Bochumer Theater Total überschreitet Grenzen

Die Jugendlichen vom Theater Total ziehen an einem Strang.
Die Jugendlichen vom Theater Total ziehen an einem Strang.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Insgesamt 180.000 Euro konnten durch die Förderung für zwei besondere künstlerisch-pädgogische Aktionen gewonnen werden.

Bochum.. Die Kulturstiftung des Bundes (für das Projekt „Grenzüberschreitungen“) und die Stadtwerke Bochum (für das Projekt „Und sie bewegt sich doch!“) machen’s möglich. „Das ist ein großer Tag für das Theater Total“, so TT-Gründerin Barbara Wollrath-Kramer bei der gestrigen Vorstellung der Fördergeber und der weiteren Pläne.

Willy-Brandt-Schule als Partner

Die Idee zum Theater Total hatte Wollrath-Kramer vor 19 Jahren. „Jugend hilft Jugend“, lautet das Motto. Denn TT ist nicht nur ein großes Tanz-/Theater-Projekt von und für Jugendliche; vielmehr vermittelt es ein schöpferisches und kreatives Lebensgefühl. 30 junge Menschen aus ganz Deutschland und der Schweiz haben es auch in diesem Jahr wieder geschafft: Sie alle sind jetzt Teil der TT-Gemeinschaft, die ab März 2016 mit einer eigenen Produktion durch Deutschland touren wird.

Ein ganzes Jahr arbeiten die Jugendlichen intensiv an ihrem Theaterstück/Tanzperformance. Aufführungs- und Probestätte in Bochum ist die ehemalige Albertus-Magnus-Kirche an der Königsallee.

Das Besondere: In diesem Jahr wird erstmals eng mit einer Bochumer Schule kooperiert. „Unsere Jugendlichen werden zu Paten von Fünftklässlern der Willy-Brandt-Gesamtschule, wobei die Schüler in die Theaterproduktion eingebunden werden“, sagt Wollrath-Kramer. Die Kooperation wird möglich durch die Zukunftsprojekt-Förderung der Stadtwerke, die das Unterfangen mit 30.000 Euro unterstützt. „Junge Menschen nehmen hier noch jüngere mit, das ist Zukunftsförderung im eigentlichen Sinne“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Spohn.

Ein weiter Zuschuss erreicht das Theater Total über die Kulturstiftung des Bundes. Im Umfang von 100.000 Euro aus dem Sonderprojekt „Grenzüberschreitungen“ fördert die Stiftung zum Einen die künstlerische, soziale und handwerkliche Theaterinszenierung. Zusätzlich wird aber auch ein Film entstehen, gedreht zum Teil von den Teilnehmern selber. 50.000 Euro stehen dafür zusätzlich bereit.

Bundesweit bekannt machen

„Gefilmt wird alles, was im nächsten Jahr passiert: Probestunden oder das gemeinsame Mittagessen. Dahinter steckt der Gedanke, die kulturell-pädagogische Arbeit zu dokumentieren“, so Wollrath-Kramer. Die Doku soll einen umfassenden Einblick in die Bildungsarbeit von Theater Total ermöglichen und Fachkräften wie interessierten Laien das spezielle Bildungskonzept näherbringen. Und dadurch das einzigartige Bochumer Jugendprojekt bundesweit bekannter machen.