BP will jetzt schon 400 Stellen in Bochum streichen
08.07.2009 | 08:16 Uhr 2009-07-08T08:16:00+0200
Bochum. BP will deutschlandweit und auch in Bochum erheblich mehr Stellen streichen als noch vor einem Vierteljahr verkündet: Statt 250 sollen nun 400 Mitarbeiter am Hauptsitz eingespart werden, das sind zwei Drittel des bundesweit vorgesehenen Arbeitsplatzabbaus.
460 Millionen Euro Reingewinn: das war für die Deutsche BP ein unfassbarer Rekord - im Jahr 2004. In die folgenden Jahresabschlüsse schrieb man anschließend sogar die Zahlen 607 und 666 Millionen Euro. Jetzt war's zuletzt (abschreibungsbedingt) nur ein Drittel. Als Folge können sich die Mitarbeiter gleich ein Quantum mehr Sorgen machen als sonst.
Bis Jahresende soll es Klarheit geben
Nicht „mit dem Holzhammer wie bei Nokia” gehe das Unternehmen vor, wehrte Vorstandschef Uwe Franke Ende März angesäuert ab. Zutreffender ist vermutlich der Vergleich mit der Salami. Von 9600 Arbeitsplätzen bundesweit ist man innerhalb von fünf Jahren auf 5500 runter, jetzt sollen noch einmal 600 gehen, 400 davon in Bochum. In der Summe ist das mehr als ein Nokia-Werk.
Im Ruhr-Congress stimmte Franke jetzt mehrere Hundert Mitarbeiter auf schwierige Zeiten ein. Der Stellenabbau sei nicht das Problem von wenigen: „Jeder ist betroffen und wird die Konsequenzen spüren.” Man werde in einer Arbeitsgruppe mit dem Betriebsrat ein mehrjähriges Programm verhandeln, mit dem Kosten gesenkt und die Strukturen „dem extremen Wettbewerb” angepasst werden sollten. Betriebsratschef Michael Flegel verfolgt zumindest das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen durch eine längerfristige Standortsicherungs-Vereinbarung zu vermeiden. Bis zum Jahresende wolle man - so die gemeinsam verfasste Erklärung von Vorstand und Betriebsrat - „Klarheit haben”.
Stadt kann keinen Druck ausüben
Die Stadt wurde von der BP-Mitteilung kalt überrascht: „Das Ausmaß von 400 Stellen ist sicherlich bitter”, kommentierte Wirtschaftsdezernent Paul Aschenbrenner, „das ist keine gute Nachricht für Bochum, zumal wir ja noch gar nicht absehen können, wie lange uns die Konjunkturkrise noch zusetzt.”
Klar ist auch, dass die Stadt nichts in der Hand hat, um BP in Gesprächen unter Druck zu setzen. Als man die Hauptverwaltung zur Wittener Straße verlegte, habe BP „mit eigenen Finanzen auf eigenem Grund” gebaut”. Derzeit arbeiten hier noch 1200 Menschen. Für die aktuelle BP-Bilanz sind das 400 Menschen zu viel.

14:52
#14 das ist mit Ihrem Verstand wohl auch passiert, was?
14:46
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13:48
die klitsche mit den höchsten benzinpreisen, immer der vorreiter bei preiserhöhungen teilweise um 8 ct pro tag .... und nun am hungertuch nagend ?!?
hoffentlich fallt Ihr in budapest genauso auf die schnauze wie nokia in rumänien ..
11:33
Es gab früher mal einen Vorschlag zur Namensgebung für Mitarbeiter der Tankstellenketten, um deren Verbundenheit mit der Muttergesellschaft zu zeigen.
Die Shellmitarbeiter sollten Shellisten heißen,
die der Aral Aralisten
die der Esso Essoisten.
Nur die Mitarbeiter der BP haben sich strickt geweigert an dem Versuch teilzunehmen.
Im Endeffekt sind die Mitarbeiter wieder die Leidtragenden. Aber hier fällt wohl ein bischen des erhabenen Aroganten Auftretens bei früheren Verhandlungen zurück.
09:59
Okay , Tanken tu ich da auch nicht mehr, aber ANAL ist meine einzige zuverlässige Bierquelle des nachts, iss das Okay ?
09:51
Es ist doch (leider) überall so. Macht ein Konzern erst 100 Millionen Euro Gewinn und im folgenden Jahr nur 95 Millionen Euro, dann stehen den Managern schon die Schweißperlen auf der Stirn. Schliesslich müssen doch die Aktionäre zufrieden gestellt werden. Und wie macht man das? Personal abbauen um Kosten zu sparen. Übertrieben gesagt: Irgendwann sitzt nur noch der Pförtner da, der aber die Arbeit von 200 Leuten machen soll. Ich verstehe nicht, warum man sich nicht auch mal ein Jahr mit weniger Gewinn zufrieden geben kann. Aber Bescheidenheit ist in unserem Lande ja rar geworden.
09:34
Fazit, ARAL & BP einfach meiden.
Dann fallen auch die Preise.
Hat man gerade in Österreich gesehen.
Es gibt auch andere Tankstellen.
09:30
Bochum...eine sterbende stadt ? Gottlob noch nicht ganz. aber wo bleiben die visionen,die ideen,die power? am mittelstand als zuverlässigstem partner und steuerbringer der stadt liegt es nicht. hier erhalten die unternehmer unter größten schwierigkeiten und privaten finanziellen risiken die arbeitsplätze oftmals bis zum (bitteren)ende. die lethargie , konzeptionslosigkeit . hilflosigkeit und die ausreden , schuld haben immer nur die anderen frustrieren die bürger. AUFWACHEN IHR POLITIKER IM RATHAUS ! mut zur innovation ist dringend erforderlich. gewerbesteuern erzielt man nicht durch nichtstun , sonst leben wir hier in Bochum bald wie in Detroit .
09:16
ich bin mal gespannt wie lange in unserer Wirtschaft die Daumenschrauben noch seitens der Manager angezogen werden können, ohne das jemand aufschreit.
Leute kapiert ihr es nicht, das die nicht nur bei BP sondern im gesamten Land Stellen abbauen werden !! Und zwar solange bis die noch übrig gebliebene Belegschaft so hart schuften muss, das sie sich um Rente erst recht keine Sorgen machen muss.
Gruß
GrafBracy
08:15
Vor allem stehen diese 400 Mitarbeiter dann da und wundern sich, warum sie ob ihrer konzernversauten, gnadenlos überzogenen Gehaltsvorstellungen keinen neuen Job finden.