Bochumer Symphoniker bieten zum Jahreswechsel auch Chansons

Steven Sloane dirigiert das Silvester- und Neujahrskonzert.
Steven Sloane dirigiert das Silvester- und Neujahrskonzert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit gleich drei Sonderkonzerten an Silvester und am Neujahrstag warten die Bochumer Symphoniker auf. Im Audimax der Ruhr-Universität geht es dabei durchaus nicht streng klassisch zu

Bochum.. Diese Tatsache ist nicht nur dem eher unterhaltsam-entspannten Anlass der Tage zum Jahreswechsel geschuldet, sondern gehört zum BoSy-Gesamtkonzept: „General“ Steven Sloane ist bekanntlich ein Künstler, der Grenzüberschreitungen gut findet. Zuletzt konnte man das beim Sinfonie-Konzert erleben, das die BoSy mit der Pop-Band Zweiraumwohnung gestalteten. Immerhin: Es ging um Mahlers 5. Sinfonie!

So „schwer“ ist das Programm an den drei Konzerten zum Jahreswechsel natürlich nicht. Vielmehr stehen mit Jacques Offenbachs Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“, Christoph Willibald Glucks Tanz der Furien aus „Orpheus und Eurydike“ und der L’Arlesienne Suite Nr. 2 von George Bizet drei Konzertsaal-Klassiker auf dem Programm, deren romantisch-schwelgerischer Impetus auch über 100 Jahre nach der Entstehung trägt und die Menschen begeistert; auch solche Musikfreunde übrigens, die sich gewöhnlich nicht als eingefleischte Klassik-Fans bezeichnen würden.

Dominique Horwitz singt Jacques Brel

Zu etwas Besonderem werden die Vorstellungen aber durch den Aufritt von Dominique Horwitz. Der gebürtige Franzose (*1957) ist nicht nur ein populärer Schauspieler („Bellheim“, „Stalingrad“), vielmehr macht er – und das bereits seit 30 Jahren – auch als Chansonnier von sich reden. Frankophil qua Geburt, hat sich Horwitz dabei auf die Lieder von Jacques Brel verlegt. Er steht somit in der Tradition großer Brel-Sänger wie Michael Heltau oder Klaus Hoffmann, die – wie Horwitz – aus den Brel-Lebensminiaturen eindringliche Kunstlieder mit Gänsehautcharakter machen.

Chansons wie „Amsterdam“, „Orly“, „Ne Me Quitte Pas“ oder „La Chanson des Vieux Amants“ sind auch heute noch so gültig wie in ihrer Entstehungszeit in den 1960er Jahren. Das Orchester gestaltet die Brel-Chansons ebenso mit wie der Akkordeonist Denis Patkovic, einer der führenden Instrumentalisten unserer Zeit

Termine am 31.12. um 16.30 Uhr und 20 Uhr sowie am 1.1. um 18 Uhr, im Audimax der Ruhr-Uni, Restkarten an der Abendkasse).