Soziales
Blindenhund darf nicht in Supermarkt rein
29.07.2010 | 12:00 Uhr 2010-07-29T12:00:00+0200
Bochum.Sie fühlen sich diskriminiert, sind wütend, enttäuscht. Dabei wollten sie nur Lebensmittel einkaufen. Mit ihrem Blindenführhund. Doch der leitende Mitarbeiter eines Supermarktes in Bochum hatte etwas dagegen, warf die drei raus und drohte mit Hausverbot.
Schon kurz nachdem Diana (26) und Martin (24) den Rewe-Markt im Bermudadreieck zusammen mit Führhündin Kira (2) betreten hatten, seien sie zuerst von einer Verkäuferin und danach vom stellvertretenden Marktleiter aufgehalten worden. Ohne sich vorzustellen, habe dieser darauf hingewiesen, dass Hunde nicht in Lebensmittelmärkte mitgenommen dürften – das verstoße gegen Hygienevorschriften. Das ist im Prinzip zwar richtig, jedoch gibt es für Führhunde eine gesetzliche Ausnahme, die Martin sogar schriftlich vorzeigen kann.
Davon unbeeindruckt habe der stellvertretende Marktleiter vorgegeben, er wolle seinen Chef, der an diesem Tag nicht vor Ort war, anrufen und dort um Rat fragen. Solange solle das junge Paar samt Hund draußen warten. Weiter habe er vorgeschlagen, Martin könne doch für seine Freundin einkaufen. Dass sie selbstständig für sich sorgen kann und will, erkannte er wohl nicht.
Die 26-jährige Diana ist seit ihrer Pubertät blind. Ihre Netzhaut zerstörte sich über Jahre hinweg selbst. Schuld ist eine unheilbare Krankheit. Ihr Freund Martin (24) leidet von Geburt an unter Halbalbinismus, muss mit nur 16 Prozent Sehkraft auskommen. Sieben Jahre sind die beiden bereits ein Paar. Seit einigen Wochen werden sie von Blindenführhündin Kira begleitet. Vier Jahre musste Diana mit ihrer Krankenkasse um den Hund kämpfen. Der zweijährige Labradormischling aus Hamburg ist eine große Erleichterung für Diana und „sehr verschmust“, wie ihr Freund Martin sagt. „Sie würde mich nie in Gefahr bringen“, sagt die 26-Jährige stolz.
Die Stimmung sei angespannt gewesen, der Stellvertreter des Marktleiters habe gar gefragt, ob es denn keine Geschäfte speziell für Blinde gebe. Schließlich habe er die beiden loswerden wollen: „Gehen Sie doch zu Kaiser’s.“ Doch als die beiden sich weigern und vorschlagen, gemeinsam beim Gesundheitsamt nachzufragen, sei der stellvertretende Marktleiter „aggressiv“ geworden, erzählt Diana. „Werd’ mal nicht mutig, sonst gibt’s Hausverbot“, habe er gesagt, und: „Ihr verlasst jetzt den Laden, geht sofort raus.“ Weil es ihm nicht schnell gegangen sei, habe er den Hund sogar geschubst.
Mitarbeiter habe sich nur absichern wollen
Daraufhin habe das Paar den Rewe-Markt verlassen und eine halbe Stunde bei 33 Grad im Schatten vor dem Schaufenster gewartet – ohne Reaktion aus dem Geschäft. Dann seien sie gegangen, schließlich wollten sie eigentlich Lebensmittel einkaufen. „Irgendwann war es einfach zu viel“, sagt die 26-Jährige.
Auf Nachfrage der Redaktion nimmt Rewe-Sprecherin Anja Delang den Mitarbeiter zunächst in Schutz. Der stellvertretende Marktleiter habe sich nur absichern wollen, da er sonst persönlich haftbar gewesen wäre, falls sich Kunden über den Hund beschwert hätten. Nach Rücksprache mit dem Vertriebsleiter sei aber eine Kulanzlösung gefunden worden und der Führhund hätte in den Markt gedurft, so Delang. Doch das junge Paar sei in der Zwischenzeit einfach gegangen. Zudem hätten sie den Hund auch an der Kasse abgeben können. Ein Mitarbeiter wäre ihnen dann beim Einkauf behilflich gewesen.
