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Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss

12.06.2012 | 19:13 Uhr
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Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum ist nach wie vor ungewiss.Foto: Ingo Otto/WAZ FotoPool

Bochum.   Die Opelaner in Bochum mussten sich am Dienstag in Geduld üben: Kurz vor der Aktionärsversammlung stellte sich GM-Chef Dan Akerson zwar der Presse, schwieg aber zu Nachfragen über Gerüchte zur möglichen Werksschließung in Bochum. Auch die Versammlung in Detroit selbst brachte keine neuen Erkenntnisse.

Kurz vor der Aktionärsversammlung in Detroit hatte GM-Chef Dan Akerson am Dienstag noch eine Viertelstunde für eine Pressekonferenz geopfert. Dort ließ er allerdings auf Nachfrage nicht die Katze aus dem Sack, was die Gerüchte über eine mögliche Schließung des Bochumer Werkes nach 2014 anlangt. Er habe sich dazu nicht äußern wollen, teilte etwa die Agentur AFP mit. Der GM-Gewaltige hätte allerdings zu diesem Zeitpunkt schon klargestellt, dass „die Sanierung des defizitären Europageschäfts weiterhin oberste Priorität“ habe.

Das allerdings überrascht kaum, wenn man sich die miesen Bilanzzahlen des Opel-Geschäfts der letzten Jahre besieht. GM hat offenbar vor, auch in deutschen Opelwerken Geld durch die Aushandlung neuer Arbeitsverträge einzusparen. Dies war, so wird Akerson zitiert, in Gesprächen mit den Gewerkschaften in Großbritannien und Polen gelungen, was den dortigen Werken die Produktion des Kompaktmodells Astra ab 2015 sichert. In Deutschland sei die IG Metal l weniger empfänglich für die GM-Vorschläge gewesen, die Verhandlungen würden andauern.

Betriebsrat steht bereit

Bei wichtigen Nachrichten aus Detroit will Betriebsratschef Rainer Einkel von Opel Bochum zeitnah die unterbrochene Belegschaftsversammlung fortsetzen.Foto: Udo Kreikenbohm

Bei Opel Bochum steht der Betriebsrat bereit, auf wichtige Nachrichten spontan mit einer zeitnahen Fortsetzung der „unterbrochenen Betriebsversammlung“ zu reagieren. Betriebsratschef Rainer Einenkel erklärte, das mache man natürlich vom konkreten Nachrichtenstand abhängig.

An sich ist die nächste reguläre Belegschaftsversammlung für den kommenden Samstag im RuhrCongress terminiert. Einenkel war am Dienstag am frühen Nachmittag zu Gesprächen mit dem Opel-Vorstand in Rüsselsheim zusammen getroffen. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Aktionärsversammlung in Detroit gerade erst begonnen.

GM-Chef Dan Akerson schwieg auch bei der Aktionärsversammlung zur Zukunft des Bochumer Opel-Werks.Foto: rtr

Auch die Aktionärsversammlung brachte keine Neuigkeiten. Akerson lehnte es weiter ab, sich zur möglichen Schließung des Standorts zu äußern. Er sagte nur, die nächste Generation des Opel Astra werde statt in drei teils ausgelasteten Werken nur noch in zwei Werken im Drei-Schichten-Betrieb produziert.

Bischöfe finden kritische Worte

Wie berichtet, will der Opel-Vorstand seinen Aufsichtsrat in Rüsselsheim über die Pläne für die nächsten Jahre am 28. Juni unterrichten.

Nach Ruhrbischof Overbeck hatte am Montag auch der Essener Weihbischof Ludger Schepers im Gespräch mit Einenkel kritische Worte für GM gefunden: „Hier werden zentrale Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen, die den Verlust ganzer Standorte bedeuten könnten.“ (mit Material von afp

"Lasst Opel nicht sterben"

Rolf Hartmann

Kommentare
14.06.2012
15:16
Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss
von michalek | #9

Erst einmal hat GM ihre Entscheidung auf die Wahlkampfzeit um 2017 verschoben. Zu diesem Zeitpunkt können die Bosse bei GM wieder auf neue Zugeständnisse aus der Politik hoffen.
Außerdem hält GM bis zu diesem Zeitpunkt erst einmal eventuelle Forderung von der Belegschaft und Gewerkschaft in Grenzen.

13.06.2012
11:41
Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss
von scouti | #8

Nach Ruhrbischof Overbeck hatte am Montag auch der Essener Weihbischof Ludger Schepers im Gespräch mit Einenkel kritische Worte für GM gefunden: „Hier werden zentrale Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen, die den Verlust ganzer Standorte bedeuten könnten.“

Oh Herr Bischof Overbeck, wenn Sie das GM und Opel mal weglassen, dürfte das auch auf Ihre Gemeinden im Bistum zu treffen, aber zumindest gut dass Sie sich für die Mitarbeiter der Firmen einsetzten, denn wenn diese auch wegen Werksschließunungen etc. umziehen müsse, wird auch das Bistum Essen noch mehr "Schäfchen" verlieren und die nächsten Gemeinden werden fusionieren müssen, was letztendlich wieder den "Verlust ganzer Standorte" bedeutet - so ganz von oben herab verordnet.

