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Bochumer wurde fälschlicherweise für tot erklärt

05.03.2016 | 06:00 Uhr
Bochumer wurde fälschlicherweise für tot erklärt
„Hallo, ich lebe noch!“ Adolf Buttler wurde irrtümlicherweise für tot erklärt. Hündin Bambi freut sich, dass Herrchen wohlauf ist.Foto: Ingo Otto

Bochum.   Die Bochumerin Edeltraut Buttler erhielt ein Schreiben, in dem ihr Mann für tot erklärt wurde. Der stand nur wenige Meter neben ihr – wohlauf.

„Sie sprechen mit einem Toten!“ So begann einer der wohl ungewöhnlichsten Anrufe, den die Redaktion je entgegen genommen hat. Gesprochen hat die Worte Adolf Buttler, der laut einem offiziellen Schreiben der Stadt Düsseldorf wenige Tage vor Weihnachten in der Landeshauptstadt gestorben sein soll.

Als Ehefrau Edeltraut den Brief öffnete und die ersten Zeilen des Beileids las, traute sie ihren Augen nicht. „Ich war geschockt“, sagt die herzkranke Frau. Zum Glück stand Gatte Adolf zu diesem Zeitpunkt nur wenige Meter von ihr entfernt. „Das hätte auch anders laufen können“, sagt der 76-Jährige, „planmäßig wäre ich zu der Zeit zur Kur gewesen.“ Er möchte sich gar nicht ausmalen, wie groß der Schrecken für seine Frau in dem Fall gewesen wäre. „Sie hätte es wahrscheinlich im ersten Moment geglaubt“, vermutet Buttler.

„Das ist makaber“

„Das ist einfach makaber und darf nicht passieren“, sagt der Rentner, der 35 Jahre lang als Kontrolleur bei Opel gearbeitet hat. „Ich bin nicht mehr der Jüngste und irgendwann ist auch mal Schluss. Aber ich habe noch so viele Lebensfreude in mir, da möchte ich nicht durch so ein Schreiben an den Tod erinnert werden.“

Der Irrtum entstand vermutlich durch eine Verwechslung. Das Standesamt Bochum muss falsche Daten nach Düsseldorf gegeben haben. Buttler selbst geht davon aus, dass ein Namensvetter von ihm gestorben sei. Als er bei der Verfasserin des falschen Totenbriefs anrief, habe diese ihn nach seinem Geburtsdatum gefragt und daraufhin den Irrtum eingeräumt. „Das war es aber auch. Kein Wort der Entschuldigung“, ärgert sich Buttler. Diese erhielt er dann in einem von dieser Redaktion vermittelten Telefongespräch mit Stadtsprecher Thomas Sprenger. „Warum genau es zu diesem Vorfall gekommen ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, erklärte Sprenger. „Vermutlich lag es an einer unklaren Informationslage. Leider können solche Fehler nicht gänzlich ausgeschlossen werden.“ Die Stadt sei dabei, weiter nach den Ursachen zu forschen.

Schreiben birgt weitere Brisanz

Das Schreiben der Stadt Düsseldorf birgt noch weitere Brisanz: Da sich kein Hinterbliebener um die Beisetzung des Verstorbenen gekümmert hätte, sei eine Einäscherung veranlasst worden. Die Kosten in Höhe von 700 Euro solle die hinterbliebene Ehefrau Edeltraut Buttler übernehmen. Sollte sie sich zudem nicht um die Bestattung kümmern, werden in dem Schreiben weitere Kosten von 1 600 Euro angedroht. Darüber hinaus hätte sie noch mit einer Geldbuße von bis zu 3 000 Euro zu rechnen. „Da würde ich Trauer tragen und müsste mich auch noch damit herumplagen“, ärgert sich die vermeintliche Witwe.

Nicolas Westerholt

Kommentare
05.03.2016
17:37
Bochumer wurde fälschlicherweise für tot erklärt
von secu351 | #3

Hallo hotteaw,

man schreibt "öffnen" groß in diesem Fall!
Hast sicher versehentlich vergessen, eine Taste zu drücken
und schon wird der Beitrag...
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Bochumer wurde fälschlicherweise für tot erklärt
Bochumer wurde fälschlicherweise für tot erklärt
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http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bochumer-fuer-tot-erklaert-frau-erhaelt-schreckensnachricht-id11622746.html
2016-03-05 06:00
Bochum, Verwaltung, Fehler, Schock, Verwechslung
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