Blauer Dunst auf der Bühne

In öffentlichen Einrichtungen, dazu zählen auch Theater, ist das Rauchen verboten. Im Foyer darf nicht gequalmt werden, logisch, und jeder hält sich dran. Dafür wird auf der Bühne weiterhin gepafft, als hätte es die Debatte ums Passivrauchen nie gegeben.

Im Schauspielhaus sind Aufführungen, in denen der Glimmstängel angezündet wird, gang und gäbe. Begründung: typischerweise verfliege der Rauch von ein, zwei Zigaretten im Bühnenraum „weitgehend folgenlos“. Aufs kleine Prinz Regent Theater trifft das schon nicht mehr zu. In „Reden mit Mama“ musste die Hauptdarstellerin eine mit der anderen Zigarette anzünden, wodurch das enge Zimmertheater rasch so verräuchert war wie einst, vor dem Rauchverbot, jede Hafenspelunke.

Ob die Bühnen-Zigarette fürs Gelingen einer Inszenierung unabdingbar ist, muss natürlich der Regisseur entscheiden. Schließlich gilt die künstlerische Freiheit. Und das Publikum? Ignoriert den Qualm, oder es verlässt den Saal. Wenn’s zu arg wird, wie Samstag, auch mitten in der Vorstellung.