Bochums neuer Wirtschaftsförderer greift Unity Media an

Die Kabelanschlussgebühren stehen im Fokus eines Streits zwischen dem Chef der Bochumer Wirtschaftsförderung und Unity Media.
Die Kabelanschlussgebühren stehen im Fokus eines Streits zwischen dem Chef der Bochumer Wirtschaftsförderung und Unity Media.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der neue Chef der Bochumer Wirtschaftsförderung, Ralf Meyer, übt Kritik an Unity Media. Im Streit um Kabelgebühren droht er mit rechtlichen Schritten.

Bochum.. Ein Wirtschaftsförderer muss gut vernetzt sein. Ralf Meyer gelingt dies derzeit nur bedingt: Zwei Monate nach seinem Start in Bochum hat der neue Leiter der Wirtschaftsförderung massiven Ärger mit dem Kabelnetzbetreiber Unity Media.

„Für mich grenzt das an Betrug“, greift der 53-Jährige im WAZ-Gespräch das Geschäftsgebaren von Unity Media an. Seit 1. November ist der Niedersachse Geschäftsführer der neu formierten Wirtschaftsförderung Holding GmbH. Um seine neue Wirkungsstätte rechtzeitig kennenzulernen, mietete Meyer im September eine Wohnung an der Juliusstraße an. Um den TV-, Telefon- und Internetanschluss kümmerte er sich selbst: „Ich hätte das von Mitarbeitern erledigen lassen können. Aber das wollte ich nicht.“

Ärger über zusätzliche Kabelgebühr

Im Unity-Media-Shop in der Innenstadt schloss Meyer im August einen sogenannten 3-Play-Vertrag (35 Euro/Monat) ab. Laufzeit: zwei Jahre. Die Installation erfolgte im Oktober. Alles funktionierte. Alles schien perfekt. Bis am 19. November eine Postkarte von Unity Media im Briefkasten lag. „Ich sollte mich beim Service Center melden.“

Dort hörte der Wirtschaftsförderer das, was ihn bis heute auf die Palme bringt. „Mir wurde erklärt, dass ich es versäumt habe, einen Vertrag für den Kabelanschluss abzuschließen. Wenn ich das nicht sofort nachhole, werde meine Verbindung abgeschaltet, hieß es.“

Meyer schwört, dass beim 3-Play-Abschluss im August „niemals von zusätzlichen Kabelgebühren die Rede war. Die wären mir mit monatlich 19 Euro auch viel zu hoch gewesen.“ Und: „Warum fällt Unity Media das angebliche Versäumnis erst über drei Monate später auf?“

"So geht man mit Kunden nicht um"

Die erbetenen Antworten bleib Unity Media bis heute schuldig. Meyer reagierte rigoros. Im Dezember kündigte er den 3-Play-Vertraf fristlos, zog seine Einzugsermächtigung zurück und mailte: „Ich werde das Vorgehen öffentlich machen, um andere Kunden zu schützen.“ Reaktion seither: null.

Auf WAZ-Anfrage nimmt Unity Media Stellung. Wie das Beratungsgespräch abgelaufen sei, werde geprüft. „Wir haben den Bochumer Vertriebspartner um Zusendung der Unterlagen gebeten. Die Antwort steht noch aus“, erklärt Sprecher Olaf Winter. Spätestens in der Auftragsbestätigung im August sei Meyer jedoch auf den erforderlichen Kabelanschluss hingewiesen geworden. „Dort steht explizit: ,Voraussetzung für 3play ist während der gesamten Vertragslaufzeit ein Kabelanschluss.’“

Unity Media bekräftigt: „Zwischen Herrn Meyer und uns besteht weiter ein Vertragsverhältnis.“ Der Wirtschaftsförderer beharrt auf seiner Kündigung. „So geht man mit Kunden nicht um. Ich prüfe rechtliche Schritte.“