Das aktuelle Wetter Bochum 17°C
Kriminalität

Bin Ladens Ex-Bodyguard soll in Bochum Terrorhelfer rekrutieren

05.08.2012 | 18:54 Uhr
Bin Ladens Ex-Bodyguard soll in Bochum Terrorhelfer rekrutieren
Der Salafist Sami A., fotografiert in Bochum. Foto: Matthias Graben

Bochum.   Sami A. war einst der Bodyguard von Osama bin Laden. Nun lebt A. in Bochum. Hier muss er sich täglich einmal bei der Polizei melden. Hier ist er in der islamischen Gemeinde unerwünscht. Und von hier aus soll er terroristischen Nachwuchs rekrutieren.

Ein ehemaliger Leibwächter Osama Bin Ladens, der seit acht Jahren in Bochum lebt, rekrutiert nach WAZ-Recherchen junge Muslime für den Heiligen Krieg. Der Salafist Sami A. gilt als maßgeblich mitverantwortlich für die Radikalisierung von zwei Mitgliedern der mutmaßlichen Düsseldorfer El-Kaida-Zelle: Der 21-jährige Amid C. aus Bochum und der 28-jährige Halil S. aus ­Gelsenkirchen sollen bei ihm das ideologische Rüstzeug für einen­ Bombenanschlag in Deutschland bekommen haben. Das geht aus Dokumenten der Bundesanwaltschaft hervor, die der Zeitung vorliegen.

Die WAZ Mediengruppe spürte Bin Ladens ­Ex-Bodyguard in der vorigen ­Woche auf. Der 36-jährige Tunesier war sichtlich überrascht. Zu seinen islamistischen Aktivitäten sagte er nichts. Auch auf schriftliche Anfragen schwieg er.

Umso lauter ist die Kritik an den Sicherheitsbehörden. Der Fall schlägt bundesweit Wellen. Ermittler halten Sami A. für „den Dreh- und Angelpunkt der islamistischen Terrorszene an der Ruhr“. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat seit geraumer Zeit „umfangreiche staatsschutzrelevante Erkennt­nisse“ über ihn. Auch der NRW-Verfassungsschutz will ihn auf dem Schirm haben. „Wir kennen den“, sagt ein Sprecher von Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Notwendige Beweise fehlen bisher

Doch ausschalten können die Behörden den Salafisten bisher nicht. 2006 platzte ein Ermittlungsverfahren des Generalbundes­anwalts wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Die Beweise gegen Sami A. reichten nicht aus für eine Anklage.

2011 scheiterte die Bochumer Ausländerbehörde mit dem Versuch, den Salafisten abzuschieben – vor allem an handwerklichen Fehlern. Denn das Verwaltungs­gericht Gelsenkirchen hält Sami A. für den Schlüssel zu einem Netzwerk, „das es terroristischen Tätern ermöglicht, Kontakte zu knüpfen und Unterstützer zu finden“.

Doch der Stadt Bochum war es nach Auffassung der Richter nicht gelungen, die Gefahrenlage darzulegen, die eine Ausweisung begründen würde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Über eine mögliche Berufung entscheidet das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster.

Seit 1997 in Deutschland

Sicherheitskreise in Berlin sind fassungslos. Der Fall Sami A. sei „ein Offenbarungseid“ für die NRW-Behörden, heißt es. Es gehe nicht an, „dass ein Salafist mit ­dieser Vergangenheit ungehindert Terrorfäden zieht“.

Nach Recherchen der WAZ Mediengruppe ist Sami A. weltweit vernetzt. Er kennt Terroristen persönlich, denen führende Rollen bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA und dem Attentat auf die ­Synagoge der Ferieninsel Djerba 2002 zugeschrieben werden.

1997 reiste Sami A. nach Deutschland ein. An der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld studierte er zunächst Textiltechnik, später technische Informatik. Als die Stadt Köln im Oktober 2004 seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängerte, zog er Anfang 2005 nach Bochum und studierte dort Elektrotechnik.



Aus dem Ressort
Herz-Operationen werden für 60 WAZ-Leser live übertragen
Medizinforum Spezial
Bei einem WAZ-Medizinforum Spezial werden am Mittwoch, 1. Oktober, zwei Herz-Operationen live übertragen. 60 WAZ-Leser können im Augusta-Krankenhaus dabei sein. Ein Schrittmacher wird implantiert, ein Herzkatheter wird gesetzt.
Ratten am Alten Bahnhof halten Bewohner in Atem
Ratten
Gesundheitsamt bezeichnet die Einkaufsmeile im Bochumer Stadtteil Langendreer als Problemzone. Anwohner sehen vor allem die „Zwischenfall“-Immobilie als Brutstätte der unwillkommenen Schädlinge. Die Anwendung von Rattengift zeigt Wirkung doch die Bewohner sind verunsichert.
Neue „Röhre“ macht Untersuchungen für Kinder einfacher
Medizin
Mit einem Kran wurde am Donnerstag ein neuer Kernspin-Tomograph in die Radiologie des St. Josef-Hospitals gehievt. Das Gerät soll vor allem die Untersuchung von Kindern einfacher und schneller machen. Ein Elternteil darf mit in die „Röhre“.
Tausende wollen in Bochum den Day of Song feiern
Musik
Der „Day of Song“ bricht Teilnehmerrekorde. In Bochum wollen am nächsten Samstag (27. September) 2600 Singen. Zentrales Singen vor dem Rathaus. Vom Steigerlied bis zu „Bochum“. Überall in der Stadt wird Musik sein.
Diebe klauen Blitzableiter vom Kirchendach in Riemke
Kirche
Dreiste Gauner machen sich das Baugerüst um die katholische Kirche zunutze, um auf Beutezug zu gehen. Auch Kupferrohre wurden in St. Franziskus schon gestohlen. Für die Gemeinde ein fast schon alltägliches Problem, dem sie auch unter Mithilfe der Nachbarschaft nun Herr werden möchte.
Umfrage
Ab dem 1. Oktober stellt die Stadt Bochum 220 kostenfreie zusätzliche Park & Ride-Plätze auf dem Unger-Gelände zur Verfügung. Das soll die Herner Straße entlasten. Pendler sollen dort in den ÖPNV umsteigen. Was halten Sie davon?

Ab dem 1. Oktober stellt die Stadt Bochum 220 kostenfreie zusätzliche Park & Ride-Plätze auf dem Unger-Gelände zur Verfügung. Das soll die Herner Straße entlasten. Pendler sollen dort in den ÖPNV umsteigen. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Spieler in Grundschulen
Bildgalerie
VfL Bochum
Glockenausbau in der Marienkirche
Bildgalerie
Musikzentrum
Kuchen und Klimbim beim Alsenfest
Bildgalerie
Straßenfest
Friedrich-Koepe-Straße
Bildgalerie
Straßengeschichten