Bochumer Stadt-Mitarbeiter steht unter Schmiergeldverdacht

Ein Mitarbeiter der Stadt Bochum steht unter dem Verdacht, Wohnungen an Flüchtlinge nur gegen Geld und Sachleistungen vermittelt zu haben.
Ein Mitarbeiter der Stadt Bochum steht unter dem Verdacht, Wohnungen an Flüchtlinge nur gegen Geld und Sachleistungen vermittelt zu haben.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Mitarbeiter der Stadt soll von Flüchtlingen Schmiergeld oder Sachwerte verlangt haben. Gegen ihn ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Bochum.. Ein Bediensteter der Bochumer Stadtverwaltung, der unter anderem mit Flüchtlingen zu tun hatte, steht unter Korruptionsverdacht. Die Staatsanwaltschaft hat in diesem Dezember, vor Weihnachten, Büroräume der Stadtverwaltung durchsucht und Unterlagen mitgenommen. Das bestätigte am Montag Oberstaatsanwaltin Cornelia Kötter von der Spezialabteilung zur Bekämpfung von Korruption auf Anfrage.

Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit bzw. Vorteilsannahme eingeleitet. Er soll von Flüchtlingen „Bargeldzahlungen oder Sachzuwendungen“ verlangt und auch erhalten haben. Als Gegenleistung soll er ihnen eine Erlaubnis zur Anmietung einer Privatwohnung verschafft und diese auch vermittelt haben.

Vorwürfe zurückgewiesen

Weitere Angaben zum Umfang der mutmaßlichen Korruption machte die Behörde nicht. Der Beschuldigte ist nicht geständig. „Der Mitarbeiter der Stadt hat den Tatvorwurf in Abrede gestellt“, sagte Cornelia Kötter. Auch gegen einen weiteren, nicht bei der Stadt beschäftigten Mann wird ermittelt. Auch ihm hat die Staatsanwaltschaft einen unangemeldeten Besuch abgestattet, um mögliche Beweismittel sicherzustellen.

Eingeschaltet wurde die Staatsanwaltschaft von der Stadt selbst. Sie hat Anzeige erstattet.

Stadt hat Konsequenzen gezogen

Wo genau der Beschuldigte tätig war, wollte Stadtsprecher Thomas Sprenger am Montag wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen, nur dass er nicht im Rathaus am Willy-Brandt-Platz arbeitete. Außerdem verwies er auf die Unschuldsvermutung, die trotz der Ermittlungen weiterhin gelte.

Gleichwohl hat die Stadt bereits Konsequenzen gezogen und den beschuldigten Mitarbeiter freigestellt - und nicht wie zunächst mitgeteilt, ihn nur auf einen anderen Arbeitsplatz versetzt.