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Bochumer Gemeinde kämpft für Eigenständigkeit

05.09.2010 | 16:05 Uhr
Bochumer Gemeinde kämpft für Eigenständigkeit
Mehr als 70 Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde Vierzehnheiligen in Bochum-Weitmar-Bärendorf protestierten mit einer Gebetsstunde gegen die Schließung und den Abriss ihrer Kirche. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool

Bochum.Die Gemeinde Vierzehnheiligen in Bochum-Weitmar-Bärendorf wurde aus der eigenen Kirche ausgesperrt und kämpft weiter um ihre Eigenständigkeit. Nun soll das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen über den Fortbestand der Gemeinde entscheiden.

Kirche und Pfarrheim sind verschlossen, die Gläubigen wurden endgültig ausgesperrt – nur die Glocke funktioniert noch. Doch aufgeben wollen sie nicht, die Mitglieder der Gemeinde Vierzehnheiligen in Weitmar-Bärendorf. Sie protestierten am Sonntag mit einer Gebetsstunde auf dem Vorplatz der Kirche für den Erhalt ihres Gotteshauses.

Geht es nach dem Willen des Bistums Essen, wird auch das in Zukunft nicht mehr möglich sein, es plant den Abriss der Kirche und den Neubau eines integrativen Wohnprojektes. Schon jetzt dürfen hier keine Wortgottesdienste mehr abgehalten werden, Vierzehnheiligen wurde zur „weiteren Kirche“ erklärt, für die keine finanziellen Mittel des Bistums vorgesehen sind.

Das Bauvorhaben
Integratives Wohnprojekt

Die Pfarrei St. Franziskus plant, auf dem Gelände der ehemaligen katholischen Kirchengemeinde Vierzehnheiligen ein integratives Wohnprojekt zu verwirklichen, in dem behinderte Menschen leben und betreut werden. Das teilt Michael Hildenbrand, Verwaltungsleiter der Pfarrei, mit. Es seien weiterhin barrierefreie Wohnungen für ältere und alte Menschen geplant. Es sei auch daran gedacht, einen Mittagstisch zu etablieren, der auch von den in der Nachbarschaft wohnenden Senioren genutzt werden kann. Darüber hinaus soll dort ein Treffpunkt für junge Familien entstehen, „um so in der ehemaligen Pfarrei Vierzehnheiligen weiterhin ein lebendiges, soziales Leben zu ermöglichen“.

Der kirchliche Investor (Franz Sales Haus) wird dem Kirchenvorstand der Pfarrei St. Franziskus das Ergebnis der Planungen am 29. September vorstellen. Der Kirchenvorstand von St. Franziskus begrüße diese Entwicklung.

Ob das Kirchengebäude zu einem späteren Zeitpunkt auch profaniert (als Kirche entwidmen, d.Red.) werde, hänge von der weiteren Planung des integrativen Wohnprojektes ab.

Doch auf die seien sie auch gar nicht angewiesen, sagt Kirchenvorstand Gerd-Peter Buyken. Die 1957 geweihte Kirche sei in einem guten Zustand, was nicht zuletzt der „extrem eigenständigen und engagierten Gemeinde“ zu verdanken sei. Er hat Tränen in den Augen wenn er daran denkt, dass die Kirche, die von vielen noch heute aktiven Mitgliedern „mit ihrer Hände Arbeit“ aufgebaut wurde, abgerissen werden soll.

Gericht soll über Fortbestand entscheiden

Gerd-Bernd Mohr, Buykens Stellvertreter, empfindet das Verhalten des Bistums „skandalös“, es nehme „auf Recht und Gesetz keine Rücksicht“. Den Gläubigen werde ein „Grundrecht“ auf freie Religionsausübung verwehrt. Mit dem Austausch der Schlösser habe man sie gewaltsam aus der Kirche vertrieben, das habe es im freien Deutschland noch nicht gegeben.

Bereits 2006 fiel Vierzehnheiligen der Pfarrgemeinde St. Franziskus zu, mitsamt 200.000 Euro, die der Gründungspfarrer zweckgebunden der Kirche vermacht hatte. Zunächst ließ man die Gläubigen um Pfarrer Raimund Bröske auch gewähren. Erst als dieser Ende Juli nach einer Messe noch in der Kirchenbank verstarb, eskalierte der Streit. Nun soll das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen über den Fortbestand von Vierzehnheiligen entscheiden.

