Bitterer Streit um Miete einer Pizzeria

Um eine Pizzeria in Wiemelhausen tobt seit vielen Wochen eine heftige Mietstreitigkeit. Nach einer Kündigung von Vermieterseite erschien jetzt sogar der Gerichtsvollzieher vor Ort, um eine Zwangsräumung vorzunehmen. Er musste tatenlos wieder gehen, weil der Pizza-Bäcker einen neuen Mietvertrag aus dem Hut zauberte. Die Vermieterseite – eine Privatfamilie – ist hochgradig verärgert. Der Pizza-Bäcker hat seit mehr als einem Jahr entweder gar keine Miete mehr gezahlt oder sie stark gemindert. Als Grund gibt er bauliche Mängel an, die unter anderem bis zum Verlust der Stromversorgung geführt hätten („In diesem Haus ist alles so uralt“). Aber die Vermieterin weist die Vorwürfe entschieden zurück, weil die Mängel teilweise unter großem Aufwand beseitigt worden seien. In der Tat gibt es sogar ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts, das der Vermieterin Recht gab: Der Pizza-Bäcker sollte raus. Doch als der Gerichtsvollzieher in die Pizzeria wollte, gab ihm der Mieter zur allgemeinen Verblüffung einen Untermietvertrag: Ab Mai 2015 habe er an seine Partnerin untervermietet. Obwohl er das ohne die erforderliche Erlaubnis der Vermieter-Familie getan hatte, zog der Gerichtsvollzieher wieder ab, weil er die neue Situation erst prüfen will.

Die Vermieter-Familie spürt jetzt „unbändige Wut, Ohnmacht, Hilflosigkeit“. Von der Justiz sei sie „enttäuscht“. „Wir fühlen uns allein gelassen.“ Am kommenden Freitag beschäftigt sich das Landgericht erneut mit dem Streit, denn der Anwalt des Pizza-Bäckers hat das erste Urteil angefochten.