Bochum feierte die Pop-Akademie mit Prominenz und Party

Der Künstlerische Leiter des Instituts Hans Nieswandt (links) zeigt Anke Engelke (rechts) die Räumlichkeiten
Der Künstlerische Leiter des Instituts Hans Nieswandt (links) zeigt Anke Engelke (rechts) die Räumlichkeiten
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Das neue Folkwang-Institut für Populäre Musik nimmt seine Arbeit auf. Sechs Studierende nehmen Master-Studium auf. Eröffnung im Bochumer Theaterzentrum glänzend besucht. Auch Musikerin und Moderatorin Anke Engelke sitzt im Institutsbeirat.

Bochum.. „In neue Galaxien vorzudringen, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat“. Diesen Klassiker der Popkultur, entliehen aus dem Universum des Raumschiffs Enterprise zitierte Hans Nieswandt, Künstlerischer Leiter des neuen Instituts für Populäre Musik der Folkwang Universität, um zu beschreiben, wohin die Reise der neuen Pop-Akademie an der Prinz-Regent-Straße gehen soll. Zur Eröffnung kamen am Samstag gut 500 Gäste, zunächst viel Prominenz aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien, später, zur Party, auch die Szene. Gefeiert wurde im Folkwang-Theaterzentrum (Ex-Thürmer-Gelände an der Friederikastraße)Am Dienstag, nimmt das Institut seine Arbeit auf.

Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz stellte die neue Institution besonders in zwei Reihen: zum einen in diejenige mit anderen Bochumer Pop-Highlights wie BO-Total, das Zeltfestival, die Zeche und den Musiksommer. Zum anderen in jenen mit den vielen anderen Hochschulen der Stadt unter der Marke UniverCity.

Dass das Institut mit lediglich sechs Studierenden beginnen wird, mag überraschen. Insgesamt werden hier pro Semester acht Studienplätze für den viersemestrigen Master-Studiengang vergeben, so dass am Institut insgesamt 32 Studierende „Pop“ lernen. Der Kurzfristigkeit und der hohen Qualitätsansprüchen der Folkwang-Universität sei es geschuldet, dass lediglich es lediglich diese sechs Studierende aus „gut zwei Dutzend“ Bewerbungen (Nieswandt) schafften. Sie traten bei der Eröffnung nicht offiziell in Erscheinung - „zum letzten Mal“, wie Hans Nieswandt betonte, der in Zukunft regelmäßige öffentliche Talentproben in Aussicht stellte.

Hemdsärmelige Eröffnung im Theaterzentrum

Zur recht hemdsärmlig präsentierten Eröffnung war der Saal restlos gefüllt, allein Ministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich entschuldigen lassen. Nieswandt bat seinen Institutsbeirat („Funktion: kritische Freunde“) zu einem etwas mühseligen Gespräch auf die Bühne.

Schauspielerin, Musikerin und Moderatorin Anke Engelke, der Pop-Theoretiker Diedrich Diederichsen und Pop-Professor Dr. Christoph Jacke - das sind drei der vier Beiräte - versuchten sich im lockeren Gespräch über das Phänomen Pop - und scheiterten. Ärgerlich wurde es sogar bei der dann folgenden Publikumsfragerunde, die ein offensichtlich angetrunkener Fragesteller um den wahrlich jämmerlich scheiternden Versuch einer Provokation „bereicherte“.

Related content Auf die Studierenden warten ab morgen insgesamt elf Lehrende, die aus den unterschiedlichsten Disziplinen kommen (vom Urheberrecht bis zur Pop-Theorie) und für ein breit angelegtes Ausbildungsprogramm stehen. Darunter etwa der in Bochum geborenen Musiker Jeff Cascaro und auch Dieter Gorny, Chef von Ecce und einer der Initiatoren der neuen Bochumer Akademie. Ebenfalls prominent, zumindest in Pop-Kenner-Kreisen, sind Hazy Haze, der Bassist von Samy Deluxe und Gregor Schwellenbach, Komponist, Pianist und Kontrabassist, der gerade mit dem VIA! VUT Indie Award 2014 in der Kategorie „Bestes Experiment“ ausgezeichnet wurde.

Bei der anschließenden Party zeigte dann aber vor allem der Künstler Erobique, was Pop sein kann: seine Show verband Ironie, historisches Wissen und schweißtreibende Beats. Hohe Pop-Schule für die neu Pop-Hochschule.