Bildungsstreik: Bochum protestiert am Dienstag
13.11.2009 | 16:13 Uhr 2009-11-13T16:13:00+0100
Bochum. Die Studierenden streiken wieder – nach den Protestkundgebungen in Österreich sind noch auch zunehmen Bildungseinrichtungen in Deutschland betroffen. Die Ruhr-Uni - größte Universität des Ruhrgebiets – allerdings nicht. Noch nicht.
Am Dienstag nächster Woche, 17. November, ist „International Students' Day”, dann sind weltweit Aktionen von Studierenden, Schülerinnen und Schülern angekündigt. In Bochum wird mitgemacht. Volle Hörsäle und Seminarräume, Lernen im Eiltempo, beständige Prüfung, und auch noch Studiengebühren zahlen – das sind, schlaglichtartig, Entwicklungen, die vielen Studierenden nicht passen.
„Die Wirtschaft diktiert den Studierenden den Stoff, anstatt dass Bildung im Humboldtschen Sinne, als humanistisches Ideal zur kritischen Reflexion der Gesellschaft, stattfindet”, kritisiert der AStA der Ruhr-Uni.
Kundgebung am Hauptbahnhof
Deshalb wird es am 17. November um 14 Uhr eine Kundgebung am Hauptbahnhof geben, wo die Kritik am Bildungssystem und die studentischen Forderungen an die Politiker formulieren werden sollen. Danach sind „kreative Aktionen” angekündigt. Die AG Bildungsstreik Bochum ruft dazu auf, die Kritik möglichst kreativ und künstlerisch zu gestalten. „Bring ein Instrument, deine Tanz-, Schauspiel-, Artistikgruppe usw. oder einfach nur Spontaneität mit”, heißt es in einem Aufruf, der sich nicht nur an die Studierenden, sondern an alle Bochumer Schüler/innen und Azubis richtet.
An der Ruhr-Uni werden das strittige Thema Bildungsstreik und die europaweiten Besetzungen von Hörsälen am Donnerstag, 19. November, im Hörsaal HZO10 diskutiert. Dort beginnt um 14 Uhr eine studentische Vollversammlung. „Wir möchten mit allen Studierenden den Bildungsstreik reflektieren. Gleichzeitig soll gemeinsam besprochen werden, wie die Studierenden der RUB sich den weiteren Protest hier an der Uni vorstellen", so der AStA-Referent für Hochschul- und Bildungspolitik Michael Wolf.
Etwas verändern können
„Unsere Forderungen wurden zwar von der Öffentlichkeit wahrgenommen, von der Politik jedoch überwiegend ignoriert. Daher muss der Protest fortgesetzt werden”, bekräftigt AStA-Referent und Bildungsstreikaktivist Benjamin Bettinger. Die Uni-Besetzungen zunächst in Österreich und nun auch ganz in der Nähe im Ruhrgebiet machten Mut, etwas verändern zu können.

14:15
Die Bundesregierung lässt sich in Sachen Bildung leider von den Lobbyisten der Bertelsmannstiftung beraten.
Diese Stiftung ist ein Neoliberaler, marktradikaler think-tank, der am liebsten alles privatisieren möchte (lat. Privare: Beraubung), von dem Gesundheitssystem angefangen, bis zur Ökonomisierung der Universitäten! Dies macht die Stiftung hinterhältig, unter anderem über den Umweg CHE (Centrum für Hochschulentwicklung).
Die Schäden dieses neoliberalen think-tanks werden unter anderem hier dokumentiert:
www.bertelsmannkritik.de
oder:
www.anti-bertelsmann.de
Dieser sog. Stiftung gehört die Gemeinnützigkeit ein für alle mal aberkannt, denn sie ist für Deutschlands Bildungszukunft extrem gefährlich!
11:17
Ich bin Bochumer Student und stimme schon nach dem ersten Satz nicht mit meiner Asta überein. Ich will keine Bildung im Humboldtschen Sinne, als humanistisches Ideal zur kritischen Reflexion der Gesellschaft. Ich will etwas lernen was ich später im Beruf anwenden kann und damit meinen Lebensunterhalt verdienen, und so ist es bei den meisten Studenten. Bitte, bitte hört aus soche Sprüche zu klopfen und kümmert euch mal wirklich um die Intressen der Studenten. Genau das habe ich nämlich bei der Asta noch nie erlebt.
Und bitte lasst nicht zu das irgendwelche Radikalen die Hörsääle besetzen.
Lieber Rektor mach es anders als in Duisburg:
SCHMEIß SIE DIREKT RAUS!!!