Bochumer Chiropraktiker half in Nicaragua
17.02.2010 | 11:00 Uhr 2010-02-17T11:00:00+0100
Bochum. Hanno A. Bischoff hat sich an einer internationalen Gesundheitsaktion beteiligt: 3500 Patienten in einer Woche.
Acht Tage Arbeit im Akkord. 30 Grad Außentemperatur, 3 500 Patienten. Das Behandlungszimmer eine große Halle, die Krankengeschichten komplett verschieden. „Es war ein Aufenthalt in einer völlig anderen Welt.” Das sagt der Bochumer Chiro- und Heilpraktiker Hanno A. Bischoff über seinen Einsatz in Nicaragua. Das Land im Mittelamerika gehört zu den ärmsten Ländern überhaupt. „Fast jeder Zweite lebt von unter zwei Dollar im Monat”, sagt Bischoff. Um der Bevölkerung zu helfen, war er nicht alleine vor Ort. Er wurde von elf weiteren Chiropraktikern begleitet, die alle einem Aufruf der amerikanischen Stiftung Kale Global Headquarters gefolgt waren. Bei dieser Stiftung hatte Bischoff seine Ausbildung gemacht, der Kontakt ist seitdem nie abgerissen. „Die Stiftung organisiert regelmäßig Gesundheitsaktionen in armen Ländern”, sagt Bischoff.
Gemeinsam mit einem weiteren deutschen Kollegen und mit Chiropraktikern aus anderen Ländern war der Bochumer im Januar in verschiedenen Städten Nicaraguas im Einsatz. „Der Andrang war riesengroß”, sagt der 55-Jährige. Viele Einheimische hätten sehr viel Hoffnung in den Besuch des Gesundheitsteams gesteckt. „Über das Fernsehen sind wir angekündigt worden. Entsprechend lang waren die Schlangen vor den Hallen und Krankenhäusern, in denen wir praktiziert haben.” Viele Patienten seien mit Krankheiten aufgetaucht, bei denen die Schulmedizin nicht weitergekommen sei. Zwar habe in Nicaragua jeder die Möglichkeit, sich versorgen zu lassen, „aber wer Geld hat, lässt das lieber im Ausland machen”, so Bischoff. Die Beschwerden reichten vom Hautausschlag über Sehstörungen bis zu Gelenkschmerzen. „Ein Mädchen kam im Rollstuhl zu uns und konnte nach einer Woche zum ersten Mal in seinem Leben mit Hilfe laufen”, sagt Hanno A. Bischoff. Er sagt das möglichst sachlich, denn er möchte nicht als Wunderdoktor gelten. „Wir haben einen anderen Ansatz als die Schulmedizin, wir betrachten den Körper ganzheitlich.”
In Nicaragua hat das Team mit den Krankenhäusern zusammengearbeitet, „die haben uns nicht als Konkurrenz betrachtet, sondern uns unterstützt”. Selbst unter den Patienten seien Ärzte und Pflegepersonal gewesen.
Vom Land habe er sehr wenig mitbekommen, sagt Bischoff. Fast alles habe sich in der Gruppe abgespielt, auch aus Sicherheitsgründen. „Das Ich hat komplett zurückgestanden. Es war eine sehr kraftvolle Erfahrung.” Der Bochumer kann sich vorstellen, weitere Arbeitseinsätze dieser Art mitzumachen. Auch wenn er dafür, so wie dieses Mal, seine Praxis in der Bochumer Innenstadt in dieser Zeit schließen muss. „Ich möchte gerne etwas zurückgeben.”
Sicherlich sei die Hilfe in Nicaragua nur kurz gewesen, aber schon im Sommer will ein weiteres Team dorthin zurückkehren.

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