Besser als man glaubt
25.05.2009 | 18:14 Uhr 2009-05-25T18:14:00+0200Das Wirtschaftmagazin „Capital” hat sich den Wohnimmobilien-Standort Bochum angeschaut. Und war überrascht.
Der Satz ist nicht gerade frisch einer Denkerstirn entfleucht, sondern feiert (als Plattenveröffentlichung) gerade sein Silberjubiläum. Doch als es der Immobilien-Redaktion des Wirtschaftsmagazins „Capital” darum ging, ein treffendes Pauschalurteil über den Immo-Standort Bochum zu formulieren, da griff man auf Bewährtes zurück: „Besser als man glaubt” lautet die Zwischenwertung im Regionalvergleich. Mit dem nahm das Magazin 16 NRW-Städte unter die Lupe - von Aachen bis Wuppertal.
Man würde „Arbeitslosigkeit und soziale Brennpunkte vermuten”, schrieb Beitragsautor Stefan Laurin. Trotz Nokias Abschied und Opels ungewisser Zukunft ginge es der Stadt aber „gut”. Echte Problemviertel gebe es nicht.
Weit mehr als die Hälfte der Bochumer Wohngebiete sind von den zuliefernden Immobilien-Experten als „mittlere Lage” bewertet worden. Aber da gibt es natürlich noch Stiepel, das Stadtpark-Viertel, Ehrenfeld, Teile von Sundern und Weitmar, die als Top-Adressen gelten. Wo man für ein Einfamiliehaus ab 500 000 Euro aufwärts hinlegen muss und die Mietwohnung unter 6 Euro pro Quadratmeter schon mal gar nicht zu haben ist. Zum Vergleich: In den zweifellos vorhandenen „einfachen Lagen” gelten Kurse ab 160 000 Euro bzw. 4 Euro/qm.
„Capital” hat sich eine Bewertung von Wohngebieten bis hin zur Auflösung in kleine Straßenzüge geleistet, andererseits aber dem Drang zum populären Ranking widerstanden. „Unsere Grundphilosophie ist, dass jede Stadt gute und schlechte Lagen hat”, erklärt der verantwortliche Redakteur Wolfgang Ludwig, „teils machen 50 Meter schon einen Riesenunterschied.” Früher habe man sich für ein Ranking die Höchstpreise angeschaut - aber wird ein Viertel deshalb attraktiver, weil sich drei, vier Neureiche bei Kaufverhandlungen über den Tisch ziehen ließen?
„Die Preise bleiben stabil” - das sei für „Capital” eine Überraschung gewesen, sagt Ludwig. Stabil heißt: Schwankungen von plus/minus zwei Prozent sind in der Preisprognose drin. Überraschungen bereitete zudem der Ehrenfelder, denn der verkauft Haus und Hof offensichtlich nur im alleräußersten Notfall. Im vergangenen Jahr wechselten lediglich hier zwei Einfamilienhäuser den Besitzer.
Wo „Capital” sinkende Attraktivität feststellte, kann man das auch lesen: Wuppertals Manko ist demnach der fortschreitende Bevölkerungsverlust, Möchengladbach suche weiter nach seiner Identität. Und wer wohnt schon in Düsseldorf, wo die Weisheit gilt: „Teuer, teuer, teuer”? Die Wahrheit lautet: immer mehr.

08:48
Laut Karte stellt es sich etwas anders dar als in Ihrem Artikel: Sundern ist der einzige Stadtteil, der komplett als Top-Lage ausgewiesen wird, selbst für Stiepel gilt das nur in (großen) Teilen. Wie dem auch sein: Fast überall in Bochum kann man sich wohlfühlen, insofern trifft die Überschrift des Artikels vollkommen zu.
22:34
Na wenn man es sich leisten kann dann zieht man auch in die bessere Gegend, würde ich ja auch machen.
Aber irgendwann ist auch die bessere Gegend so zugebaut das es dort auch nicht mehr so toll ist,was dann????