„Böse Geister“ fordern das Publikum

Das Theater Total beeindruckte mit der Premiere seiner pompös besetzten Inszenierung „Böse Geister“.

Barbara Wollrath-Kramer inszeniert das Dostojewski-Stück als drohende Auflösung einer Haupthandlung, die als szenisches Ganzes die Auflösung einer gesellschaftlichen Ordnung nachzeichnete.

Ein Labyrinth aus Angst, Keimzelle von Terrorismus und Machtgeschacher, zog das Theater Total-Ensemble in der St.-Albertus-Magnus-Kirche auf. Mit vielen kleinteiligen Verstrickungen zog die Inszenierung den Knoten immer fester, das unterschwellige Gewaltniveau stieg stetig an.

30 junge, durchweg überzeugende Schauspieler zeigten ein üppiges Figurenspiel, tanzten und sangen. Russische Folklore spielte im Tanz und Kostüm eine Rolle, ausdruckstarke Choreographien bebilderten das „verlorene Individuum“. Geisterhaft spukend stellte sich das Auftauchen von Ideologien und Nihilismus dar, Konflikte schlugen in eiskalte Gewalt um. Gute dramaturgische Ideen durchzogen diese Roman-Adaption, die das Publikum einlud, die Handlung „zu verlieren und wiederzufinden“. Eine Parabel auf das Suchen. Fordernd!