Das aktuelle Wetter Bochum 22°C
Bewährungsstrafe

Betrunkener warf volle Mülltonne auf den Sheffieldring

14.11.2011 | 13:09 Uhr
Betrunkener warf volle Mülltonne auf den Sheffieldring
Der Sheffield-Ring in Bochum-Laer. Hier flog die Tonne auf die Fahrbahn. Foto: Ingo Otto

Bochum.  Ein Steuerfachangestellter hatte im Mai eine gefüllte 120-Liter-Mülltonne von einer Brücke auf den Sheffieldring in Bochum geworfen - nur so aus einer Laune heraus. Dafür bekam er am Montag eine Haftstraße auf Bewährung.

Die Tat war verrückt und lebensgefährlich: Ein gelernter Steuerfachangestellter (40) hatte nachts eine gefüllte 120-Liter-Mülltonne über ein Brückengeländer auf den Sheffieldring geworfen. Dafür verurteilte ihn am Montag das Schöffengericht zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung und 150 Sozialstunden.

Die Staatsanwältin sprach angesichts der Gefährlichkeit dieser Wahnsinnstat von Russischem Roulette - nur dass dabei allein die Autofahrer das Risiko hätten tragen müssen.

Der Angeklagte hatte in der Nacht des 8. Mai kräftig in einer Kneipe gezecht, eine halbe Flasche Whiskey und Bier, wie er sagte. In seinen Adern flossen damals fast zwei Promille Alkohol. Auf dem Heimweg um 2.20 Uhr stieß er auf der Dannenbaumstraße in der Nähe des Opel-Werks 1 ohne jeden Sinn eine Mülltonne um. Eine weitere schleifte er hinter sich her. Er hievte sie auf die Brüstung und warf sie auf die Fahrbahn. Die graue Tonne zerplatzte in Einzelteile und blieb mitten auf dem Asphalt liegen. Ein Anwohner (48) hatte den Krach gehört und sofort 110 gewählt. Zu einem Verkehrsunfall kam es nicht, das war aber nur purer Zufall. Der Zeuge hatte den Eindruck, dass der Täter die Tonne „beiläufig“ in den Verkehr geworfen habe. Motto: „Weg damit - und weiter.“

„Dar Alptraum eines jeden Autofahrers verwirklicht“

Die Staatsanwältin las dem Angeklagten kräftig die Leviten. Die Tonne sei „wie der Einsatz einer Waffe“ gewesen - „immens gefährlich“. Mit so einer Tat habe sich „der Alptraum eines jeden Autofahrers verwirklicht“. „Jeder, der sowas hört, reagiert mit Entsetzen.“

Der arbeitslose Angeklagte, Vater zweier Kinder, räumte alles ein, verwies aber auf seine hohe Alkoholisierung. „Das tut mir leid. Das war ein Aussetzer.“ Das Gericht hielt ihm eine verminderte Schuldfähigkeit zugute. Noch am Tatort war er damals festgenommen worden. Er war bisher nur wegen Schwarzfahrens vorbestraft.

Das Urteil ist rechtskräftig. Es erging wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung.

Bernd Kiesewetter



Kommentare
14.11.2011
16:59
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.11.2011
15:36
Kleiner Jungen-Streich
von Visionaer | #3


@oderfla

Aha:
Besoffen ohne erkennbaren Grund, nur so aus einer Laune heraus, wildfremde Menschen in Lebensgefahr bringen ist also NUR ein "kleiner Jungen-Streich", den man doch mal so durchgehen lassen kann.

Sie sind sicher, das ihre Bewertungsmaßstäbe Gesellschaftkonform sind ?

Ja ? .... Ich nicht !

14.11.2011
14:47
ach gottchen...
von oderfla | #2

mal wieder ´ne steilvorlage für die "law and order-fraktion".......

na, da können sich die hardliner mal wiede ordentich das maul zerreissen.!

14.11.2011
14:37
Kein Knast
von Smartdriver | #1

Wie schön, er ist auf Bewährung frei!
Fürs saufen in der Kneipe reicht das Geld ja offensichtlich auch ohne Job!
Wenn man für versuchten Mord (nicht anderes war das) nicht mal mehr ins Gefängnis muß, dann läuft etwas gewaltig falsch hier im Staate!

Aus dem Ressort
Idylle mitten in der Stadt auf dem Rhönplatz in Grumme
Bochums Straßen
Viel ist nicht los, beginnt man die Reise auf der Rhönstraße, jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Allein das Rauschen der Autos vom Castroper Hellweg ist durch die Schallmauer zu hören. Beim Schlendern durch die Siedlung Richtung Rhönplatz geht es vorbei an gepflegten Häusern, zur linken Hand...
WAZ-Leser genießen Sterne-Schmaus in der Klinikküche
Aktion
„Chef de Cuisine“: Der Titel erinnert an Spitzenköche aus der Sterne-Kategorie. Ralf Meyer hat sich die Berufsbezeichnung hart erarbeitet. Der 45-Jährige stand viele Jahre in der Top-Gastronomie am Herd, u.a. im noblen „Schiffchen“ in Kaiserswerth. 2009 wechselte er: von ganz oben nach ganz unten.
„Mrs. Robinson“ zu Gast in Langendreer
Pop
Die Simon-&-Garfunkel-Coverband „Central Park“ ist weit über die Grenzen des Ruhrgebiets bekannt - und sehr gefragt. Jetzt absolviert das Quintett mal wieder ein Heimspiel in Bochum, und zwar in der Christuskirche Langendreer.
Stadtarchiv Bochum zeigt große Weltkrieg-Ausstellung
Zeitgeschichte
Das Zentrum für Stadtgeschichte in Bochum hat sein Herbstprogramm vorgelegt. Zentrales Thema ist die Erinnerung an DAS Ereignis vor 100 Jahren. „Zwischen Heimat und Front – Bochum im Ersten Weltkrieg“ heißt die umfangereiche Eigenproduktion, die am 24. August eröffnet wird.
Elfjähriger Detektiv rettet Senior in Wattenscheid das Leben
Heldentat
Leon Volkeri aus Wattenscheid-Höntrop spielt einfach gerne Detektiv und ist nun ein kleiner Held: Er spürte einen über mehrere Tage verschwundenen Demenzkranken auf und bewahrte ihn so vermutlich vor dem Tod. Der Realschüler scheint den Senior tatsächlich durch Intuition gefunden zu haben.
Umfrage
Wie zufrieden waren Sie bisher mit dem Essen im Krankenhaus?

Wie zufrieden waren Sie bisher mit dem Essen im Krankenhaus?

 
Fotos und Videos
Kochen im Krankenhaus
Bildgalerie
WAZ öffnet Pforten
Trinkhallentour 2014
Video
Video
Rhönstraße und Rhönplatz
Bildgalerie
Straßenserie