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Stromausfall

Bochumer Klinik beklagt hohen Schaden nach Stromausfall

16.02.2016 | 17:56 Uhr
Bochumer Klinik beklagt hohen Schaden nach Stromausfall
Am Dienstagmorgen hatten die Stadtwerke die Versorgungsleitungen repariert und erneuert. Bei Erdarbeiten an der Augusta-Klinik waren sie am Montagnachmittag von einem Kernbohrer durchtrennt worden.Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Der Stromausfall im Bochumer Augusta-Krankenhaus dauerte 16 Stunden. Ein Kernbohrer hatte ein komplettes Leitungsbündel durchtrennt.

Auf 100.000 Euro schätzen die Augusta-Krankenanstalten den wirtschaftlichen Schaden durch den Stromausfall am Montag . „Unsere Patienten und Mitarbeiter sind zum Glück unversehrt geblieben. Das ist das Wichtigste“, zog Geschäftsführer Ulrich Froese am Dienstag eine erste Bilanz.

Wie berichtet, waren weite Teile der 578-Betten-Klinik am Montag vom Stromnetz abgeschnitten. Auf dem Gelände an der Bergstraße, an der Stelle der früheren Kapelle, werden derzeit die Fundamente für den Neubau eines Bettenhauses gelegt. Um 15.30 Uhr passierte es: „Ein Kernbohrer mit einem Meter Durchmesser erwischte im Erdreich den mächtigen Leitungsstrang – und das, obwohl wir das beauftragte Bauunternehmen zuvor exakt über den Verlauf der Versorgungsleitungen informiert hatten“, erklärt Ulrich Froese.

Auch Notstrom funktionierte nicht

Der Bohrer landete „einen Volltreffer“ (so der Klinik-Chef). Das komplette Bündel mit mehreren armdicken Leitungen wurde regelrecht zerfetzt. Knapp die Hälfte der Augusta-Klinik war von jetzt auf gleich ohne Strom. Bedrohlich: „Auch das Kabel für die Notstromversorgung wurde von dem Bohrer durchtrennt“, schildert Froese.

Lebenswichtige Einrichtungen, etwa die Druckluftversorgung für Beatmungspatienten, hätten unverzüglich auf Batteriebetrieb umgeschaltet, versichert die Klinik. Der OP-Trakt sei nicht betroffen gewesen. Die Intensivstation indes musste binnen Minuten geräumt und die Patienten auf die Stationen verlegt werden, die noch Strom hatten. „Unser Team hat großartige Arbeit geleistet. Alles ging ohne Hektik oder gar Panik ab. Alle Patienten wurden ausreichend versorgt und betreut“, erklärt Froese.

Sogar XXL-Generator war zu schwach

Derweil rückte das Technische Hilfswerk an: mit dem 175-Kilovoltampere-Aggregat, das noch vor einer Woche den ausgefallenen Fluchtlichtmasten beim VfL-Pokalknaller gegen die Bayern im Stadion wieder zum Leuchten gebracht hatte. Doch selbst der XXL-Generator war zu schwach, um die gesamte Klinik mit Energie zu versorgen. „Kameraden aus Castrop und Wanne haben zwei zusätzliche Geräte herbeigeschafft“, berichtet THW-Chef Bernd Springer, der 35 Einsatzkräfte koordinierte.

Am späten Abend, nach stündlichen Krisensitzungen, war das Schlimmste durchstanden: Die meisten Stationen hatten wieder „Saft“. Gestärkt von 60 angelieferten Pizzas auf Kosten des Hauses, hatten am Morgen alle Einsatzkräfte ihr Werk vollbracht. Die Leitungen waren von den Stadtwerken geflickt und erneuert. Um 7.30 Uhr war der Blackout vorbei.

Nun geht’s an die Schadensregulierung. „Die Schuld trägt eindeutig die Baufirma“, sagt Froese. „Zum Glück ist sie versichert.“

Jürgen Stahl

Kommentare
17.02.2016
15:13
Bochumer Klinik beklagt hohen Schaden nach Stromausfall
von Roflcopter0815 | #1

Wow...XXl-Generator mit unglaublichen 175 kVA ... für nen Flutlichtmast scheint das ja auskömmlich zu sein oder für s THW Grillfest.... aber ein...
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2016-02-16 17:56
Krankenhaus, Stromausfall, Bochum
Bochum