Bochumer Musikforum wird zwei Millionen Euro teurer

Blick auf die Baustelle des Musikzentrums mit der integrierten Marienkriche.
Blick auf die Baustelle des Musikzentrums mit der integrierten Marienkriche.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Um die Fertigstellung im Frühjahr 2016 zu gewährleisten, braucht das Musikforum mehr Geld. Das soll aus kommunalen Etat-Posten umgeleitet werden.

Bochum.. Um das Musikforum Ruhr fertig bauen zu können, werden weitere zwei Millionen Euro benötigt.Das Geld soll aus kommunalen Etat-Posten umgeleitet werden.

Für die Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses am 18. Juni und für den Rat am 25. Juni liegen wortgleiche Beschlussvorlagen der Verwaltung vor. Darin wird erläutert, wie die Summenformel Baukosten plus x zustande kommt und wie sie gelöst werden soll. Nämlich über einen „Kostenkorridor“, wie Kulturdezernent Michael Townsend auf WAZ-Anfrage erläuterte.

Warum der Bau teurer wird:


1. Schadstoffbeseitigung.
Beim Aushub der Baugrube wurden Benzolrückstände entdeckt, die zuvor bei Bodenproben nicht aufgefallen waren – Altlasten einer ehemaligen Tankstelle. Der Aufwand für Bodenproben, Sachverständige, Umweltgutachter und Entsorgung summiert sich auf 710.000 Euro.

2. Vergabesicherheit. Dieser „Finanzpuffer“ wird nötig, um sog. „Nachtragsrisiken“ aufzufangen. De facto existiert eine Defizit aus Submissionsüberschreitungen und Nachträgen in Höhe 604 000 Euro. Die gründe: z.B. hatte sich 2014 gezeigt, dass wegen starker Auslastung der ausführenden Firmen weniger Angebote eingegangen waren als erwartet; entsprechend höher lag das Preisniveau. „In einigen Fällen musste sogar neu ausgeschrieben werden, weil gar kein Angebot eingegangen war“, so Townsend. Das kostete. Das Sicherheitsbudget für mögliche Kosten-Überschreitungen in den noch anfallenden Gewerken wie Tischler, Bodenverlegung, Bühnenlicht, Außenanlagen usw. wird auf weitere 260 000 Euro taxiert.

3. Nachtragsmanagement. Weil sonst u.a. EU-Fördermittel ausfallen würden, ist ein fristgerechter Bauabschluss zwingend. Um ihn halten zu können, wird in der jetzigen letzten Phase die Ausführungsplanung parallel zu Bauausführung gefahren. Das könnte ebenfalls die Kosten treiben. Für Nachträge in laufenden Baugewerken werden als Puffer 310.000 Euro und für mögliche Mehrkosten bei Planungsleistungen 20.000 Euro veranschlagt.

4. Ersatzpflanzungen. Für neue Bäume im Stadtgebiet als Ersatz für die an der Marienkirche gefällten uralten Platanen werden 200.000 Euro fällig. 100 000 sind bereits bezahlt, weitere 100.000 Euro müssen noch bereitgestellt werden.

Umschichtung im Bau-Haushalt

Der Mehrbedarf für das Musikforum beläuft sich also summa summarum auf 1,99 Mio Euro. Das Geld soll aus anderen Etat-Posten umgeschichtet werden. Ú.a. aus dem für den Bau von Schulmensen – diese Mittel würden in diesem Jahr sowieso „nicht mehr abfließen“, so Michael Townsend. Sie müssten im nächsten Jahr allerdings neu veranschlagt werden.