Bochum hat die schlechtesten Job-Chancen

„Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, soll Winston Churchill einmal gesagt haben. Eine provokante Aussage, die in diesen Tagen gerne zitiert wird. Aber ob gefälscht oder nicht, ob umstritten oder nachvollziehbar, die Stichhaltigkeit von Statistiken machen Betroffene nicht selten davon abhängig, wie sie in dem Zahlenspiel dastehen. Und in dieser Statistik kommt Bochum nicht gut weg: Nach einer Erhebung des Stellenvermittlers Headhunter-light im Januar 2014 ist Bochum unter 80 Großstädten in Deutschland diejenige, in der die Chancen auf einen neuen Job am schlechtesten sind. Hier gebe es die wenigsten offenen Stellen – im Gegensatz zum Spitzenreiter Frankfurt am Main (1.), Stuttgart (2.) oder München (4.) , ja selbst weniger als in Chemnitz (76.), Moers (77.), Hamm (78.) oder Cottbus (80.).

„Dieses Ranking wird Bochum nicht gerecht“, kritisiert Anja Greiter, Sprecherin der hiesigen Agentur für Arbeit. „Es bleiben viele Fragezeichen“, sagt sie zu der Erhebung deutscher Online-Jobbörsen, zu denen auch die Ausschreibungen der Bundesagentur für Arbeit gehören. Unberücksichtigt blieben etwa die Mund-zu-Mund-Propaganda oder Zeitungsannoncen, auch Faktoren wie etwa Pendler-Ströme spielten keine Rolle. Headhunter-light gibt einen Tipp, wie die Kommunen auf den hinteren Plätzen wieder besser zu Rande kommen können: „Unternehmen in Städten mit einer schlechten Platzierung sollten verstärkt auf ein aktives Recruiting setzen, um qualifizierte Fachkräfte für sich zu gewinnen.“