Bochumer „Hacker-Club" feiert seinen zehnten Geburtstag

„Das Labor“ ist eine Community, dessen Mitglieder sich mit Technik befassen.
„Das Labor“ ist eine Community, dessen Mitglieder sich mit Technik befassen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
„Das Labor“ baut Technik um und besteht nun seit zehn Jahren. Es feierte mit vielen Vorträgen und Workshops. Zum Beispiel zur Enigma-Chiffriermaschine .

Bochum.. Vor zehn Jahren gründete sich der Hacker-Club „Das Labor“. Am vergangenen Wochenende feierte er Geburtstag. Seit der Gründung hat sich in der Technik viel verändert, doch die Ideen des Clubs sind die selben geblieben: Technik so umzubauen, dass sie dem Menschen dienlich ist.

Die Feier selbst begingen die Technik-Freunde mit zahlreichen Vorträgen und Workshops. So gab es zum Beispiel einen Vortrag zum Thema Verschlüsselungen, genauer zur Enigma-Chiffriermaschine, die damals von den Nationalsozialisten benutzt wurde. Die Enigma-Verschlüsselung wurde im Krieg von den Engländern entschlüsselt, seitdem ranken sich um die Verschlüsselungsmethode zahlreiche Mythen. „Uns geht es im Vortrag darum, mit diesen Mythen aufzuräumen. Manche entsprechen nicht unbedingt der Wahrheit“, so Dennis Kröger vom Labor.

Passwortschutz

Ein weiterer Workshop bot ebenfalls ein interessantes Thema: das des „social engineering“. „Es gibt die Methode, durch rhetorische Fragen zum Beispiel an Passwörter zu kommen“, erklärt Kröger. So führt ein Systemadministrator scheinbar einen harmlosen Smalltalk, in Wirklichkeit erfährt das Gegenüber aber sensible Informationen. Im Workshop am Wochenende ging es darum, zu vermitteln, wie eben solche Gespräche stattfinden und wie man sie erkennen kann.

In den letzten zehn Jahren hat sich im Labor einiges getan. „Wir haben mittlerweile mehr Arbeitsgruppen. Außerdem haben wir durch den Umzug viele neue Möglichkeiten bekommen“, so der 21-jährige Sozialwissenschaftler. Mittlerweile sei es möglich, andere Gerätschaften aufzustellen. Ein Netzpolitischer Abend richtet sich mittlerweile an die „zivile“ Bevölkerung und klärt über die Risiken des Internets auf. Allgemein ist das Labor mittlerweile in der Gesellschaft wesentlich besser vertreten.

Nach dem Geburtstag werden sich die einzelnen Arbeitsgruppen wieder ihren Projekten zuwenden. So werden die Arbeiten am Wetterballon, der das letzte Mal zur Sonnenfinsternis gestartet ist, weitergehen. Und natürlich hoffen die Technik-Verrückten auch auf weiteren Zuwachs und neue Gruppen und Projekte.