Blaupause-Tische sind in Bochum der Verkaufsrenner

Rainer Plewka (l.) sicherte sich noch zwei Bierzeltgarnituren der Blaupause. Richard Döhle (r.) organisierte für die Firma Schenker den Verkauf auf dem Kirmesplatz an der Castroperstraße.
Rainer Plewka (l.) sicherte sich noch zwei Bierzeltgarnituren der Blaupause. Richard Döhle (r.) organisierte für die Firma Schenker den Verkauf auf dem Kirmesplatz an der Castroperstraße.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Innerhalb eines Tages sind 1200 Bierzeltgarnituren für je 40 Euro verkauft, sechs Auflieger leer. Menschen kommen mit dem Anhänger zum Kirmesplatz.

Bochum.. Der Platz war gut gewählt. Auf dem Kirmesplatz an der Castroperstraße sollten am Sonntag und Montag die Bierzeltgarnituren der Blaupause verkauft werden. Hauptverkaufstag war der Sonntag. Am Montag hieß es gar nicht mehr „und wieder eine neue Fahrt“, konnte Richard Döhle, der für die Firma Schenker den Aufbau der Tische, den Abbau und auch den Verkauf organisierte, seinen Gabelstapler stehen lassen.

Er musste nur selten auf die Rampe, die sich durchaus Reste-Rampe nennen durfte. Einige Monate hatte es gedauert, bis alle Tische für die Blaupause gebucht worden waren. Wenige Stunden dauerte es, bis alle Tische hernach verkauft waren. Es war der erfolgreiche Abschluss einer Erfolgsgeschichte.

Alle Tische der Blaupause verkauft

Einer Geschichte, die für Tisch-Profi Döhle relativ überschaubar war. Der Mann hat bereits das Still-Leben 2010 mitgemacht, hat dort die Tische – 25 000 Stück – auf- und wieder abgebaut. „Dagegen war das hier bei der Blaupause ein Kindergeburtstag.“ Ein gut organisierter wie Döhle sagt. „Die Zusammenarbeit mit dem THW hat bestens geklappt. Es waren mehr als ausreichend Ehrenamtliche da. Für den Aufbau haben wir eineinhalb Stunden benötigt, für den Abbau eine halbe Stunde länger. Einige Tischmieter hatten ihre Tische um einige Meter verschoben. Da mussten wir suchen, bis wieder alle da waren.“

Die etwas mehr als 1200 Garnituren kamen wieder auf sechs Auflieger. Sie dienten als Verkaufsfläche und verließen am Montag leergeräumt den Kirmesplatz. 40 Euro für einen Tisch und zwei Bänke, jeweils mit dem eingebrannten Hinweis auf Blaupause und RUB – das kam an. So gut, dass die Verantwortlichen der Ruhr-Uni den zweiten Verkaufstag absagten und die Menschen am Montag von Döhle nur noch hörten: „Alles weg, nichts mehr da, tut mir leid.“

"Einige haben zwanzig Garnituren gekauft"

Hatte er am Montag eine ruhige Schicht, so war er am Sonntag nicht um seinen Job zu beneiden. „Der Platz war voll mit Menschen und Autos. Einige haben zwanzig Garnituren gekauft und sind mit Anhänger angereist, die meisten haben nur eine Garnitur abgeholt.“ Dass auch unfreundliche Worte fielen, da die Nachfrage das Angebot überschritt, verschweigt Döhle nicht. „Einige wollten auch aussuchen, beschwerten sich über kleinere Macken. Da bin ich durchaus an die Grenzen meiner Freundlichkeit gekommen.“

Zwei Zeitzeugen der Blaupause konnte sich Rainer Plewka (74) sichern. „Wir wohnen Nähe Uni-Straße, haben uns die Blaupause angesehen. Ich war am Sonntag am Kirmesplatz, musste aber wiederkommen, da ich nicht vorab reserviert hatte.“ Das holte er nach und freute sich am Montag darüber, dass er einige der letzten Exemplare in sein Auto laden durfte. „Eine Garnitur behalten wir selber, die andere verschenken wir. Ein netter Bekannter hat am Ende der Woche Geburtstag. Er wird sich darüber sehr freuen.“