Bochumer Bio-Lehrer Florian Schaller ist Lehrer des Jahres

Florian Schaller in Aktion. An der Schiller-Schule unterrichtet er Biologie und Chemie. Hier ist es ein Biologie-Grundkurs der zwölften Klasse (Q2).
Florian Schaller in Aktion. An der Schiller-Schule unterrichtet er Biologie und Chemie. Hier ist es ein Biologie-Grundkurs der zwölften Klasse (Q2).
Foto: Ingo Otto
  • Bio-Lehrerin Laura Wirbals hat Florain Schaller vorgeschlagen, eine Jury hat ihn gewählt
  • Er möchte die Schüler mit seiner Begeisterung für die Fächer Biologie und Chemie begeistern
  • Der 48-Jährige kommt aus einer „Lehrer“-Familie und ist seit 2007 Lehrer am Schiller-Gymnasium

Bochum.. Florian Schaller hat sich spät entschlossen, Lehrer zu werden. Der heute 48-jährige ist erst seit 2007 Lehrer am Schiller-Gymnasium. Ein später Einstieg verhindert aber keine Auszeichnung. Florian Schaller, Doktor der Chemie, ist Lehrer des Jahres 2016 für ein naturwissenschaftliches Fach. Der Oberstudienrat mit den Fächern Chemie und Biologie erhielt dafür den Klaus-von-Klitzing-Preis, mit dem seit zwölf Jahren Lehrer der so genannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – für besonderes Engagement ausgezeichnet werden.

Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. 10.000 Euro müssen zweckgebunden verwendet werden, 5000 Euro stehen zur freien Verfügung. Der etwas steife Rahmen, in dem die Auszeichnung in Oldenburg mit vielen Honoratioren und dem Namensgeber des Preises, dem Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing stattfand, ist seine Sache nicht. Er ist ein Mann der Praxis. Er lässt seine Schüler prüfen, ob Pferdefleisch im Döner ist oder welcher Fisch im Fischstäbchen. „Er löst schülergerecht das Theorie-Praxis-Problem“, sagt Schallers Chef Hans-Georg Rinke, der Leiter des Schiller-Gymnasiums. „Er ist für unsere Schule Gold wert.“

Kollegin hat Bochumer Lehrer für Preis vorgeschlagen

Schallers Fach-Kollegin Laura Wirbals, sie hat ihn für den Preis vorgeschlagen, verdichtet das Lob noch etwas: „Er ist ein Supertyp, ein netter Kollege und ein guter Lehrer.“ Das wiederum bestätigen die, die mit ihm im täglichen Schulleben ebenso auskommen müssen: die Schüler. Sam (17), der bei Schaller im Biologie-Grundkurs sitzt, sagt munter: „Was ihn auszeichnet, sind sein Fachwissen und sein Humor. Er macht nicht so einen stocksteifen Unterricht.“

Schaller selber formuliert das etwas anders. Er möchte die Schüler mit seiner Begeisterung für die Fächer Biologie und Chemie begeistern. „Sie sollen merken, dass ich diese Fächer gerne unterrichte.“ Weil das so ist, bietet er besondere Projekte an, die über den normalen Unterricht hinausgehen: Ferienpraktika und Schiller-Labor. Das trug mit dazu bei, dass die Jury den gebürtigen Bochumer auswählte.

Bio-Lehrer war Inspiration für Florian Schaller

Er kommt aus einer „Lehrer“-Familie. Der bereits verstorbene Vater war Pädagogikprofessor, die Mutter ist Ärztin. Sein Bruder ist Bio-Professor an der Uni in Stuttgart, seine zwei Schwestern sind Lehrerinnen, ein weiterer Bruder Ingenieur bei Bosch. Seine Frau, mit der er vier Kinder hat (21, 20, 14, 13) ist Grundschullehrerin.

1988 machte er das Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium. „Mein Biologie-Lehrer Georg Göke hat mich wahrscheinlich schon auf den Weg gebracht, Lehrer zu werden.“ Nach dem Zivildienst an der Bochumer Musikschule studierte er an der Ruhr-Uni. Nun ist er Lehrer des Jahres. Nur eine Feier hat es noch nicht gegeben. „Meine Kinder haben gesagt, dass müsse man auf jeden Fall noch feiern. Da haben sie recht. Lehrer des Jahres wird man nur einmal im Leben.“

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