Bochum Total: Keine Ruhe vor dem Sturm

Eine erste Bilanz nach dem Start von Bochum Total zog Festivalgründer und Veranstalter Marcus Gloria am Freitag im Gespräch mit WAZ-Redakteur Jürgen Stahl.

Herr Gloria, die Hitze bestimmt viele Diskussionen und Gespräche der Besucher. Ihre auch?

Na klar. Solche Temperaturen sind außergewöhnlich. Wir haben uns darauf eingestellt, indem u.a. das Sanitätspersonal aufgestockt wurde und an den Bühnen Wasser ausgegeben wird. Gleich am ersten Tag waren es 20 000 Becher. Zu übergroßer Besorgnis oder gar Panik besteht keinerlei Anlass. Am Donnerstag wurden lediglich zehn Besucher erstversorgt, meist mit kleineren Beschwerden. Trotz der Hitze ist nicht ein Besucher dehydriert. Wichtig ist dabei auch: Wir sind kein Festival auf der grünen Wiese. Es gibt ausreichend Schatten. Jeder kann jederzeit das Gelände verlassen. Die komplette Infrastruktur einer Innenstadt steht zur Verfügung.

Die Absage von Twin Atlantic, einer der Hauptacts, stellte sie gleich zu Beginn vor die erste Herausforderung.

Das war ganz großes Kino von unserem Booker (die Agentur, die die Künstler besorgt, die Red.). Wir hätten uns sehr über Twin Atlantic gefreut. Aber es war ein großes Glück, dass so kurzfristig, innerhalb weniger Stunden, Luxuslärm verpflichtet werden konnten, die ein tolles Konzert abgeliefert haben. Das war weit mehr als ein Ersatz. Das war ebenso legendär wie 2008, als ebenfalls nach einer kurzfristigen Absage Silbermond zu uns kam. Deshalb wird auch Bochum Total 2015 legendär...

...zumal es ja nicht bei der Absage blieb.

Der Stromausfall, dann das heftige Gewitter in der Nacht: Das war für den Beginn reichlich Aufregung. Aber jetzt ist alles gut. Das ist immer so: Wenn der erste Tag, die erste Nacht gelaufen ist, beginnt hier so etwas wie die Wohlfühlphase. Die ist jetzt angelaufen.