Bochumer Taxiunternehmer beantragen höhere Fahrpreise

Taxifahren in Bochum könnte bald deutlich teurer werden.
Taxifahren in Bochum könnte bald deutlich teurer werden.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Taxiunternehmer wollen eine Fahrpreiserhöhung von rund zwölf Prozent erreichen, die ab März gelten könnte. Die Stadt muss noch grünes Licht geben.

Bochum.. Taxikunden in Bochum müssen möglicherweise bald tiefer in die Tasche greifen. Bochumer Taxiunternehmer haben bei der Stadt Bochum eine Erhöhung der Fahrpreise beantragt, über die in den kommenden Wochen entschieden werden soll.

Eine Standardfahrt über vier Kilometer soll künftig beispielsweise tagsüber rund 12,3 Prozent und nachts sowie sonn- und feiertags 11,6 Prozent teurer werden. Das geht aus der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung hervor, die empfiehlt, dem Antrag der Taxiunternehmer weitgehend zu folgen. „Die Fahrpreiserhöhung ist aber noch nicht beschlossen“, stellt Stadtsprecherin Barbara Gottschlich klar.

Über die Beschlussvorlage müssten zunächst noch der Fachausschuss für Infrastruktur und Mobilität sowie der Haupt- und Finanzausschuss beraten. Voraussichtlich im Februar könnte der Rat grünes Licht für die Fahrpreiserhöhung geben, Änderungen seien aber noch möglich, erklärt Gottschlich. „Die neuen Tarife könnten dann frühestens ab Anfang März gelten.“

Taxiunternehmer argumentieren mit Kosten durch den Mindestlohn

Nicht nur in Bochum, auch in vielen anderen Städten haben Taxiunternehmer wegen gestiegener Kosten durch den Mindestlohn höhere Tarife beantragt. Dort treten sie aber oft früher in Kraft oder gelten schon. Christian Weidmann, hauptamtlicher Vorstand des stadtweit größten Anbieters Taxi Bochum, ist „verwundert, dass Bochum mit der Umsetzung so spät dran ist.“ Den Antrag auf höhere Fahrpreise habe man bereits im August eingereicht. Barbara Gottschlich zum Prozedere: „Die Beschlussvorlage zu erstellen, war relativ zeitaufwendig. Unter anderem wurden die IHK und die umliegenden Städte um eine Stellungnahme gebeten.“

Wegen des Mindestlohns sei eine schnelle Umstellung auf die höheren Tarife aber dringend notwendig, so Weidmann. „Die Taxiunternehmer können irgendwann ihr Personal nicht mehr bezahlen“, sagt er. Ein angestellter Taxifahrer hat zuvor durchschnittlich 6,25 Euro brutto pro Stunde verdient. Nun sind es bundesweit 8,50 Euro. „Ich weiß von Bochumer Unternehmern, die schon Fahrern gekündigt haben“, berichtet Weidmann. Besonders in den Nachtstunden seien derzeit bis zu einem Drittel weniger Fahrzeuge in Bochum unterwegs, noch sei die Versorgung aber gesichert.

Niedrige Spritpreise seien kein Argument gegen höhere Tarife

Die derzeit niedrigen Kraftstoffpreise würden zwar Kosten sparen, seien aber kein generelles Argument gegen eine Tariferhöhung, so Weidmann. „Niemand weiß, ob der Sprit so günstig bleibt, damit können wir nicht langfristig planen.“ Zudem würden sich die Taxipreise in Bochum im Vergleich zu den Nachbarstädten am unteren Ende bewegen, auch die jetzige Erhöhung falle noch moderat aus.

Dieser Argumentation folgt auch die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Ob sich die politischen Gremien dieser Ansicht anschließen werden, bleibt abzuwarten.