Böller trafen auch die Feuerwehr

Die Zu- und Abfahrt muss in jedem Fall am Feuerwehrhaus gewährleistet sein; hier ein Archivbild aus Höntrop.
Die Zu- und Abfahrt muss in jedem Fall am Feuerwehrhaus gewährleistet sein; hier ein Archivbild aus Höntrop.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Wattenscheid..  Dass Rettungskräfte angepöbelt oder sogar behindert werden, ist traurige Realität. So auch geschehen in der Silvesternacht, der Vorfall ereignete sich, wie jetzt bekannt wurde, am Feuerwehrhaus an der Höntroper Straße, das sich die beiden Freiwilligen Feuerwehren aus Eppendorf und Höntrop teilen.

Die Höntroper Wehr hatte in dieser Nacht den Bereitschaftsdienst übernommen; die Eppendorfer Feuerwehrleute feierten nebenan privat gemeinsam mit ihren Familien ins neue Jahr. Auch im benachbarten Vereinsheim des FC Höntrop 80 wurde gefeiert, die Sportler hatten ihr Clubhaus allerdings an eine außenstehende Gruppe weitervermietet – und die sorgte für Ärger, als sie nach Aussage der Feuerwehrleute um Mitternacht auf den großen Vorhof des Feuerwehrhauses ging, um von dort aus Raketen und Böller zu zünden.

Aggressiv verhalten

„Wir hatten darum gebeten, dafür doch auf den nahe gelegenen öffentlichen Parkplatz zu gehen“, erklärt Benedikt Damwerth. Der Eppendorfer Feuerwehrmann, er war nicht im Dienst und feierte mit seinen Eppendorfer Kollegen nur privat, betonte, dass die Feuerwehrzufahrt unbedingt frei gehalten werden müsse. Man wollte außerdem auch Platz für die Höntroper Löscheinheit schaffen, die zuvor zu einem Garagenbrand ausgerückt war und wieder auf der Wache zurück erwartet wurde.

Doch aus der Gruppe heraus sei daraufhin gepöbelt und beleidigt worden, einige hätten sich sehr aggressiv verhalten, so Damwerth. „Und es wurden sogar Knallkörper auf uns geschmissen.“ Einer flog neben die Hand von Damwerths Tochter (12), die dabei verletzt wurde, glücklicherweise nicht schwer. „Die Hand wurde gleich durch unsere Rettungssanitäter versorgt.“ Als der Täter zur Rede gestellt wurde, gingen die Beleidigungen weiter, auch mit Schlägen sei gedroht worden. Und als dann das Höntroper Löschfahrzeug vom Einsatz zurück kam, sei die Situation weiter eskaliert. Auch die Feuerwehr sei beleidigt worden. Eine gerade abschießende Batterie kippte so um (oder wurde so umgetreten), dass sie in Richtung des Löschfahrzeugs losging. Mehrere Raketen aus dieser Batterie explodierten zwischen den Höntroper Feuerwehrmännern, eine unter einem Fahrzeug.

Die Polizei konnte dann für Ruhe sorgen. Damwerth und seine Frau Corinna haben Anzeige erstattet wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Die Polizei ermittelt gegen einen 30-Jährigen, der stark alkoholisiert war; „eine Blutalkoholkonzentration von rund 1,4 Promille“, so Polizeisprecher Gudio Meng.