Bochum sammelt Bochum: WAZ-Tauschbörse erfreut Panini-Fans

Groß und Klein kamen in das Foyer des Stadtwerke-Gebäudes in der Innenstadt, um zu tauschen und Alben zu vervollständigen.
Groß und Klein kamen in das Foyer des Stadtwerke-Gebäudes in der Innenstadt, um zu tauschen und Alben zu vervollständigen.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Im Atrium der Stadtwerke wechseln bei der WAZ-Tauschbörse die begehrten Aufkleber den Besitzer und „Bochum sammelt Bochum“-Alben füllen sich.

Bochum.. „Brauchen Sie noch was?“ Diesen Satz hörte man am vergangenen Samstag wohl am häufigsten. Ausgesprochen aber nicht etwa von eifrigen Verkäufern oder Kellnern, sondern von Menschen im Sammelfieber.

Jung und Alt pilgerten zur WAZ-Tauschbörse ins Atrium der Stadtwerke, um ihre „Bochum sammelt Bochum“-Alben zu komplettieren. Im Gepäck akribisch vorbereitete Listen mit den Nummern der fehlenden Aufkleber und sorgfältig sortierten „Doppelten“, also mehrfach vorhandenen Stickern, die offizielle Währung der emsigen Sammler. In kleinen Gruppen um Stehtische gedrängt, oder auf Bierbänken sitzend, wurden die Haben- und Soll-Listen abgeglichen.

Ziel aller Anwesenden: die letzten noch fehlenden Aufkleber der insgesamt 228 Motive aus Kultur, Sport, Freizeit und weiteren Kategorien zu ergattern und das Album endlich voll zu bekommen. Der erste, dem das gelang, war der 12-jährige Felix Hocheder. Und das schon um viertel vor zehn, also 15 Minuten, bevor die Tauschbörse der WAZ offiziell ihre Tore öffnete.

Sammelleidenschaft, Lokalpatriotismus oder einfach nur Interesse an der Stadt

Bereits ab halb zehn stürmten die ersten Panini-Fans das Atrium. „Wir hatten Glück und sind gleich auf einen Herrn gestoßen, der sieben der acht Aufkleber hatte, die ich brauchte“, sagt Felix. „Jetzt bleiben wir und schauen, wen wir noch glücklich machen können“, so Vater Sven Hocheder.

Sammelleidenschaft, Lokalpatriotismus oder einfach nur Interesse an der Stadt, in der sie leben – das treibt die „Bochum sammelt Bochum“-Fans an. Aber auch an die nächste Generation oder an Verwandtschaft in der Ferne wird gedacht. „Ich mache das nicht für mich, sondern für meine Enkel. Damit sie ihre Heimat besser kennen lernen“, sagt Michael Cordes. Daher hat der 71-jährige Rentner auch gleich zwei Alben dabei, die es zu vervollständigen gilt. „Das Heft werden wir immer wieder hervor holen und anschauen. Vor allem wenn Gäste kommen, damit die Freunde und Verwandten meines Lebensgefährten sehen, was Bochum so alles zu bieten hat“, sagt Monika Dobic.

Hilfsbereitschaft der Sammler

Ihr Freund Jens Rech stammt aus Thüringen. Beim nächsten Besuch bei dessen 97-jähriger Großmutter darf das Bochum-Album natürlich auch nicht fehlen. „Damit sie sieht, wo ihr Enkel untergekommen ist“, so Dobic.

Einstimmig loben alle Besucher die Hilfsbereitschaft der Sammler untereinander. Da ist auch ein Wechselkurs wie drei Sticker gegen einen, oder sogar gegen Null, keine Seltenheit. „Hier wird nicht nur eins gegen eins getauscht, sondern jeder fragt herum, was die anderen noch brauchen, das ist eine schöne Sache“, so Uwe Sträter. Das bestätigt auch Monika Dobic: „Wir haben vieles ohne Gegenleistung bekommen, ganz toll.“