Eine Aussage, die Diana nicht nachvollziehen kann. „Man kann auch nicht zu einem Rollstuhlfahrer sagen, lassen Sie den Rollstuhl an der Kasse, wir tragen Sie.“ Der Hund arbeite schließlich für sie und sei im Dienst, wenn er im Geschirr ist. Zudem hätten sie auch früher schon im betreffenden Rewe-Markt eingekauft, und es habe weder dort noch in anderen Geschäften Probleme mit Kira gegeben.
Anja Delang betont zwar, dass man alle Kunden gleich behandele und deren Bedürfnisse im Vordergrund stünden. Man lebe von ihnen und wolle niemanden ausschließen. Diana und Martin aber haben sich nach ihrem Erlebnis „ziemlich schlecht gefühlt“ und sie hoffen, dass dieses „schlimme Erlebnis“ ein Einzelfall bleibt. Sie wünschen sich eine Entschuldigung und wollen den Laden in Zukunft meiden.
Doch soweit muss es vielleicht gar nicht kommen. Rewe-Sprecherin Anja Delang verkündete am MIttwoch, dass man nun zu der Entscheidung gekommen sei, Blindenführhunde ab sofort generell und ohne Ausnahme zu tolerieren. Und zwar deutschlandweit. Immerhin, ein Lichtblick.
12:38
Ich gehe seeehr gerne in diesen Rewe einkaufen,finde alle zum größtenteil sehr nett und freundlich,trotz vieler unfreundlicher Kundschaft und bei soviel Arbeit mit so wenigen Angestellten.Da arbeiten die Kassiererinnen im Laden nebenbei mit schwerer Ware,egal wie kräftig sie sind und davor ziehe ich meinen Hut.Besonderes Lob an die lustige,gelockte blonde von der Kasse,immer gutgelaunt und hilfsbereit
14:42
Aldi,Lidl,Netto und Co, vorallem macht uns Rewe froh ! Ich liebe die frische Vielfalt von Rewe.
Ein besonderer Gruß geht an die liebe Käseverkäuferin am Engelbertbrunnen.
Gruß
Joschi
14:08
,,von asiseli super beitrag, kann ich voll und ganz unterstreichen, alles andere ist nur dumme laberei.rewe ist super
15:12
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15:10
Hier wird zu 88% quatsch erzählt. Wie viele von euch wussten über die Regelung mit Führhunde?
Ich nicht. Man lernt immer dazu. Rewe boykott? Unwahrscheinlich. Schonmal was über fürsorgepflicht gehört? Wir reden hier von ein Einzelfall. Ich bin mit REWE sehr zufrieden und werde auch im Zukunft dort einkaufen. Ich bin der Meinung das man rewe Image kaputt machen möchte. Die haben sich in den letzten 5 jahren sehr entwickelt
13:26
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16:04
Tja da bin ich ja froh das ich in Bochum wohne. Den ich werden in DIESEN Laden keinen Fuss mehr setzen.
14:07
@26
Schon traurig was sich so manche Kunden rausnehmen, und wunders denken wer/was sie sind.
Meine Freundin arbeitet beim LIDL, und was sie da täglich erlebt, ist schon traurig.
Da wird den Angestellten beim Verräumen der Ware in die Hacken gefahren.
Gerade frisch aufgestellte Ware wird zerpflückt und umgerissen.
Es werden Sachen aus der Kühlung genommen, und dann später anderswo einfach abgestellt, weil man es plötzlich nicht mehr braucht, und zu faul ist, seinen Kram wider zurück zu bringen.
Wenn man den/diejenigen dann als Angestellter anspricht, werden die in der Regel auch noch pampig und frech.
Heutzutage will jeder der Erste sein, und möglichst nix dafür ausgeben.
Ein Trauerspiel.
Zum eigentlichen Thema:
Die beiden hätten am besten kurz und bündig die Polizei herbeirufen sollen. Gans einfach.
22:40
Tja, da wollte offenbar ein frustrierter Vize - als er einmal das Sagen hatte - auch mal einen auf dicke Hose machen *lol*
Da hat man halt den Bock zum Gärtner gemacht !
Man sollte Rewe deshalb aber jetzt nicht ganz verteufeln...
Die Verantwortlichen sollten nur ihren Mitarbeitern zukünftig gesetzlich relevante Vorschriften zur Kenntnis geben !
20:06
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