittleren bis hohen fünfstelligen Euro-Bereich ansiedelt, sitzen bleiben: „Eine Gewerbeinventarversicherung habe ich nicht. Da ist nichts zu holen.“ Die ganze Situation sei derzeit „sehr belastend“.

Es gibt eine gute Nachricht - eine „glückliche Fügung“, wie Papahn sagt: Nachdem die WAZ über den Fall und über seine Suche nach einem Ausweichquartier berichtet hatte, meldete sich ein Vermieter. Aus den ausgebrannten Räumen an der Wittener Straße 102 ist der Physiotherapeut mittlerweile in eine seit Ende März nicht mehr genutzte Praxis an der Markstraße 398 gezogen. Dort kann er noch bis mindestens Ende Mai bleiben - in der Hoffnung, dass bis dahin die alten Räumlichkeiten entsprechend renoviert und wieder nutzbar sind. Zwei, vielleicht drei Monate waren dafür ursprünglich veranschlagt worden.

Rechner mit den Patienten-Daten zerstört

In seine Finanzen hat das Feuer ein „tiefes Loch“ gerissen, nicht nur, weil er auch gegen den kurzfristigen Verdienstausfall nach dem Brand nicht abgesichert war und ein Großteil seines Inventars inklusive therapeutischer Geräte abgebrannt ist. Zerstört wurde auch der Rechner mit den Patienten-Daten, die Papahn nun Stück für Stück rekonstruieren muss: „Das ist das Schlimmste.“ Der 27-Jährige setzt dabei auch auf die Mithilfe und Unterstützung seiner Kunden. Dabei hätte sich der Physiotherapeut derzeit eigentlich ganz anderen Fragen zu stellen. Papahn absolviert neben seiner Praxis noch ein Studium der Osteopathie, die Prüfungsphase steht dabei an. Es ist alles ein bisschen viel auf einmal.

*Update 16. Juni 2015: Knapp dreieinhalb Monate nach dem Brand kehrt Physiotherapeut Sohrab Papahn in seine früheren und jetzt renovierten Praxis-Räume zurück. Die Wiedereröffnung der alten und neuen Örtlichkeit wird am Samstag, 4. Juli, von 11 bis 16 Uhr an der Wittener Straße 102 mit einem bunten Programm gemeinsam mit Gästen, Mitarbeitern und Patienten gefeiert, denen der 27-Jährige ausdrücklich für "Unterstützung, Loyalität und ihre Geduld" dankt.