Bochumer Schüler spenden 12.000 Euro für Ebola-Waisenkinder

Mit ihren Spendendosen sind die Schüler unter anderem am Martinstag losgezogen.
Mit ihren Spendendosen sind die Schüler unter anderem am Martinstag losgezogen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Geld sammeln statt spielen: Kinder der Don-Bosco-Schule nutzen ihre Freizeit, um Schwester Johanna zu helfen. Die Ordensfrau ist in Liberia aktiv.

Bochum.. Wenn die Schüler der Don-Bosco-Grundschule 20 Unterrichtsstunden fleißig und artig sind, bekommen sie eine „Murmelstunde“. Spiel und Spaß statt Pauken ist dann angesagt – eigentlich. „Zu unserer nächsten Murmelstunde wollen wir in der Stadt Spenden für Schwester Johanna sammeln“, erzählt der neunjährige Benedikt. Aber er weiß auch: „Nur muss das ja die Stadtverwaltung erst mal genehmigen.“

Sie wird es sicher. Denn der Spendeneifer der Don-Bosco-Schüler ist einer der Superlative. 12.000 Euro konnten sie 2014 für die Bochumer Schwester sammeln, dafür gingen sie etwa mit Spendendosen am Martinszug herum oder verkauften Selbstgebasteltes. Die Ordensfrau ist seit über 30 Jahren in Liberia, um dort Waisenkindern zu helfen – von denen es seit Ausbruch von Ebola mehr als je zuvor gibt. Sie möchte den Kindern vor allem Bildung ermöglichen, einen Kindergarten hat sie errichtet, eine Schule soll folgen – benannt nach der Don-Bosco-Schule.

Statt zu spielen, tüfteln die Schüler

Denn hier hat sie ihre treuesten Unterstützer. Jedes Kind der Schule kennt den Namen der Schwester, ihr zu helfen ist hier Tradition. Nicht nur in Klassenaktionen überlegen die Kinder, wie sie Geld zusammenbekommen. Statt zu spielen, tüfteln die Schüler – von Klasse 1 bis 4 – auch in ihrer Freizeit an Ideen für Hilfsaktionen. Und dabei beweisen sie viel Mut.

„Ich habe mitten auf dem Weihnachtsmarkt Geige gespielt und dadurch 59 Euro gesammelt“, erzählt der achtjährige Konstantin. Charlotte und Leonie verkauften vor ihrer Haustür selbstgemachte Loom-Armbänder. Und Constantin verzichtete für seine Spende sogar auf ein Weihnachtsgeschenk.

Von ihrer Freundlichkeit und Stärke fasziniert

Dass das Geld Liberia auch erreicht, war allerdings nie ganz einfach. Erst seit Kurzem funktioniert der elektronische Transfer. Zuvor musste die Schwester die Scheine auf dem Flug nach Afrika an der Ordenstracht festtackern.

Einmal im Jahr besucht die 77-Jährige Bochum für wenige Tage – meist bleibt dann nur Zeit für Arztbesuche. Viele der Schüler haben die Schwester darum nie getroffen. Aber wer sie kennt, ist von ihrer Freundlichkeit und Stärke fasziniert. „Sie ist vom Glauben getragen und das strahlt sie unglaublich aus“, sagt der neunjährige Cosimo. Das zeigen auch die Briefe – oder seit neuestem Mails – die Schwester Johanna regelmäßig an die Schüler schickt. In ihrem letzten Brief schreibt sie, dass sie fast 40 Waisen Schulunterricht ermöglichen konnte – dank der Spenden. Ein Erfolg, aber für die Don-Bosco-Schüler nur der Anfang. Die kleine Marie spricht für alle, wenn sie sagt: „Das Ziel ist, dass es allen Kindern so gut geht wie uns.“