Bochum sucht das Jahrtausendkind

Zuletzt realisierte das Kainkollektiv „Die Kinder von Opel“ am Schauspielhaus.
Zuletzt realisierte das Kainkollektiv „Die Kinder von Opel“ am Schauspielhaus.
Foto: Diana Küster
Was wir bereits wissen
Mirjam Schmuck von der Künstlergruppe Kainkollektiv und die Theaterpädagogin Olga Laschko gehen ein Bündnis mit der Ifak e.V. und den Kunsthallen Rottstraße 5 ein, um dieses „Kind“ zu finden.

Bochum.. Über ein Jahr lang wollen die vier Bündnispartner zusammen mit Kindern und Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren an dem gleichnamigen Theaterprojekt „Das_Jahrtausend_Kind“ arbeiten.

Vernetzung vor Ort

Bei dem kreativen Unternehmen geht es um eine Spurensuche, aber auch um eine Selbstvergewisserung: Die heute 14- bis 18jährigen sind um die Jahrtausendwende geboren. Und dieses Stichwort – „Jahrtausend“ – hat auch 15 Jahre danach noch eine große Anziehungskraft. Deshalb soll zusammen mit den teilnehmenden Jugendlichen selbst ein „Jahrtausendkind“ entwickelt werden, das nach Wünschen und Hoffnungen, Sehnsüchte und Realitäten, Projektionen und Enttäuschungen der zum Wechsel vom 20. aufs 21. Jahrhundert auf die Welt gekommenen Menschen nachspürt.

Verschiedene Standorte

Entwickelt werden für die Bühne, muss es genauer heißen. „Das ,Kind’, das entstehen wird, ist als eine fiktive Figur zu verstehen, die mit allen Visionen und Fähigkeiten für das anbrechende neue Jahrtausend ausgerüstet ist“, fasst Mit-Organisatorin Mirjam Schmuck zusammen, in deren mit Fabian Lettow gegründeter Gruppe „Kainkollektiv“ seit 2004 Regisseure, Dramaturgen, Theaterwissenschaftlicher, Autoren, Musiker und Performer kollaborieren. Unterschiedliche freie Künstler und Gruppen aus den Bereichen Theater, Musik, Tanz, bildende Kunst und neue Medien suchen hier nach zeitgemäßen Ausdrucksformen und Inhalten.

Die Entwicklung der Figur des Jahrtausendkindes soll im Rahmen verschiedener Workshops (Theater, Parkour, neue Medien) und regelmäßiger Treffen mit den Kindern und Jugendlichen stattfinden und Ende des Jahres zu einer Zwischenpräsentation führen. „Neben der Erfindung des Jahrtausendkinds mittels der künstlerischen Herangehensweise geht es auch darum, die verschiedenen Standorte der Bündnispartner durch kulturelle und pädagogische Arbeit für die Jugendlichen erfahrbar zu machen und diese Orte zu vernetzen“, so Strunk.

Partizipatorische Projekte

Dabei kann sie auf Erfahrungen mit ähnlichen partizipatorischen Projekten zurückgreifen; u.a. zeichneten Schmuck und das Kainkollektiv für die Aufführung „Die Kinder von Opel“ im Rahmen des Detroit-Projektes am Schauspielhaus verantwortlich.