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Bermuda-Dreieck

Bermuda-Wirte betonen relative Friedlichkeit ihres Viertels

24.01.2016 | 18:51 Uhr
Bermuda-Wirte betonen relative Friedlichkeit ihres Viertels
Leo Bauer (li.) und Mandragora-Wirt Dirk Steinbrecher am Sonntag auf dem Dach des Handelshofes im Bermuda-Dreieck.Foto:Jürgen Theobald

Bochum  Nach einer sexuellen Belästigung im Bermuda-Dreieck schlugen die Wellen hoch. Wirte betonen aber: Hier geht es „im Großen und Ganzen friedlich“ zu.

„Ich finde, wir sollten uns alle darüber freuen, dass es hier im Großen und Ganzen friedlich zugeht.“ Das erklärte am Sonntag der Bochumer Großgastronom Leo(nardo) Bauer, der „König“ des Bermuda-Dreiecks, in einem WAZ-Gespräch. Er reagiert damit auf Medienberichte über einen Fall von sexueller Belästigung am 16. Januar in einem Grillrestaurant des Viertels.

Die Leserresonanz auf die Berichte über den Vorfall war extrem hoch, es gab massenhaft Kommentare im Internet. Die Wirte wehren sich aber gegen den möglichen Eindruck, als würde es in ihrem Viertel häufiger so zugehen. „Ich halte das für ein friedliches Viertel“, so Bauer.

Tatopfer machte seinem Unmut bei „Facebook“ Luft

Zwei junge Bochumerinnen waren damals um 5 Uhr früh nach ihrer Arbeit in einem anderem Lokal in das Grillrestaurant gegangen, um etwas zu essen. Dort waren sie ihrer Aussage nach aus einer Gruppe von vier jungen Männern sexuell angepöbelt worden. Die Situation eskalierte, es kam zum Handgemenge. Schließlich sollen die Frauen durch die Männer auf der Straße verfolgt worden sein. Tags darauf machte eine der Frauen (25) ihrem Unmut über die Rüpelei im Internet-Forum „Facebook“ Luft und löste ein riesiges Echo aus : „Frauen in Deutschland“ könnten „nirgends vor verbalen und körperlichen Angriffen sicher“ sein. Solche Angriffe würden „immer noch als normale Umstände angesehen, die Frauen eben zu ertragen haben und in die sich deshalb niemand auf der Straße einmischt“.

Es gibt ein Video des Lokals von dem Vorfall (ohne Ton). Die WAZ hat es gesehen. Darin ist zu erkennen, wie sich die Situation aufschaukelt und ein Wort das andere ergibt. Die Polizei wertet es nach einer Anzeige der Frauen aus.

„Es gibt hier nur wenige Polizeieinsätze“

Dirk Steinbrecher, Vorstand der „Immobilion-Standort-Gemeinschaft“ (ISG), die sich um die Belange der Bermuda-Wirte kümmert, sagte der WAZ: „Im Bermuda-Dreieck gibt es wie in jedem Gastronomie-Viertel der Welt Situationen, in denen sich Männer nicht gerade charmant zu Frauen verhalten; nicht so, wie es sein sollte. Aber hier wird immer versucht, in solchen Situationen zu deeskalieren. Das ist die größte Möglichkeit, größere Vorfälle zu vermeiden. Es gibt hier nur wenige Polizeieinsätze.“

Das bestätigt auch die Polizei. Im Verhältnis zur Belebtheit des Viertels, so ein Sprecher auf WAZ-Anfrage, gebe es dort keine besonders hohe Anzahl an Straftaten. Was speziell Sexualdelikte angehe, habe es 2015 eine einzige Anzeige gegeben. Freilich: „Wir können nicht sagen, wie hoch die Dunkelziffer ist.“

Leo Bauer: „Ich arbeite und wohne im Handelshof seit 1987. Ich bin der Meinung, dass bei der großen Frequenz – vergleichbar mit mehr als zehn gleichzeitig stattfindenden Volksfesten – wenig bis nichts passiert an Kriminalität.“

Seit 50 Jahren beobachte er die Gastronomie. Wenn er überhaupt eine Entwicklung sehe, dann eine positive, was körperliche Auseinandersetzungen angehe.

Treffen mit der Polizei und dem Ordnungsamt

Am Montag (25. Januar) trifft sich die ISG (Bermuda-Dreieck-Wirte) mit der Polizei und dem Ordnungsamt zu einer Besprechung. Schon seit vielen Jahren gibt es diese Kontakte. Ziel ist es, so ein Polizeisprecher, die Zusammenarbeit zu stärken „und die Sicherheit noch weiter auszubauen“.

Das Bermuda-Dreieck soll nach der Düsseldorfer Altstadt das größte Gastronomie- und Kneipenviertel in NRW sein. Allein die Disco „Riff“ und die „Rotunde“ werden am Wochenende von bis zu 3000 Menschen besucht.

Leo Bauer ist Getränke-Großhändler sowie Eigentümer, Betreiber und Vermieter mehrerer Lokale, zudem Aufsichtsrat der ISG. Dirk Steinbrecher ist Wirt des „Mandragora“ und des „Riff“.

Bernd Kiesewetter

Kommentare
26.01.2016
15:50
Kommentar von Feminismus im Pott – Bermuda3Eck Bochum
von FeminismusimPott | #1

http://feminismus-im-pott.de/2016/01/kommentar-von-feminismus-im-pott-bermuda3eck-bochum/

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Bermuda-Wirte betonen relative Friedlichkeit ihres Viertels
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http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bermuda-wirte-betonen-relative-friedlichkeit-ihres-viertels-id11491671.html
2016-01-24 18:51
Bochum, Bermuda-Dreieck, Wirte, Gastronomie, Sicherheit,
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