Bochums erste private Grundschule ist gestartet
18.08.2009 | 18:00 Uhr 2009-08-18T18:00:00+0200
Bochum. Insgesamt 45 ABC-Schützen strömten an der Carolinenschule in die Klassenzimmer - zu jeweils zwei Klassenlehrern. Bochums erste bilinguale private Grundschule öffnete gestern ihre Pforten.
Elektronische Schultafeln, zwei Lehrer pro Klasse und für die Eltern ein Pikkolo – gestern nahm die neu gegründete Carolinenschule im Gebäude der St. Barbara-Grundschule an der Braunsberger Straße in Hofstede den Lehrbetrieb auf. Vom üblichen Mühsal staatlicher Schulen – überfüllte Klassen- und unterbesetzte Lehrerzimmer – ist dort wenig zu merken, dafür ist der Schulbesuch nicht gerade günstig.
Die Kinder der privaten Grundschule werden bilingual unterrichtet. Englisch und Deutsch stehen gleichwertig auf der Tagesordnung. Gelernt wird dabei nach dem Immersionsprinzip. Die I-Dötzchen tauchen spielend in die Sprache ein. Englisch ist ständiges Kommunikationsmittel und kein eigenes Schulfach. Darum gibt es auch zwei Klassenlehrer, von denen einer stets englischer Muttersprachler ist.
„Haben die Kinder die vierte Klasse abgeschlossen, brauchen sie nie wieder Englischunterricht, sie haben eine weitere Muttersprache bekommen”, erläutert Gründungsrektor Peter Grönwoldt. Neu sei das Immersionsprinzip indes nicht. „In Ländern mit mehreren Amtssprachen wird teils seit Jahrzehnten erfolgreich nach diesem System gelehrt”, berichtet Grönwoldt.
40 Prozent des Schul-Etats vom Förderverein
Ein Übriges zum Lernerfolg sollen optimale Bedingungen beitragen. Als staatlich anerkannte Schule wird die Carolinenschule mit den üblichen Landesmitteln ausgestattet. Über einen Trägerverein aber kommt fast die gleiche Summe noch einmal dazu (40 Prozent). Finanziert wird dies von den Eltern. Nach Einkommen gestaffelt, liegen die Beiträge zwischen 180 und 900 Euro.
Fast übrigens scheinen die Bedingungen für die gestern eingeschulten 45 Kinder ein bisschen zu optimal. Sie verteilen sich auf alle vier Klassen, zwei erste, eine zweite und eine dritte – die kleinste hat damit gerade einmal acht Schüler. Schulleitung und der Trägerverein „Schul- und Bildungswerkstatt gemeinnützige GmbH” kalkulierten jedoch mit Klassengrößen von 20 Bambini. Ein Hauptgrund für die geringere Zahl an Schulverträgen war die Dauer des Zulassungsverfahren, erst vor 14 Tagen erteilte NRW seine Zustimmung zum Konzept.
Infos zu Schulkonzept und Anmeldung unter 0234-8599165 oder im Netz unter www.carolinenschule.de.

16:04
Folgt man der Logik von Herrn Grönwoldt, dass nach 4 Grundschuljahren mit bilingualem Unterricht sich der weitere Englischunterricht (2. Muttersprache) erübrigt, dann stellt sich mir die Frage : Warum wird an allen Gymnasien der Deutschunterricht (1. Muttersprache) bis zum Abitur weiter geführt?????
Die Aussage von Herrn Grönwoldt ist an Überheblich keit nicht zu überbieten, passt aber zum Slogan Der Bergbau geht - Bildung kommt.
Den Vorteil von bilingualem Unterricht will ich generell nicht in Abrede stellen!
10:38
Unser Sohn geht seit zwei Tagen ebenfalls auf eine normale GGS, allerdings ist engagiertes Personal nicht alles. Die dort vorhandene Bausubstanz ist es, die mich gegen ein Konzerthaus und ähnliche Projekte aufbegehren lässt. Ein muffiger Kellerraum als Werkraum, Fenster, die die Kinder nicht öffnen dürfen, weil man nicht weiss, ob sie herausfallen, etc. In den Ländern, die bei PISA besser aussahen, wird viel mehr Geld in die Bildung inverstiert als bei uns. Es ist Kein Wunder, dass sich finanziell gut stehende Eltern an private Schulen wenden, die einen viel höheren Standard haben. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich es auch tun.
07:14
Alles gut und schön, es hört sich alles prima an.
Aber leider wird hier wieder nur den Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht, deren Eltern das nötige Kleingeld haben. Wir hatten uns auch für diese Schule interessiert, aber wie wollen wir das Schulgeld (welches natürlich keines ist, sondern ein festgesetzter Beitrag in den Förderverein) aufbringen? Ich finde, daß jedes Kind ein Recht auf optimale Bildung hat, wo bleibt die Gleichstellung? Unser Sohn geht jetzt zu einer GGS und wir hoffen, daß die Lehrerinnen dort genauso engagiert sind, und unsere Kinder dort mit Spaß viel Lernen und gut gefördert werden.
12:25
Es ist doch sehr gut,wenn mal etwas neues ausprobiert wird!Man sollte sich auch Gedanken
darüber machen,das gesamte Schulsystem zu verbessern.Wenn man bedenkt,daß viele
Schulabgänger so einfache Dinge wie zum Beispiel die Bruchrechnung nicht beherrschen ist das schon
ganz schön traurig!
12:13
Die Carolinenschule ist eine staatlich genehmigte Ersatzschule in Trägerschaft einer gGmbH. Was ist daran staatlich? Auch wenn es Ihnen nicht passt, werter Hans Müller, es gab einen Pikkolo für die Eltern. Wenn man in Deutschland nach Veränderungen im Schulsystem schreit, dann nicht ohne Grund. Aber wo bitte wird etwas getan?
09:53
In dem Bericht steht natürlich einiges an falschen Informationen:
Es ist KEINE Privatschule sondern eine staatliche Ergänzungsschule!
Alle Welt schreit nach Veränderungen im Schulsystem! Wenn dann aber mal etwas in dieser Richtung getan wird meckern gleich alle. Was bitte soll dieser doofe Kommentar und ein Pikkolo für die Eltern? Da wird doch sofort etwas elitäres suggeriert!
06:08
Ich kann mir gut vorstellen, dass vier Jahre gelebte Sprache mehr wert sind als jeder Sprachunterricht. Wenn ich überlege, wie viel ich in drei Monaten gelernt habe, in denen ich mich oft in einer Gastronomie aufgehalten habe, in der nur Amerikaner verkehren, dann passt das.
Angebote wie dieses zeigen, wie leistungsfähig Schule sein kann. In Ländern, in denen man verstanden hat, wie wichtig Bildung ist, macht man auch entsprechende Gelder locker. Leider gehört Deutschland nicht dazu.
22:54
Hömma, Staufenberg, hast Du eigentlich mal zu irgendetwas keinen Kommentar, den Du ablassen kannst? Oder meinst Du, Du hast von allem Ahnung?
Und Vorsicht: wer allem gegenüber offen ist, ist meist nicht ganz dicht!
21:36
„Haben die Kinder die vierte Klasse abgeschlossen, brauchen sie nie wieder Englischunterricht, sie haben eine weitere Muttersprache bekommen”, erläutert Gründungsrektor Peter Grönwoldt. Mein Kommentar: Das will ich sehen!