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Bezirk Mitte hat Nachholbedarf

05.05.2015 | 18:29 Uhr
Bezirk Mitte hat Nachholbedarf
Das ehemalige Gewerkschaftshaus an der Humboldtstraßesoll ab Herbst 90 Leute aufnehmenFoto: Rainer Raffalski

Mitte/Nord.   355 Flüchtlinge müssen zusätzlich untergebracht werden. Eine Containeranlage auf altem Nordbad-Gelände ist geplant.

Während der Bochumer Norden mit der Aufnahme von 224 Flüchtlingen bereits einen ansehnlichen Beitrag geleistet hat, gibt es im Bezirk Mitte enormen Nachholbedarf. Der größte Bezirk im Stadtgebiet hat mit 145 Menschen bislang die wenigsten Flüchtlinge untergebracht. Das Verhältnis Einwohner/Plätze liegt hier bei 693:1 (Nord: 161:1). 355 Flüchtlinge muss der Bezirk Mitte zusätzlich aufnehmen.

Die Bezirksvertretungen diskutieren in diesen Tagen über weitere Standorte und Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen, die in Bochum anreisen. Dazu haben sie alle die Resolution der sechs Bezirksbürgermeister beschlossen, wonach auf Container und Turnhallen verzichtet werden soll .

Im ehemaligen St. Antoniusstift sollen 120 Leute unterkommen

Die Verwaltung aber setzt auf Container, etwa an der Herzogstraße in Hofstede (110 Plätze), am Nordbad (110). Insgesamt fünf sogenannte mobile Wohnanlagen will die Stadt auf die Bezirke verteilen. Jede kostet pro Jahr 1,5 Millionen Euro.

Für bestehende Gebäude gibt es folgende Vorschläge: Das ehemals als Altenheim genutzte alte Gewerkschaftshaus an der Humboldtstraße könnte für 90 Plätze hergerichtet werden, ins ehemalige Seniorenheim St. Antoniusstift an der Bessemer Straße sollen 120 Leute; der Rat hat dem Mietvertrag bereits zugestimmt, es fehlen noch Baugenehmigung und Umbauten. An der Haldenstraße 47 (Mitte) ziehen zwei Wohngruppen des ASB aus; hier fänden 35 Menschen Platz.

Appell an Hausbesitzer und Wohnungsunternehmer

Der Appell richtet sich an Hausbesitzer und Wohnungsunternehmen wie Annington und VBW, Wohnraum für Flüchtlinge anzubieten. Sozialdezernentin Britta Anger erklärte dazu im Bezirk Mitte: „Hotels und Ferienwohnungen sind zu teuer. Hier wollen wir 250 Flüchtlinge umsiedeln.“

Das Land hat die ehemalige Unterkunft der Bereitschaftspolizei am Gersteinring der Stadt zum Verkauf angeboten. Anger: „Dort könnten 500 Menschen unterkommen. Viel zu viele, das würde Konfliktstoff bergen. Überdies gibt’s dort nicht ausreichend Sanitärbereiche, keine Küche und zu große Flure. Wir lehnen den Kauf der Immobilie ab.“

Linke: Standards einhalten

Die Linke beruft sich derweil auf die Standards, wonach Unterkünfte möglichst klein gehalten werden sollten mit maximal 80 Plätzen. Sven-Eric Ratajczak im Bezirk Mitte: „Die Größen der geplanten Containerunterkünfte sind auf 110 Personen ausgerichtet. Auch bei den Planungen für die Humboldt-straße und Bessemer Straße wird die festgelegte Maximalgröße deutlich überschritten.“

Kommentare
08.05.2015
11:14
Bezirk Mitte hat Nachholbedarf
von JuergenR | #6

Ich kann mich hier nur dem ersten Kommentar anschließen, die ehemalige Polizeischule am Gersteinring wäre hervoragend geeignet für diese Personen. Auf...
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2015-05-05 18:29
Bochum, Flüchtlinge, Asyl, Integration, Migration, Politik, Sozialamt
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