Bochumer Polizist in Oma-Kostüm ließ sich ausrauben
07.06.2011 | 18:01 Uhr 2011-06-07T18:01:00+0200
Bochum. Als alte Dame verkleidet hat ein junger Polizeikommissar einen mutmaßlichen Serienräuber gefasst. Er sollte ihm eine Falle stellen. Der Plan ging auf - und der Tatverdächtige (38) steht nun vor dem Landgericht.
Ein junger Bochumer Polizeikommissar ist im vergangenen Dezember als gebrechliche Großmutter zum Dienst erschienen. Um einen besonders skrupellosen Serienräuber, der es auf hochbetagte Frauen und Männer abgesehen hatte, in eine Falle zu locken, wurde der Polizeibeamte von einer extra engagierten professionellen Maskenbildnerin in eine alte Dame verwandelt, die auf einen Rollator angewiesen ist. Er bekam auch eine Perücke aufgesetzt. Derart frisiert und geschminkt ging der Polizei-Schauspieler zum Geldabholen in eine Sparkasse an der Herner Straße und hoffte, dass er auf dem Heimweg ausgeraubt werde. Der Plan ging auf.
Die Sparkasse war damals eingeweiht. Sie übergab dem Oma-Kommissar im Schalterraum einen Umschlag mit bloßem Papier darin. Für Beobachter - und damit für den potenziellen Räuber - sollte das wie Bargeld wirken. Der Polizist steckte das „Geld“ in seine Tasche, hing diese an den Griff seines Rollators und trat seinen vermeintlichen Heimweg an. An der Agnesstraße passierte dann der erhoffte Überfall: Ein Mann griff die „alte Dame“ an und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Kurz darauf wurde der Täter aber von der Polizei gefasst. Seitdem sitzt er in U-Haft.
Elf Überfälle auf ältere oder gebrechliche Menschen
Laut Anklage ist es ein 38-jähriger Rumäne. Seit Dienstag steht er vor dem Landgericht. Acht solcher Angriffe auf ältere und gebrechliche Menschen in Bochum wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, drei weitere in Essen, Dortmund und Krefeld. Tatzeit: 2007 bis 2010. Wie der Verteidiger der WAZ am Rande des Prozesses sagte, ist sein Mandant überwiegend geständig. Vor Gericht ausgesagt hat er aber noch nicht. Es wird hinter verschlossenen Türen wohl noch über die Strafhöhe verhandelt.
Die Kriminalpolizei empfiehlt Senioren, beim Abholen von Bargeld auf ganz bestimmte Dinge zu achten. Zum Beispiel:
- Am Schalter oder am Geldautomaten auf Abstand zu anderen Menschen achten. Kontakte zu anderen ablehnen.
- Nicht die ganze Rente auf einmal abheben.
- Eventuell Nachbarn fragen, ob sie einen beim Geldabholen begleiten
- Das Geld in mehrere Behältnisse aufteilen, außer dem Portemonnaie auch in eine Gürteltasche oder Brustbeutel.
- Größere Summe in Absprache mit der Bank in einem Hinterzimmer entgegennehmen
Der Anklage zufolge war der Mann Mitglied einer Bande. Einer hielt sich als „Späher“ in der Bank auf und beobachtete ältere, gebrechliche und teilweise gehbehinderte Kunden beim Geldabholen. Auf dem Heimweg soll der Angeklagte sie dann angegriffen haben. Laut Anklage bestahl er sie, indem er sie unter dem Vorwand, eine Straße zu suchen oder Geld wechseln zu wollen, ablenkte. Dann griff er in die Tasche. Bei Gegenwehr soll er die Opfer aber auch geschlagen haben. Laut Anklage stand ein Fluchtauto bereit.
Rohe Gewalt gegen Wehrlose
Einmal wurde eine Bochumerin (82) in Wattenscheid sogar am Hals gepackt. Dann stahl man ihr 2000 Euro. Eine andere Frau (81) wurde vor ihrer Haustür in Grumme von hinten mit dem Kopf vor die Hauswand gestoßen. Beute: 4000 Euro. In einem weiteren Fall bekam ein Bochumer (71) einen Schlag mit einem Ellbogen gegen den Hals, so dass er stürzte. Beute: 350 Euro.
Laut Anklage schickte der Angeklagte Teile seiner Beute per Bargeld-Überweisung an seine Familie nach Rumänien.
Am 16. Juni geht der Prozess vor der 8. Strafkammer weiter.

10:52
menschenjagd auf unschuldige.
hier stellt sich doch die frage, warum rentenempfänger derartig hohe summen parat haben ?
hier ist die sozialdemokratie gefragt, die dem benachteiligten migranten erstmal ein neues auto kauft.
14:15
Bitte auch in Witten nachmachen!!!
10:19
#12
Verfolgungswahn?
#5#6
Geständnisse sind strafmildernd.
Man hat den Täter bei einer Tat überführt, was ist mit den anderen Taten, die muss man auch nachweisen. Was ist mit Informationen zu der Bande. Da macht die Staatsanwaltschaft einen Deal (Verständigung im Strafverfahren).
§ 257c, Strafprozeßordnung
Also doch nach Gesetz, oder?
09:08
Mal sehen, wann der erste G-utmensch sich darüber mokiert, daß der arme und ausgebeutete Rumäne mit SO einem fiesen Trick von der kapitalistischen Gesellschaft gehindert wird, seinen Lebensunterhalt zu verdienen...
08:13
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
08:12
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
22:27
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
22:19
Ob da alles nach Vorschrift lief? Egal. Gut gemacht!
22:09
Kompliment an die Polizei - insbesondere an die Oma!
22:00
GENAU DAS ist das Problem in unserer Justiz. Die Gesetze reichen völlig aus, die Gesellschaft steht dahinter, aber das Strafmaß wird nicht ausgenutzt.
Äh, doch - aber an der unteren Skala....