Bochumer Musikhaus-Stiftung fehlen 4 Millionen Euro
01.04.2011 | 17:49 Uhr 2011-04-01T17:49:00+0200
Bochum. Der Stiftung Bochumer Sinfonie fehlen vier Millionen Euro als Bürger-Beitrag für den Bau des Musikzentrums - Bürgschaften sind ausgelaufen. Laut Stiftungsvorstand soll diese große Summe „in den nächsten Monaten“ akquiriert werden.
Die Kalkulation der Bau-, Betriebs- und Folgekosten für das geplante Musikzentrum bleibt ein Thema. Dass die Finanzierung längst nicht in trockenen Tüchern ist, machte die Stiftung Bochumer Symphonie jetzt in einem Brief an die Spender/innen deutlich. Entgegen der bisherigen Erklärung, über 14,3 Mio. Euro an Spenden zu verfügen, heißt es in dem Schreiben, dass noch 4 Millionen Euro fehlen. Bisher habe die Stiftung 8 Mio. Euro aufgebracht. Hinzu kommen Zusagen der Sparkasse und der Stadtwerke über insgesamt 2 Mio. Euro. „Diese 10 Millionen Euro bürgerschaftliches Engagement stehen für das Vertrauen in unsere Idee und sind die Grundlage, auf der wir die noch fehlenden 4 Mio Euro einwerben können“, heißt es in dem Schreiben der Stiftung, das der WAZ vorliegt.
Die Nachricht der Stiftung Bochumer Symphonie kam überraschend: 4 Millionen Euro müssen noch gesammelt werden, damit die zugesagten rund 14 Mio Bürgerspenden für das Musikhaus auch tatsächlich erreicht werden. Dass ein Loch von 4 Millionen Euro klafft, war höchstens den Insidern klar. Bei allen Diskussionen im Rat oder auf der Straße war stets von 14 Millionen verbindlichen Stiftungsgeldern die Rede gewesen. Dass vier davon „nur“ Platzhalterzahlen in Form von Bürgschaften waren, war expressis verbis nirgends zu hören.
Der Stiftungsvorstand ist überzeugt, das Geld bald zusammenzubringen. Wollen wir es für das Gelingen des Musikzentrums hoffen. Die kommunalen und Landeszusagen sind angesichts ungeklärter Detailfragen (Übernahme der Jahrhunderthalle) und Minus-Haushalten wackelig genug.
Jürgen Boebers-Süßmann
Bürgschaften ausgelaufen
Stiftungsvorstand Thomas Jorberg bestätigte auf WAZ-Anfrage, dass diese Summe „in den kommenden Monaten“ gesammelt werden soll. „Es war immer klar, dass diese Mittel noch eingeworben werden müssen“, betont er, denn: „Bürgschaften, die diese fehlende Summe abgesichert hatten, sind bereits 2009 ausgelaufen und können derzeit in diesem Umfang nicht erneut zugesichert werden.“
Expertin für Fundraising
Allerdings sei die Stiftung in den letzten Monaten, als unsicher war, ob das Haus überhaupt gebaut werden kann, nur defensiv verfahren. „Wir werden jetzt wieder durchstarten“, verspricht Jorberg. Es sollen ein bis zwei Großspender gesucht (und hoffentlich gefunden) werden, auch soll die Stuhlaktion wieder anlaufen; hier können Bürger Patenschaften für die Sitze im zukünftigen Musikzentrum übernehmen. Ab Juni soll Dr. Britta Freis, Leiterin der Stabsstelle Stiften, Fördern und Alumni der Ruhr-Uni, die Musikhaus-Stiftung verstärken; die Expertin für Fundraising (= engl. für Mittelakquisition) soll u.a. gezielt solvente Bürger ansprechen und evtl. öffentlichwirksame Aktionen durchführen.
Der Sozialen Liste reicht das alles nicht. „Da auch die öffentlichen Gelder und der Anteil der Stadt von 2,4 Mio. nicht gesichert sind, sind die Pläne, die in der letzten Ratssitzung beschlossen wurden, schon wenige Tage später in Frage gestellt“, befindet Christoph Nitsch, Vorsitzender der Sozialen Liste. Als Alternative zum Konzerthaus schlägt die Soziale Liste die Jahrhunderthalle als Spiel- und Probenstätte für die Symphoniker vor.

