Bochumer Galerie m zeigt Kunst mit Tiefenwirkung

Galerieassistentin Katharina Zimmermann vor zwei Werke des Künstlers Richard Serra.
Galerieassistentin Katharina Zimmermann vor zwei Werke des Künstlers Richard Serra.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Sehenswerte Doppelausstellung mit Druckgrafik von Richard Serra und Fotografien von Evelyn Hofer.

Bochum.. Entdeckungen lassen sich in der Galerie m immer machen; diesmal lohnt der Weg nach Weitmar aber besonders. Zu sehen sind zwei künstlerische Positionen, wie sie unterschiedlicher – und zwingender – nicht sein könnten: Druckgrafik von Richard Serra und Fotografien von Evelyn Hofer. Die ästhetische Tiefenwirkung ist es, die beide Künstler auszeichnet. Und den Betrachter staunen macht.

Mit Richard Serra (*1939) arbeitet die Galerie seit den 1970er Jahren zusammen; der international erfolgreiche US-Künstler ist wegen seiner Stahlskulpturen („Terminal“) ein Begriff, weniger bekannt ist, dass er auch ein Grafiker von hohen Graden ist. Tatsächlich stellt gerade die Druckgrafik einen autonomen Werkkomplex innerhalb von Serras Oeuvre dar, mit der er eigene Ausdruckformen entwickelt hat.

Eine besondere Nähe zulassen

Auf ganz anderem Feld war Evelyn Hofer (1922-2009) unterwegs. Von ihr sind frühe Farbfotografien zu sehen, Aufnahmen, die im Zusammenhang mit ihren berühmt gewordenen Fotobüchern über New York, Washington und Dublin in den 1950er/60er Jahren entstanden. Hofer, deren Arbeiten von der Kunstgeschichte erst in den letzten Jahren wiederentdeckt wurden, beschäftigte sich früh mit den Möglichkeiten der Farbfotografie als künstlerisches Medium. Ab dem späten 1940ern erlebte sie in New York den Aufschwung der Farbfotografie unmittelbar. Neben ihren Sujets (Bildthemen) ist es gerade die Besonderheit dieser fotografische Technik, die ins Auge sticht.

Für ihre Fotobuchprojekte beschäftigte sich Hofer bevorzugt mit Städten und Ländern. Ihr intensives Interesse für das kulturelle und gesellschaftliche Gefüge bestimmter Orte spiegelte sich in ihrer Arbeitsweise. Teils lebte sie monatelang in den Städten, die sie fotografierte; genau das sieht man ihren Bildern an: Sie porträtiert Straßenszenen, Gebäude und immer wieder Menschen nicht aus der Distanz, sondern aus dem Direkt-Kontakt heraus.

Dabei gelang es Evelyn Hofer nicht nur, das Vertrauen der Menschen vor Ort zu gewinnen und so Fotografien zu schaffen, in denen die Porträtierten eine besondere Nähe zulassen. Ebenso gelangen der Fotografin durch penible Studien des Lichts, des alltäglichen Lebens und der Details von Architektur atmosphärisch dichte Tableaus, die auf den Betrachter sehr suggestiv wirken.Und denen auf geheimnisvolle Art ein magischer Realismus innewohnt.