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Hotelgewerbe

Bettensteuer schwächt Bochum als Kongressstadt

15.02.2012 | 18:41 Uhr
Bettensteuer schwächt Bochum als Kongressstadt
Foto: Ute Gabriel

Bochum.   Mangelnde Kenntnis der Branche werfen Hotel-Experten der Stadt Bochum bei der Einführung der Bettensteuer vor. Dass große Buchungen durch Firmen meist ein Jahr zuvor abgeschlossen werden, sei bei der Stadt offenbar nicht bedacht worden. Die Sorge wächst, im Wettbewerb als Kongressstadt mit Essen und Dortmund den kürzeren zu ziehen.

Die Bettensteuer schwächt Bochum als Kongressstadt, ist Dirk Kahle überzeugt. Der Manager auch des 4-Sterne-Renaissance-Hotels am Stadionring kassierte wegen der neuen Steuer für sein Hotel Courtyard im Stadtpark eine Stornierung der Wittener Firma Ardex über 2000 Buchungen im laufenden Jahr.

Ardex, so auch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Westfalen, Claus Altendorf, war wegen der Bettensteuer lieber nach Dortmund ausgewichen, ins Hilton, hieß es. Denn in Dortmund wird nur für private Hotelgäste eine Bettensteuer erhoben, nicht für Geschäftsleute. Und Essen erhebt überhaupt keine Bettensteuer.

Vorwurf - Blanke Unkenntnis

Ardex, schildert Hoteldirektor Kahle, habe bei der Stadt Bochum angefragt, ob die Bettensteuer auch zu zahlen sei, wenn die Buchungen bereits im Vorjahr besiegelt worden waren. Das sei einfach bejaht worden. Da habe Ardex in Bochum storniert .

Blanke Unkenntnis des Hotelgewerbes wirft Dehoga-Sprecher Altendorf der Stadt Bochum vor. Dort habe sich offenbar noch nicht herumgesprochen, dass die großen Buchungsverträge in der Regel ein Jahr zuvor geschlossen werden, also in 2011 für 2012. Als der Rat kurz vor Weihnachten 2011 die Bettensteuer beschlossen hatte, habe man noch am 27. Dezember vergeblich versucht, sich bei der Stadtverwaltung kundig zu machen, doch der Zuständige sei nicht da gewesen.

Treffen mit dem Kämmerer

Kahle: „Wir wollten von der Stadt wissen, wie der Vorgang zu berechnen ist.“ Die Bettensteuer kommt nämlich zur Umsatzsteuer noch hinzu, die ist für Leistungen wie Frühstück wiederum anders als für die Übernachtung. Wie Kahle schildert, hätten sich inzwischen etliche kleinere Hotels an ihn gewandt, mit der Frage, wie die Bettensteuer zu berechnen sei.

Buchungsstornierungen wegen der Bettensteuer seien u.a. auch im Hotel im Lottental erfolgt, weiß Altendorf. Und Kahle kennt eine Firma, die auflistet, wer die „notleidenden Städte“ mit Bettensteuer sind. Dort werde man nicht mehr logieren.

In Kürze werden Altendorf und Kahle mit dem Bochumer Kämmerer Dr. Busch zusammentreffen, um zu reden.

Rolf Hartmann

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Kommentare
16.02.2012
18:31
Artikel von heute aus derWesten.de
von Klug99 | #3

Schuldenfrei e Städte – Borken macht’s vor
lesenswert!

1 Antwort
Bettensteuer schwächt Bochum als Kongressstadt
von Volksentscheid | #3-1

Gelesen
Zitat:Seine Gemeinde beherzigt viele der genannten Spartipps. Einen hebt Dahlhaus ausdrücklich hervor: „Wer investiert, muss an Folgekosten denken.“

Tja,wie war das noch mit den Folgekosten für Bochums Kirchturmprojekt ?
Genau,werden bewusst verschleiert

16.02.2012
11:52
Bettensteuer schwächt Bochum als Kongressstadt
von MalNachgedacht | #2

@1: Hinzu kommt, dass Bochum eine niedrigere Gewerbesteuer erhebt, als die Großstädte im Umkreis (Dortmund ausgenommen).

16.02.2012
07:26
Bettensteuer schwächt Bochum als Kongressstadt
von ro-fisch | #1

Soweit die Übernachtungspreise dank des "FDP-Geschenks" tatsächlich angepasst wurden, dürfe eine Bettensteuer nicht zur Preiserhöhung führen (19 % - 7 % = 12 % Ersparnis - Bettensteuer 5 % = 7 %). Andererseits muss sich die Stadt wirklich die Frage stellen, wie sie sich und ihre vermeindlichen Vorteile gegenüber anderen Ruhrgebietsstädten vermarkten will. Für die städt. Marketinggesellschaft ist diese Vorgehensweise kontraproduktiv! Das Umschwenken der Firma ARDEX ist neben einem Preisvorteil sicherlich auch durch die nähere Lage zu Dortmund nachvollziehbar.

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