17:19
Wer sagt denn, dass nur 4 Mio fehlen? Unmittelbar vor Baubeginn stellt jemand fest, dass ein paar Dinge teurer werden als geplant. Während der kurzen Bauzeit - Fertigstellung bis 2014 - fällt auf, dass, aufgrund der sehr, sehr knappen Planzeit, hier und da etwas vergessen wurde und sich außerdem ein paar nichtvorhersehbare Ereignisse eingestellt haben, die ergänzt bzw. beseitigt werden mussten und mit ein paar zusätzlichen Euro zu bewältigen sind.
Alle Stadtparlamentarier sind am Ende - wie immer - für bass erstaunt, wenn dann unterm Strich 45 - 50 Mio Euro Gesamtkosten auftauchen. Ich habe nämlich noch nie gehört, dass ein Budget, das eine Kommune für ein gewolltes Objekt aufgestellt hat, eingehalten oder unterschritten wurde.
Beispiel: Philharmonie – Hamburg.
Über die Folgekosten – jährliche Subvention aus Steuermitteln, weil man den paar Hundert gebildeten Besuchern aus der 365 Mio Stadt Bochum ja nicht den tatsächlichen „Eintrittswert“ abverlangen kann, spricht keiner.
Es wäre lobenswert wenn in das Musikzentrum eine Musikschule für alle Kinder integriert würde und nicht nur für Kinder der elitären (gebildeten) Bochumer.
Ich fände es viel besser, wenn das gesamte Geld in eine gute allgemeine Bildung für alle Kinder gesteckt würde, die in sauberen Schulen und Klassen von guten Lehrkräften unterrichtet und bedürftige Kinder verpflegt würden. Das Musizieren kann immer noch angehängt werden.
16:41
zu #15
Bildung
Synonyme: Allgemeinbildung, Ausbildung, Ausbildung, Ausbildungszeit, Belesenheit, Benehmen, Berufsausbildung, Beschaffenheit, Drill, Einstellung, Entstehung, EntwicklungErziehung, Gelehrsamkeit, Haltung, Kenntnisse, Kultur, Lehre, Lehrjahr, Lehrzeit, Qualität, Schulbildung, Schulung, Studienjahre, Training, Unterrichtung, Unterweisung, Wissen, Zustand
Quelle: http://de.wiktionary.org/wiki/Bildung
Ich kann nicht erkennen, dass “BILDUNG“ eine 20 km Fahrt zu einem kulturellen Ereignis verhindert.
Das “BILDUNG“ bzw. ihr Ausleben nur zu Lasten bereits benachteiligter sozialer Gruppen möglich ist.
Übrigens, dass überwiegend eine ungebildete Stadtbevölkerung, Gebildete sind ja noch nicht „angelockt“ worden, in Bochum hockt, glaube ich nicht.
Die übertölpelten, verschleppten und mit weis wer was angelockten Randfiguren einer gebildeten Bürgerschaft genießen, wenn so sein sollte, Minderheitenschutz.
Ihnen sollte der Weg in die selbstbewusste, solidarische Bürgergemeinschaft erleichtert werden.
Ich glaube zwar nicht an deren Existenz und wenn vorhanden, dann dürften nur Kammerkonzerte, in sehr kleinen Kammern, gut besucht sein.
09:40
Wenn dann das Musikzentrum verhindert ist kommen die gleichen die heute meckern, und schimpfen darüber das in Bochum nix los ist. Das so ein Provinznest keine gebildeten Leute anlockt. Das selbst der normale Bürger bis nach Dortmund oder Essen fahren muss will er mal was anderes hören als Dorfmusik.
16:04
Es gibt noch viele städtische Gesellschaften die die fehlenden 4. Mio. vorstrecken können. Danach gibt es dann die Zwangsumlage auf die nichtspendenden ignoranten Bürger.
