Bochumer Familie bleibt Nachzahlung von 5000 Euro erspart

KINA - Was sich hinter den Buchstaben EEG versteckt
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Was wir bereits wissen
Erster Erfolg für Familie A.: Der Stromlieferant „immergrün“ hat sein Mahnverfahren vorerst gestoppt. Darin hatte er eine Nachzahlung in Höhe von 5000 Euro gefordert - eine ungewöhnlich hohe Summe. Jetzt bietet der Stromversorger seine Hilfe bei der Ursachenforschung an.

Bochum.. Wie berichtet, sollen Thomas A. (37)* und Frau Nadine (34) 4924,95 Euro an „immergrün“ überweisen. Vor ihrem Umzug im Herbst 2013 nach Langendreer hatte das Ehepaar mit seinen drei Kindern ein Einfamilienhaus in Holzwickede angemietet.

Zwischen November 2012 und September 2013 sollen sie dort 30.595 kWh Strom verbraucht haben. Das weist die Schlussabrechnung von „immergrün“ auf. Zwar wird das Haus mit Nachtstrom beheizt. Ein derartiger Verbrauch (er entspricht laut Stadtwerken einem Gewerbebetrieb) sei gleichwohl unrealistisch, wehrt sich die Familie gegen die Zahlungsaufforderung.

Ökostromversorger zeigt schließlich Entgegenkommen

Anfangs zeigte der zur Amado AG gehörende Ökostromversorger keinerlei Entgegenkommen. Schon kurz nach der Schlussabrechnung traf die erste Mahnung ein. Nach dem WAZ-Bericht zeigt sich „immergrün“ versöhnlicher.

„Der Verbrauch ist in der Tat untypisch hoch für ein Einfamilienhaus“, erklärt Firmensprecher Martin Weber. Es bestehe Klärungsbedarf. Bis dahin werde „selbstverständlich ein Mahnstopp verfügt“. Heißt: Familie A. muss die knapp 5000 Euro zunächst nicht berappen.

Möglicherweise ein defekter Stromzähler

Eine Untersuchung von „immergrün“ und des örtlichen Netzbetreibers Westnetz in der vergangenen Woche ergab: Die Stromabrechnung für das Einfamilienhaus ist auf Grundlage der angegebenen Zählerstände korrekt.

„Möglich wäre allenfalls, dass uns bei Versorgungsbeginn ein falscher Anfangszählerstand oder bei Auszug aus dem Haus ein falscher Schlusszählerstand gemeldet wurde“, sagt Martin Weber.

Familie A. bemüht sich derzeit, vom damaligen Vermieter die Zahlen zu erhalten. Dazu haben die Langendreerer einen Anwalt eingeschaltet. Bringt der Zählerabgleich keine Klärung, „verbleibt schließlich der außergewöhnlich seltene Fall eines defekten Stromzählers“, erklärt „immergrün“.

Unstrittig ist: Die Schlussrechnung ist um knapp 800 Euro reduziert worden. Der Kölner Stromversorger hatte einen „Neukunden-Bonus“, den Thomas A. bei Vertragsabschluss zugesichert worden war, nicht berücksichtigt. Das wurde nunmehr nachgeholt.

*Name der Redaktion bekannt