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Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße

24.11.2009 | 17:41 Uhr
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße

Bochum. Der "Bildungsstreik" der Bochumer Studenten geht auch nach der Räumung des Audimax weiter. Nach einer Kundgebung auf dem Campus zogen mehrere hundert Studenten über die Universitätsstraße und durch die Innenstadt.

Der "Bildungsstreik der Bochumer Studenten geht auch nach der Räumung des Audimax durch die Polizei weiter. Nach einer Kundgebung auf dem Campus, an der sich 500 Studenten beteiligten, zog die Gruppe, begleitet von einem Großaufgebot an Polizei, über die Universitätsstraße in Richtung Innenstadt. Ihr Ziel waren der Weihnachtsmarkt und das Rathaus. Auch wenn sie nach der Räumung des Audimax "...und nun nehmen wir euch das Rathaus ab" riefen, seien diese Sprechchöre eher symbolischer Art gewesen, erklärte Clarissa Born vom Protestkomitee. "Radikale Maßnahmen lehnen wir strikt ab", so die Studentin weiter. Schließlich wolle man durch solche Aktionen nicht die Sympathien der Bevölkerung für die Studentenbewegung verspielen.

Von der Innenstadt ging es schließlich mit der U-Bahn zurück zur Universität. Hier wollten sich die Studentenberaten, wie sie ihren Protest nun weiterführen. Auch eine erneute Besetzung des Audimax oder eines anderen Hörsaals ziehen sie in Betracht. "Wir geben noch nicht auf!" heißt es auch auf dem Twitter-Konto des Bochumer Streikkommitees.

Dienstagnachmittag zogen Studenten protestierend von der Ruhr-Uni in Richtung Innenstadt. Nach Polizeiangaben sollen rund 300 Studenten demonstriert haben. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Mit dieser erneuten Demonstration durch die Stadt reagierten die Studenten auf die Räumung des Audimax am Dienstagmorgen. Nachdem die Universitätsleitung in den vergangenen Tagen keine konkrete Aufforderung an die Studierenden formuliert hatte, das Audimax zu verlassen, überschlugen sich am frühen Morgen die Ereignisse. Prorektor Prof. Ulf Eysel, der Rektor Elmar Weiler vertritt, forderte die aus dem Schlaf gerissenen Studierenden auf, das Gebäude umgehend zu verlassen. Nur rund fünf Minuten später rückte bereits die Polizei mit einer Hundertschaft an. „Wir sind enttäuscht, dass das Rektorat so unverhältnismäßig reagiert hat und demokratischen Protest im Keim erstickt”, meinte der AStA-Vorsitzender Karsten Finke.

Audimax wird als Konzertsaal gebraucht

Dienstagmorgen räumte die Polizei das von den Studenten besetzte Audimax. Foto: Horst Müller / WAZ FotoPool

In einer Stellungnahme bedauerte Eysel den Polizei-Einsatz: „Wir hatten gehofft, über das Gespräch mit den Besetzern ohne die Hilfe der Polizei auszukommen. Aber die Zeit drängte, denn wir müssen das Audimax rechtzeitig für Großveranstaltungen am Donnerstag säubern und vorbereiten.” Notwendig war die Räumung des Audimax nach Angaben des RUB-Rektorats, weil es für Proben und zwei Konzerte der Bochumer Symphoniker am 26. und 27. November benötigt werden, und, wie es hieß, „die Ruhr-Universität ihren Vertrag mit der Stadt und den BoSys einhalten” müsse.

Sowohl die Soziale Liste im Rat („Das Vorgehen der Leitung der RUB zeigt, dass diese offensichtlich nicht in der Lage ist, die Proteste als Unterstützung für die Bildungs- und Lehreinrichtung zu sehen”) als auch die Bundestagsabgeordnete der Linken, Dagdelen („Wenn die Universitätsleitung meint, so die Probleme des Bildungssystems lösen zu können, so zeugt dies von unglaublicher Realitätsferne”) kritisierten die Räumung scharf.

Jürgen Boebers-Süßmann

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Kommentare
26.11.2009
07:54
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Einhinseher | #21

@19
1% der Studierenden scheint mir tatsächlich nicht viel und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die anderen 99 % so beschäftigt waren, daß sie keine Zeit hatten. Weiterhin ist es für mich schwer vorstellbar, daß es sich bei den 1 % um die Creme der Bochumer Studentenschaft handelt und der Rest nur glattgelutschte Jasager sind. Und das mit den Müttern und Vätern glaube ich keine Sekunde. da habe ich schon eher Verständnis dafür , daß einige gescheiterte die Gelegenheit zum Nachtreten benutzen. Aber richtig ist dies trotzdem nicht.

25.11.2009
09:53
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Bochumer_Jung | #20

Ich muss mit Ihnen auch über nichts diskutieren. Wer zugibt, dass man selbst mit einer Professur noch 10 oder mehr Jahre an der eigenen Bildung abbezahlt, von eigenen Kindern mal nicht zu reden, der hat für mich wirklich genug zugegeben in dieser Diskussion.
Trotzdem danke für Ihre rührenden Genesungswünsche.

25.11.2009
09:46
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Epap | #19

@ 14 ein Hinseher
Mütter und Väter sollten als Stellvertreter ihrer studierenden Srößlinge Stimmung machen! Die Fehlzeiten und verpassten Klausurtermine können bei den straffen Studienvorgaben gar nicht nachgeholt werden. Das wird der Grund der 1%tigen Demobeteiligung sein. Deshalb Mütter und Väter an die Protestfront! Und deshalb saßen da auch Exmatrikulierte wegen der Sache an sich da!!!