Schließlich finanzieren in den Nachbarstädten auch die städtischen Gesellschaften die Musikhäuser!
14:30
An „spendenden“ Mitbürger.
Ich vertraue den Spendern
Es sind gestandene Mitbürger, die ihre Spendenfähigkeit dadurch erreicht haben, dass sie in entscheidenden Momenten die RICHTIGE ENTSCHEIDUNG getroffen haben.
Investitionen wurden u.a. geprüft auf ihre finanzielle Nachhaltigkeit.
Die „spendenden“ Mitbürger sind nicht auf, „beschriftete“ Konzertstühle, auf „signierte“ Pflastersteine angewiesen. Sie sind nicht auf lobende, zitierende, „schulterklopfende“ Schmeicheleien angewiesen. Sie erkennen leicht, wenn sie vor dem „Karren“ von politisierenden Provinzler gespannt werden sollen.
Die „spendenden“ Mitbürger erkennen, dass das der von ihnen finanzierte Konzertsaal schon deshalb nicht nachhaltig sein wird, weil er nur durch die Kürzungen im Sozialbereich funktionsfähig bleiben kann. Die „spendenden“ Mitbürger haben ihren Erfolg NICHT zu Lasten von benachteiligten Gruppen erreicht und sind nicht darauf angewiesen sich ihre Spendierfreudigkeit, vergleichbar der „ostpreußischen Gutherrenart“, von „Provinzlern“ bescheinigen zu lassen.
Die „spendenden“ Mitbürger sollten Aktiv werden.
Mein Vorschlag. Sammeln sie Vorschläge für die Zielsetzung einer Stiftung.
Das Geld sollte der „lebendigen“ Kultur der Stadt Bochum dienen.
Was bietet das glänzende Foyer, der technisierte Konzertsaal, die Tiefgarage, die jährliche Schlammschlacht in der Kommunalpolitik; eine sich wiederholende Frage ?
Wie konnte ich nur, was habe ich mir dabei gedacht.
Lassen Sie sich lieber von ihrem Enkel mit glänzenden Augen von einem Gastspiel erzählen, was ohne ihre finanziellen Hilfe nicht stattgefunden hätte.
Lassen sie sich lieber von jungen Bochumer Bürgern einen musikalischen Lebensweg schildern, der ohne ihre Musikschule keinen Anfang gefunden hätte.
Lassen sie sich lieber von einem Streetworker erklären was verbesserte Startbedingungen über kulturelle Aktivitäten für Kinder, Jugendliche, Ausländer bedeuten können.
Nicht nur diese Nachrichten werden sie über Jahre bestätigen das sie das RICHTIGE getan haben.
Das TUN muss einen NUTZEN haben, einen Sinn ergeben.
Nach diesem Grundsatz sollte man nicht nur berufliches, sondern auch privates Handeln ausrichten.
09:42
und wer glaubt es bleibt bei 4 Mill.€ der pennt aufn Baum.....
23:37
wenn man die ganzen Großspender anzieht und die städtischen Töchter, was bleibt denn dann an bürgerschaftlichem Engagement?
War irgendwie klar.
22:26
Wie kann sich ein Vorstand derart verrechnen, oder noch schlimmer, falsche verbindliche Angaben machen.
Das ist alles andere als seriös und schafft auch kein Vertrauen für weitere Spender.
Wie immer man zum Musikhaus stehen mag, ein solch dilettantisches Handeln hat es nicht verdient.
18:27
So eine unseriöse Vorgehensweise wundert wohl keinen Kritiker mehr. Aber hier in Bochum wird sowas gnadenlos durchgezogen, auch wenn kein Geld da ist. Und wer glaubt, dass die Baukosten von 33,3 Mio. € auch wirklich eingehalten werden, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.
15:23
Jetzt ist es endgültig raus. Wir wurden ver*******!!!
Dies ist keine seriöse Politik, von einer betriebswirtschaftlichen Überprüfung ganz abgesehen.
Wer kann in Bochum nicht rechnen?? Wo ist der Ortsverein Bochum-Hamme der dies jetzt endlich unterbindet. Zeigt euch!!!!