Festival
Klofrau Kati sorgt für Sauberkeit
05.07.2009 | 18:49 Uhr 2009-07-05T18:49:00+0200Kati ist Klofrau aus Überzeugung. Bei "Bochum Total" war sie schon zum dritten Mal - hier sind die Kunden nett.
Drei Kabinen für die Dame, fünf Pissoirs für den Herrn: Kati mag ihren Job als Toilettenfrau - obwohl sie schon über 70 ist. Viele ihrer Kunden können das nicht verstehen. "Aber ich bin Rentnerin, und so komme ich wenigstens mal unter Menschen", sagt die gebürtige Ungarin und lächelt zufrieden.
Die Klofrau ist an allem schuld
Und mit dem Kontakt klappt's ganz gut: Oft verwickelt die offene, gebildete Dame ihre Kunden in kleine Gespräche über Gott und die Welt. Wenn die Kundschaft vor dem weißen Klo-Container Schlange steht, ist dafür schließlich genug Zeit. Außer Deutsch und Ungarisch spricht Kati noch Englisch und ein wenig Spanisch und Französisch. Fürs Parlieren reicht das allemal.
Aber aufs Parlieren haben es einige Kunden gar nicht abgesehen. Sie scheinen einfach ihren Frust loswerden zu wollen - und gutgekleidete Damen seien am schlimmsten, sagt Kati. "Die Klofrau ist an allem schuld, nur nicht am Wetter." Für einige sei sie nur so etwas wie ein Fußabtreter. "Die fangen schon an, wenn sie nur auf der Treppe stehen. 'Wird denn hier überhaupt sauber gemacht?' fragen sie dann."
Andere Kunden weigern sich sogar zu zahlen. Für ein menschliches Bedürfnis zur Kasse gebeten werden? Das ist doch gesetzwidrig! Aber wenn sie sich aufregen wollen, sollen sie doch - ändern kann Kati sie ohnehin nicht.
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Wenn die Kunden ausgerechnet auf Bochum total angenehmer sein sollen als woanders, möchte man wirklich gar nicht wissen, wie die woanders tatsächlich sind.