Die Pfarrei St. Franziskus plant, auf dem Gelände der ehemaligen katholischen Kirchengemeinde Vierzehnheiligen ein integratives Wohnprojekt zu verwirklichen, in dem behinderte Menschen leben und betreut werden. Das teilt Michael Hildenbrand, Verwaltungsleiter der Pfarrei, mit. Es seien weiterhin barrierefreie Wohnungen für ältere und alte Menschen geplant. Es sei auch daran gedacht, einen Mittagstisch zu etablieren, der auch von den in der Nachbarschaft wohnenden Senioren genutzt werden kann. Darüber hinaus soll dort ein Treffpunkt für junge Familien entstehen, „um so in der ehemaligen Pfarrei Vierzehnheiligen weiterhin ein lebendiges, soziales Leben zu ermöglichen“.

Ende September werden dem Kirchenvorstand die Pläne vorgestellt

Der kirchliche Investor (Franz Sales Haus) wird dem Kirchenvorstand der Pfarrei St. Franziskus das Ergebnis der Planungen am 29. September vorstellen. Der Kirchenvorstand von St. Franziskus begrüße diese Entwicklung.

Ob das Kirchengebäude zu einem späteren Zeitpunkt auch profaniert (als Kirche entwidmen, d.Red.) werde, hänge von der weiteren Planung des integrativen Wohnprojektes ab.

Andreas Bartel

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Kommentare
07.09.2010
21:36
Bochumer Gemeinde kämpft für Eigenständigkeit
von neueWege | #2

Ich selbst komme aus St. Albertus Magnus, kann also mitreden. Das nur vorweg!
Was ich hier über 14 Heiligen lesen muss, finde ich wirklich unerträglich. Da spielen sich ein paar wenige als Retter der Kirche auf. Instrumentalisieren Ihre Mitchristen, und machen sie, jeden einzelnen zum Kläger gegen den Bischof. Ich wage zu behaupten, dass dieses denen, die eine Unterschrift auf ein Stück Papier gesetzt haben, gar nicht klar war oder ist!
Die Handvoll Handelenden sind sich völlig darüber im Klaren, dass Sie überhaupt keine Chance habe! Und trotzdem verfolgen Sie Ihren Weg. Ob aus lauter Boshaftigkeit oder zur Befriedigung ihrer Profilneurose will ich mal dahin gestellt lassen! Auch behaupten Sie, man würde mit Ihnen nicht reden! Eine klare Lüge! Soviel zum Gebot Nr. 8 „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider (gegen) deinen Nächsten.“
Auch sind die Begrifflichkeiten völlig falsch! Einen Kirchenvorstand gibt es in 14 Heiligen nicht mehr! Dieses ist höchst Kirchenrechtlich entschieden! Die letzte mögliche Instanz hat man vorsorglich gar nicht erst beschritten! Jetzt wird das Verwaltungsgericht bemüht. Wohlweißlich, dass dort die Mühlen SEHR langsam mahlen! Ein neuer Schachzug! Die Klage ist meines Wissen noch nicht mal angenommen! Ob sie es je wird, wage ich zu bezweifeln! Und was kommt dann?
Was ich aber wirklich unerträglich finde, ist die Tatsache, dass den Gläubigen einen Würdevollen Abschied verweigert wird. Gläubige die sich bewusst neu orientiert haben, werden als Verräter beschimpft! Jugendliche die sich eine neue Bleibe gesucht haben, kommen nicht mehr an Ihr Eigentum dran! Wohl aber jetzt, da die Schlösser endlich gewechselt worden sind!
Hier ist von Religionsfreiheit die Rede! Die wird den Christen, die dort ‚festgehalten‘ werden, aber verwehrt! Allen sollte klar sein, das in 14 Heiligen nie wieder ein Katholischer Priester Eucharistie feiern wird! Oder wollen die paar Handelnden jetzt ihre eigene Glaubensgemeinschafft gründen! Sie können ja mal bei Pius-Bruderschaft nachfragen. Vielleicht haben die ja Interesse!
Ich kann nur an alle Appellieren. Machen Sie den schmerzlichen Schritt, nehmen Sie Abschied! Das tut einmal weh! Wirklich weh! Ich weiß wovon ich rede! Aber danach ist das Herz frei für neue Freunde und für neue Freude. Ich kann für mich sagen, dass ich jetzt wieder Eucharistie FEIERN kann!

07.09.2010
14:26
Bochumer Gemeinde kämpft für Eigenständigkeit
von turbogeli | #1

sind katholiken nicht dem bischof zum gehorsam verpflichtet? was soll das gezetere, man kann in st. franziskus oder in st. meinophus genau so gut beten!!!!

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