Bochumer Initiative fordert Gemeinschaftsschule
19.02.2010 | 17:08 Uhr 2010-02-19T17:08:00+0100
Bochum. Eine Bochumer Initiative fordert jetzt in einer Resolution die Abschaffung der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums. Dafür soll eine "Gemeinschaftsschule für alle" her. Das Motto der Initiative: "Länger gemeinsam lernen in Bochum."
Das dreigliedrige Schulsystem mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium muss weg, dafür muss eine neue „Gemeinschaftsschule für alle” her, ähnlich der Gesamtschule. Dieses Ziel verfolgt jetzt ein Kreis von Gewerkschaftern, Parteien, Verbänden und Privatpersonen in einer Resolution. Ihr Titel: „Länger gemeinsam lernen in Bochum.”
"Schulsystem ist marode und nicht mehr zeitgemäß"
„Wir sind fest überzeugt, dass unser Schulsystem marode und nicht mehr zeitgemäß ist”, sagte Michael Hermund, Vorsitzender des DGB Ruhr-Mark, gestern im Jahrhunderthaus. Es sei „völlig überholt”, weiterhin darauf zu setzen, die Schülerschaft in „völlig homogene Gruppen” aufzuspalten - die der jeweiligen Schularten. „Wir wollen fördern statt selektieren.” Man wolle weg vom „Stigma Hauptschule”, weg von der Undurchlässigkeit der Schulformen. Bildlich gesprochen: „Eltern wissen: Wenn sie ihr Kind einmal in die Schublade gepackt haben, dass sie da nicht wieder rauskommen.” Die Schulkarriere dürfe die soziale Position nicht schon früh festlegen. Das würde Potenzial vergeuden.
Man will eine Schule
- ohne Selektion nach der vierten Klasse
- ohne Sitzenbleiben, Abstufungen und Abschulungen
- die integriert und nicht ausgrenzt
- in der durch Förderkonzepte alle Kinder und Jugendliche, unabhängig von Elternhaus, sozialer oder kultureller Herkunft, gleiche Chancen haben. Man wolle eine Schulstruktur, „in der längeres gemeinsames Lernen für alle möglich ist”.
Hermund verweist auf aktuelle Entwicklungen in Bochum: Es gebe immer weniger Anmeldungen für Hauptschulen (3,4 %), aber immer mehr für die Gesamtschule (27 %).
Warnung vor Ideologie-Denken
Ulrich Kriegesmann, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bochum, weiß, dass die Debatte um Gemeinschaftsschulen „Ängste schürt”. Es werde an Gleichmacherei und gar Sozialismus gedacht. Man solle aber nicht ideologisch denken. Er gibt zum Beispiel zu bedenken: „Hauptschüler haben Schwierigkeiten mit dem Lernniveau, weil sie unter sich bleiben. Der Horizont bildet auch.” Die Schule dürfe keine „ideologische Aufteilung nach Schichten” sein.
Die Resolution hat auch Ulrich Wicking unterzeichnet, Leiter des Schulverwaltungsamtes.

11:50
Wenn man die Art und Weise betrachtet, wie die Verteidiger des gegliederten Schulsystems argumentieren und man dann annimmt, dass diese ein Gymnasium besucht haben, dann drängt sich einem folgender Verdacht auf: das Gymnasium befähigt scheinbar nicht alle 1. zur Höflichkeit und 2. wissenschaftlichen Erkenntnissen bloßem Ressentiment den Vorrang zu geben.
Leider ist es gerade wieder Deutschland, das verbissen wider besseres Wissen an überkommenen Strukturen (hier Standesdünkel und eine mehr als zweifelhafte Vorstellung von dem was Intelligenz ist) festhält und diese letztlich dann doch in einem sehr scherzhaften Prozess vom gnadenlosen Gang der Geschichte hinweggefegt werden.
Das Schöne an der Demokratie ist - und dies wird den hier laut gewordenen Verteidigern des gegliederten Schulsystems aus kaiserlichen Zeiten ein Dorn im ohnehin schon verblendeten Auge sein -, dass der Pöbel wenigstens ab und zu mal seinen Einfluss geltend machen kann; so wie er nun seine Kinder nicht mehr - was die Landesregierung auch immer unternimmt - an den Hauptschulen anmeldet und die Verwaltungen und letztlich auch die Politik darauf regieren müssen.
Da bleibt dem Bürgertum mit seinem Standesdünkel nur noch Geifer.
11:48
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18:22
Herr Wicking setzt sich doch so sehr ein für das NGB, d.h. Neue Gemeinschaftsschule Bochum.
12:33
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09:14
Da kannst Du mal sehen krüwalde,was der Kaiser für ein schlauer Mann war,hey Du!In welche Schule
bist Du gegangen?
22:26
#28 von normartin
Wenn Sie abgehauen sind, lassen Sie bitte auch Ihre Meinung dort!
Es wird viele Detailpunkte geben warum Ihre Heimat die Schule so organisiert. Wahrscheinlich kann man sich wegen fehlender Kinder keine Dreigliederigkeit leisten. Und das was Sie als individuelle Förderung sehen, ist vielleicht der hilflose Versuch einer hoffnungslos zurückgebliebenen Truppe doch noch etwas Bildung beizubringen.
17:30
#27
hey Oma, das mag vor 50 Jahren noch gegolten haben, aber wir leben im 21Jahrhundert und unser Schulsystem ist aus der Kaiserzeit.
15:00
Vor ca. 3 Jahren haben wir uns dazu entschlossen Bochum und Deutschland zu verlassen unter anderem wegen der schlechten Zukunftsaussichten fuer unsere Kinder. Wir wohnen nun in einem Land wo die Kinder bis zur 9 Klasse gemeinsam lernen und sich dann,nach einem weiteren Orientierungsjahr, entscheidet ob sie einen Beruf erlernen oder in Richtung Studium gehen. Sitzenbleiben oder aehnlicher Quatsch aus der Vorkriegszeit ist nicht vorgesehen, vielmehr wird jeder Schueler individuell gefoerdert.
Wir haben 4 Kinder die alle Staerken und Schwaechen haben. In Bochum waeren wir als Eltern sowohl zeitlich wie auch finanziell nicht in der Lage gewesen unsere Kinder entsprechend zu foerdern. So haetten mind. 2 Kinder das Zeug zum Abitur, wenn wir das Einkommen haetten sie zu foerdern. Eine Einheitsschule hat nichts mit Gleichmacherei zu tun, sodern mit Chancengleichheit. Wir haben hier ein sehr hohen Ausbildungsstand, und die beste Lebensqualitaet auf der Welt. Deutschland haelt an einem laengst ueberholten Schulsystem fest, und muss dringent ganz viel Geld investieren damit es z.B.in Bochum nicht bald so aussieht wie in ehemaligen Industriestaedten der USA
14:28
Das vorhandene System ist eigentlich in Ordnung,man muß die Kinder nach ihren
Fähigkeiten einstufen was ja auch in der Grundschule durch den Klassenlehrer anhand eines
Gutachtens getan wird.Er,der vier Jahre mit den Kindern viel Zeit verbracht hat kann das schon beurteilen für welche Schulform ein Kind geeignet ist.Man kann doch nicht einfach alles in einen Topf werfen!
14:06
Die Gesamtschule ist dazu da, alle Schüler gleich blöd zu halten!