Bizarrer Rechtsstreit um "Das Leben des Brian" geht weiter

Fortsetzung folgt: In Bochum geht der Rechtsstreit um den Film „Das Leben der Brian" in die nächste Runde.
Fortsetzung folgt: In Bochum geht der Rechtsstreit um den Film „Das Leben der Brian" in die nächste Runde.
Foto: ARD/Arte
Was wir bereits wissen
Wie schon 2013 hat die Initiative „Religionsfrei im Revier“ am Karfreitag den Monty-Python-Klassiker „Das Leben des Brian“ gezeigt. Das ist verboten. Deshalb hat die Stadt erneut ein Bußgeldverfahren eingeleitet: sehr zur Freude der Atheisten.

Bochum.. Fortsetzung im Rechtsstreit um „Das Leben des Brian“: Das Rechtsamt der Stadt hat erneut ein Bußgeldverfahren gegen die Initiative „Religionsfrei im Revier“ eingeleitet.

„Jeder nur ein Kreuz“: Die Monty-Python-Satire aus dem Jahr 1979 ist Kult. Am Karfreitag indes darf sie nicht öffentlich gezeigt werden. An dem hohen Feiertag ist die Aufführung von Filmen untersagt, die das NRW-Kultusministerium als „ungeeignet“ ansieht. Brian steht auf dem Index – zur Empörung der Bochumer Atheisten. Wie schon 2013 setzte sich die Initiative am Karfreitag bewusst über das Feiertagsgesetz hinweg und präsentierte den Klassiker vor über 100 Besuchern im Sozialen Zentrum an der Joseph(!)straße. Motto: „Wir lassen uns nicht zu depressivem Verhalten nötigen!“

Zwei Mitarbeiter des Umwelt- und Grünflächenamtes saßen inkognito im Publikum und dokumentierten den „vorsätzlichen Gesetzesverstoß“, für den das Rechtsamt 1000 Euro Bußgeld angedroht hat.

Vorführung für 2015 schon angekündigt

Ob die Brian-Jünger diesmal zur Kasse gebeten werden, ist offen. 2013 war das Verfahren eingestellt worden. „Das ist aber kein Freibrief für das nächste Jahr!“, hatte Dezernent Michael Townsend damals betont.

Religion „Nach Akteneinsicht scheint die Stadt auch in diesem Jahr kein Interesse zu haben, die Androhung ernsthaft durchzusetzen“, bedauert der Sprecher der Initiative, Martin Budich, der einen Bußgeldbescheid in erster Instanz herbeisehnt, um sein eigentliches Ziel zu erreichen: den Gang vor das Bundesverfassungsgericht, das letztlich klären soll, ob das NRW-Feiertagsgesetz mit den Grundrechten auf Meinungs- und Religionsfreiheit zu vereinbaren ist.

Die Stadt verweist auf Anfrage auf das laufende Verfahren. Derzeit gehe es um die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung. Derweil kündigt Budich bereits eine dritte Brian-Vorführung für Karfreitag 2015 an: „Always look on the bright side of life...“