Bochums Stadtgestalter machen sich stark für eine Seilbahn

Hier könnte's lang gehen: Mögliche Startpunkte der Seilbahn in der Bochumer Innenstadt.
Hier könnte's lang gehen: Mögliche Startpunkte der Seilbahn in der Bochumer Innenstadt.
Foto: Stadtgestalter/Stadt Bochum
Was wir bereits wissen
Bochums Stadtgestalter wollen den ÖPNV verbessern. Seilbahnen sollen das Bogestra-Angebot ergänzen. Ruhrpark, Uni und Kemnader See sollen angefahren werden.

Bochum.. Es klingt wie eine Schnapsidee, ist aber wohl nüchtern gerechnet: Bochums Stadtgestalter um Volker Steude machen sich stark für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt – durch drei Seilbahnstrecken. Verbunden werden sollen in einem ersten Schritt Innenstadt und Ruhrpark, Linien zwischen Altenbochum und Kemnader See sowie Ruhr-Uni und Langendreer sollen folgen und angebunden werden.

„500 Meter U-Bahn kosten 100 Millionen Euro“, sagt Volker Steude. „Der Bau einer Seilbahn ist wesentlich günstiger und als Verkehrsmittel ist diese genau so leistungsfähig und dabei auch noch umweltfreundlicher.“ Steude zufolge kostet der Bau der rund fünf Kilometer langen Trasse bis zum Ruhrpark 36 Millionen Euro, mit 100 Mio Euro könnten die drei Wunschlinien realisiert werden. Die Stadtgestalter sehen die Seilbahn aber nicht nur als Verkehrsmittel. Sie sei auch Image bildend. „Einzigartigkeit statt Beliebigkeit“, lautet das Motto.

Geld vom Land für die Finanzierung

Für die Finanzierung des Projektes könnte es sogar Geld vom Land geben. Seit 2014 sei der Bau von Seilbahnen im Gesetz über den ÖPNV als förderfähig eingestuft, sagt Rolf Heyer. Dem Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ruhr haben die Stadtgestalter ihr Projekt bereits vorgestellt. „Die Idee ist durchaus zu prüfen. Wer schon einmal Skilaufen war, weiß, welche Kapazitäten Seilbahnen haben. Ich verstehe bis heute nicht, warum man lieber Tunnel baut und es bis heute in der Region keine zweite Schwebebahn gibt“, so Heyer.

„Innovativ“ nennt Felix Haltt (FDP) das Projekt. Die FDP/UWG-Fraktion würde einem Antrag der Stadtgestalter zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie zustimmen. „Im Prinzip dürfte doch keine Partei etwas dagegen haben“, hofft Stadtgestalter Gregor Sommer auch auf Stimmen aus den anderen Parteien.