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Konzerte und Clubs - Eine halbe Million Besucher feiert bei Bochum Total 2012

08.07.2012 | 11:01 Uhr
Ob Bei Konzerten oder in den Clubs: Bei Bochum Total wird gefeiert. 500.000 Besuche rkamen bisher zu den drei Tagen.Foto: Matthias Schumacher/WAZ FotoPool

Bochum.  Der Morgen ist zum Feiern da: Wenn auf den großen Bühnen von Bochum Total der Schlussakkord verklungen ist, stürzen sich viele ins Nachtleben rund um das Bermudadreieck. Laut Polizei kamen bisher 500.000 Besucher zum Festival, wovon auch Gastronomen und Diskotheken im Offstage-Programm profitieren.

Wofür steht Bochum Total? Zuvorderst natürlich für Musik. Zugleich aber auch für Vielfalt, Kleinkunst und Party. Diese Kombination hat 2012 bereits wieder 500.000 Besucher, so die Schätzungen der Polizei, zur 27. Auflage in die Innenstadt gelockt. Wie am Freitag sollen es auch am Samstag 200.000 Menschen (zum Auftakt kam knapp die Hälfte) gewesen sein, die sich rund um das Bermudadreieck und am Südring voreinander herschoben. Tummelten sich die Massen am zweiten Festivaltag noch mehr vor den Bühnen, so verteilten sich die Leute tags darauf mehr in der Fläche. "Ein weiterer super Tag! Angesichts der Wetterprognosen für alle vier Tage konnte man damit ja nicht unbedingt rechnen", so Festivalsprecher Björn Büttner.  >>> Auch zum Finale am Sonntag berichten wir ab 17 Uhr im Liveticker.

Wie auch immer: Zum alljährlichen Straßenfest ist Bochum total voll. Mal abgesehen von den Anwohnern, die sich sich traditionell und verständlicherweise über Uringeruch und Krach vor ihrer Haustür beschweren,  profitieren viele davon. Die Händler mit ihren Ständen etwa. "Ich habe bei denen nur in strahlende Gesichter geguckt", so Büttner. Auch die Innenstadt-Gastronomen seien zufrieden, freie Plätze in den Kneipen sind bereits tagsüber rar gesät, wobei dort weitere Konzerte zusätzliche Anziehungspunkte darstellen. Von den vielen Besuchern profitiert somit beinahe das gesamte Bermudadreieck bei Bochum Total - und umgekehrt. "An der Stelle werden wir nicht klären können, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war", sagt der Festivalsprecher.

Einsätze
Polizei und Rettungsdienst gefordert

Auch der Samstag bei Bochum Total verlief laut Feuerwehr ohne nennenswerte Zwischenfälle. Der Sanitätsdienst musste 26 Mal Hilfe leisten, 12 Personen wurden zur Weiterbehandlung in Krankenhäuser transportiert. Die Ursachen waren wie an den vergangenen Tagen überwiegend Kreislaufprobleme und zu hoher Alkoholkonsum.

Die Polizei protokollierte laut Leitstelle bis Sonntagmorgen, 2.30 Uhr, 51 Einsätze, und war mehr als am Tag zuvor gefordert. Es habe sechs Schlägereien, 26 Platzverweise, acht Ingewahrsamnahmen und 22 Drogendelikte gegeben.

Der wiederum meint außerdem, dass das sogenannte Offstage-Programm noch nicht von allen genug gewürdigt würde. Michael Blatt vom Stadtmagazin Coolibri und Andreas Kellner von der Rotunde sind damit logischerweise nicht gemeint. Das Duo hat im ehemaligen Katholikentagsbahnhof neben dem Riff erstmals gemeinsam ein Bühnenprogramm mit neun Bands auf die Beine gestellt, "das funktioniert und angenommen wird", so Kellner nach drei störungsfreien Tagen. Der Geschäftsführer der Projektgesellschaft Alter Bochumer Hauptbahnhof sieht in Sachen Infrastruktur zwar noch Verbesserungspotenzial für die Zukunft, doch habe man sich bei der dritten Bochum-Total-Runde in der Rotunde im Vergleich zu den Vorjahren weiter verbessert.

Nach dem Konzert ist vor der Party

Anhand der Rotunde lässt sich die Kombination von Livemusik und Partyprogramm am einfachsten schildern. Sobald am Südring der Strom auf den Bühnen abgestellt ist, können Musikfans ins untere Bermudadreieck pilgern. Dort warteten auf sie in diesem Jahr Bands wie City Light Thief, Adolar, Danja Atari und Vierkanttretlager, am letzten Festivaltag spielen noch Les Frères Smith sowie Tim & Toto. "Wir wollten ein bisschen was Anderes machen und haben unsere Nische im Spätprogramm gefunden", sagen Kellner und Blatt.

Video
Max Richard Leßmann, Sänger der Band Vierkanttretlager im Blitzinterview.

Der Zuschauerzulauf bestätige dies. Der Bühnenraum war etwa beim Club-Konzert von Vierkanttretlager mit Schifferklavier und tanzbarem Deutsch-Pop brechend voll, 300 Leute segelten auf einer Woge der Begeisterung. Auch am Donnerstag lockten die lokalen Formationen Zero Attention, Klubgrün und Unprepared vor allem junge Neugierige an, was sich tags darauf wiederholte. "Der Verlauf war dabei typisch: Um 21.50 Uhr war noch nichts los, um 22.15 Uhr war der Laden voll", blickt Blatt voller Freude auf den Auftritt von Adolar zurück. Und Kellner garantiert, auch 2013 zu Bochum Total wieder Bands in der Rotunde zu präsentieren.

Fans bei Bochum Total

Wobei das nur ein Teil des Festival-Programms darstellt. Hier, in dem Denkmal geschützten Gebäude, in dem sonst keine regelmäßigen Veranstaltungen (gelegentlich gibt es Lesungen und Disco) stattfinden, geht nach den Konzerten die Party ab. Was die Erbauer des früheren Hauptbahnhof-Provisoriums oder auch die Veranstalter des zweiten Katholikentags im August 1949 nicht ahnen konnten. In drei Räumen können heute Tanzwütige zu unterschiedlichen Musikstilen abzappeln. Müßig zu erwähnen, dass dies vielfach bis zum Morgengrauen geschieht. Auch dann steht die Luft, der Schweiß rinnt. Aber zu Bochum Total gehören nun mal auch körperliche Partyauswirkungen, das akzeptieren auch die Katholiken.

Steffen Gerber



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