25.11.2009
09:35
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Schweinskopfsülze | #18

@17
Kann es sein, dass Ihr persönlicher Frust Ihnen den Kopf verdreht hat?
Sie reden völlig an mir vorbei, erfinden Dinge wie die W2 Professur meiner Bekannten (sie hat eine C3) und pfropfen darauf dümmliche Schlussfolgerungen. Wenn alle aktuell Studierenden derart argumentieren würden, dann müsste man sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft unserer KInder machen.
Aus diesem Grund klinke ich mich nun aus der Diskussion mit Ihnen aus und wünsche Ihnen schnelle Genesung...

25.11.2009
08:52
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Bochumer_Jung | #17

Was soll mir das sagen, Nummer 15? Weiß Ihre gute Freundin denn wenigstens, wie lange Sie am hochgelobten (amerikanischen!) Bildungssystem noch abbezahlt, mit der Vergütung einer... deutschen W2-Professur?!
Das kommt für jeden der ordentlich rechnen kann (und der nicht W2-Professor ist) vorne und hinten nicht hin mit diesen Gebühren. Vor allem von der Verwendung der Gebühren sieht man absolut garnichts. Ich habe jedenfalls noch keinen Studenten über gute (oder mindestens befriedigende) Platzverhältnisse im Seminarraum berichten hören. Das gilt jedenfalls für Studiengänge die nach dem Studium theoretisch eine Chance auf einen Übergang in ein geordnetes Berufsleben ermöglichen würden.

25.11.2009
08:13
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Schweinskopfsülze | #16

@12,
nebenbei gesagt, Ökotrophologie ist ebensowenig Vegetarismus wie Militarismus sondern schlicht Ernährungs- und Haushaltslehre. Es gibt ein unterhaltsames Buch mit dem Namen Fremdwörter für Angeber, vielleicht wäre das etwas für Ihren Weihnachtswunschzettel?

25.11.2009
08:08
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Schweinskopfsülze | #15

@12, Bochumer Jung,
eine gute Freundin von mir hat im Alter von 25 Jahren ein Aufbaustudium in New York begonnen. Nach drei Jahren Aufenthalt dort kehrte sie zurück und zahlte im Alter von 38 (mitlerweile selbst als Professorin) noch immer Gebühren ab. Ist nicht unfair, aber die Regeln sollten weltweit angeglichen werden, wenn es sich nicht ausdrücklich um Studenten aus Entwicklungsländern handelt. Die hiesigen Studiengebühren könnten dagegen für einheimische Studenten-gleich welcher couleur-
komplett wegfallen, wenn man das vorhandeneGeld eben nicht auch für z.B. asiatische Studenten verwenden müsste. Das hat nichts mit rechtem Gedankentum zu tun, sondern ist eine ganz legitime und einfache Rechnung, die in den allermeisten Ländern aufgemacht wird.

25.11.2009
07:21
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Einhinseher | #14

Aber das Audi-Max war ja nicht nur von Studenten bestzt, so hörte ich. Was hatten den die Nicht-Studenten und Exmatrikulierten dort zu suchen. Vermutlich handelt es sich um solidarischen Genossen, die moralischen Unterstützung lieferten. Und vermutlich haben die von der Materie genauso viel Ahnung, wie die anderen hier, denen diese immer von den Genies abgesprochen wird. Mir scheint einige haben gar kein Studium mehr nötig, weil sie ohnehin alles besser wissen. Ich schau mir immer nur die Fakten an. hart am Sachverhalt, ohne blabla. Und da sehen aus meiner Sicht beide Seiten nicht gut aus. Die Studis nicht und die Unileitung auch nicht. Das Leben ist nahezu immer ein Kompromiss, niemals wird eine Seite in einem deratigen Streit ihre Forderungen vollständig durchsetzen. Von daher ran an den Tisch und praktisch und realistisch denkend verhandeln. Gilt für beide seiten.

25.11.2009
05:15
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Wayne | #13

300 Demonstranten bei rund 30.000 Studenten an der RUB sind doch nur 1%.

25.11.2009
01:22
Bochumer Studenten gingen erneut auf die Straße
von Bochumer_Jung | #12

Das man hier über die Fachgebiete Ökotrophologie (Vegetarismus) und Musik vom eigentlichen Thema versucht abzulenken finde ich ja fast schon lustig. Wenn nur das Thema berufliche Zukunft nicht so verdammt ernst wäre.
Der überzeugte Vegetarier könnte übrigens mal nachforschen, seit wann es in den USA Studiengebühren gibt. Mal sehen ob er mir ein Datum nennen kann zu dem es in den USA dann plötzlich hieß: wir hätten gerne 1000 Euro oder 3000 Dollar (der Vegetarier weiß es bestimmt wieder besser) pro Jahr von Ihnen.
Und wenn 1000 Euro lächerlich sind, wieso macht der Vegetarier dann nicht eine Stiftung auf für finanziell schlecht gestellte Studenten, aus der meinetwegen 2500 Studenten die Studiengebühren während der Durchschnittsstudienzeit (das sollte man je Uni für die letzten 30 Jahre mal erheben, das wird abweichen von der Regelstudienzeit) bezahlt bekommen. Übrigens, schönen Gruß zur Universitätsstraße, ich bitte um Fortsetzung der Proteste.

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