Bochumer Fritz-Wortelmann-Preis will sich öffnen

Wettstreit  um den Fritz-Wortelmann-Preis, hier das Ammergauer Figurenspiel mit „Don Quichote“.
Wettstreit um den Fritz-Wortelmann-Preis, hier das Ammergauer Figurenspiel mit „Don Quichote“.
Foto: Karl Gatzmanga
Der Wettstreit der Puppen- und Figurenbühnen soll zukünftig neben Amateuren auch jungen Profis der Szene eine Plattform geben. Rat muss entscheiden.

Bochum.. Bochum vergibt zwei Kulturpreise, den sparten-übergreifenden Peter-Weiss-Preis und den Fritz-Wortelmann-Preis für Figurentheater. Gerade mit dem Bekanntheitsgrad des „Fritz“ hapert es allerdings. Zwar wird der Preis seit 1959 ausgelobt, aber eine Aufmerksamkeit über die engere Szene hinaus hat er in 55 Jahren nicht wirklich gezeitigt. Das soll sich nun ändern.

„Ziel des Wortelmann-Wettbewerbs ist die Würdigung der speziellen Theaterform des Puppenspiels und die Verbreitung des Figurentheaters unter den Amateuren“, sagt die Leiterin des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst (dfp), Annette Dabs. Von ihr stammt die Idee, den Wortelmann-Preis über diese angestammte Zielgruppe hinaus zu erweitern. Und in Zukunft auch junge Profi-Figurenspieler zuzulassen.

Nachwuchs- und Talentförderung

Alle zwei Jahre veranstaltet, richtete sich der Wettbewerb bislang abwechselnd an Schüler- bzw. Jugendtheatergruppen oder an erwachsene Laienspieler. „Daraus ergab sich für die Teilnehmer eine Wartezeit von vier Jahren bis zum nächsten Wettbewerb“, so Dabs. Auch das sei ein Grund, warum der Preis kaum Außenwirkung entfalte. „Es macht Sinn, wenn auch der professionelle Nachwuchs im Figurentheater Aufmerksamkeit erhalten würde“, so die Geschäftsführerin. Das würde für mehr Strahlkraft sorgen. Auf dass der „Fritz“ zu einer kreativen Plattform der Nachwuchs- und Talentförderung werde – und zwar mit Potenzial, denn es gibt in ganz Deutschland keinerlei Figurentheater-Wettbewerbe.

Um das Ziel zu erreichen, bedarf es einer Änderung in den Wettbewerbsbestimmungen, wonach bislang die Studierenden der Puppenspielkunst von einer Teilnahme ausgeschlossen sind. „Natürlich darf es nicht zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen. Den Amateuren dürfen keine Nachteile entstehen. Sie sollten, im Gegenteil, von einer Aufwertung des Wettbewerbs mit profitieren“, erläutert Annette Dabs. Sie hat ein Konzept geschrieben, das den „Fritz“ zukünftig als großes, neues „Event für Bochum“ vorsieht.

Nächster Wettbewerb im November

Die Veränderung brächte keine finanziellen zusätzlichen Belastungen für die Stadt mit sich, betont Dabs, vielmehr böten sich mit einer Ausweitung neue Möglichkeiten für Förderanträge. Bund und Land hätten bereits Interesse an der Unterstützung des neuen Konzeptes bekundet. Laut Dabs sind alle organisatorischen Weichen gestellt, um ein verändertes Konzept bereits beim nächsten Wortelmann-Preis im November diesen Jahres umsetzen zu können.

Vorausgesetzt, der Rat stimmt im Juli der Änderung der Teilnahmebedingungen des traditionsreichen städtischen Kulturpreises zu.