13.06.2012
11:39
Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss
von drengler | #7

Ja warum wohl? Was könnte das nur bedeuten? Grübel, grübel, grübel - man weiss es nicht - oder doch?

GM und die "Finanzinvestoren" hinter GM haben das Aus für Opel-Bochum doch schon längst beschlossen. Der "Tanz", der nun von GM, etablierter Politik und Gewerkschaften aufgeführt wird, dient doch allenfalls noch der Beruhigung - besser Verarsc*** - der Opel-Arbeiter.

Die Hintergründe für die Entscheidung hat @#6 schon aufgeführt. Aber - so was kommt von so was. Die rot-grüne Bundesregierung "musste" ja 1999 durch Gesetzesänderungen der Globalisierung den Weg nach Deutschland öffnen - unter tosendem Beifall von CDU/CSU und FDP. Welcher Arbeiter soll denn solchen Verrätern der BRDDR "Blockparteien" nun noch glauben und vertrauen?

13.06.2012
11:10
Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss
von Zugfuehrer_aD | #6

und GM wird den gleichen Weg wie Nokia gehen.

Wenn man sich mit OPEL-Mitarbeitern unterhält, kommt folgendes heraus. Seit Jahren wird bei OPEL zwar entwickelt und patentiert, aber die Entwicklungen und Patente gehen dann an GM in die USA und werden dort produziert.

Um die amerikanischen GM-Marken zu fördern und die US-Werke zu schützen, darf in Ländern wo Chevreolet verkauft wird, kein OPEL verkauft werden. Dabei wird OPEL aktiv von GM aus den Märkten verdrängt, um dort Chevreolet zu platzieren. Gleichzeitig wird kritisiert, das OPEL in genau diesen Ländern nicht mehr genug Autos verkauft.

Um Kosten zu sparen, hat GM die Qualität so weit heruntergefahren, das OPEL mit der Konkurenz (VW, Ford, ...) nicht qualitativ mithalten kann. OPEL produziert mittlerweile im Billig-Segment, kann aber dort wegen der höheren Löhne nicht bestehen.

Letzten Endes wird GM die Marke "OPEL" bewusst und gewollt gegen die Wand fahren. Letzten Endes wird es dann aber GM in Deutschland wie Nokia ergehen.

13.06.2012
11:03
Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss
von Gerther | #5

Wer ist denn allen Ernstes davon ausgegangen, dass GM vor Ablauf des 3. Quartals 2014 eine Entscheidung zur Schließung des Bochumer Werkes bekannt geben würde? GM will doch nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen, aber, dass man gestern zu Opel Bochum keine Entscheidung getroffen hat, das spricht allerdings Bände.

Dem Betriebsratsvorsitzenden Einenkel darf ich den Tipp geben, "nicht von einer zeitnahen Fortsetzung der unterbrochenen Betriebsversammlung“ zu reden. GM wartet doch nur darauf, dass Opel Bochum streikt, denn dann wäre ein triftiger Grund da, das Bochumer Werk vor Ablauf des Jahres 2014 zu schließen!

13.06.2012
10:08
Beim Stichwort Opel Bochum ...
von 2drift | #4

geht es einzig um Zeitspiel, nicht um Standortsanierung ! Zitat : "Aushandlung neuer Arbeitsverträge...was den dortigen Werken die Produktion des Kompaktmodells Astra ab 2015 sichert"

Das Theaterstück heißt : Gegen die Wand
in den Hauptrollen : USA und EU
in den Nebenrollen : UK / NRW

GM weiß um sein lächerlich einseitig strukturiertes Absatzgeflecht. Man baut den Ampera als erster in Serie, verkauft wird in den USA (größter Wachstumsmarkt für E-Mobiles) der baugleiche Chevrolet ! GM beraubt Opel um deren Entwicklungsergebnisse, und hält dem Personal zeitgleich vor, nicht produktiv genug zu arbeiten ?! Was hier passiert ist das, was die amerikanische Wirtschaft nunmal tut - Sie immitiert Fortschritt und verkauft es als american way of success! Hintenrum schiebt der US-Kapitalismus den Einkaufswagen durch´s Chinakaufhaus, weil der US-Markt mit seinen minderwertigen Ramschwaren nicht mal auf 20% der Lebensdauer eines Ø deutschen Qualitätsproduktes kommt !

13.06.2012
08:25
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.06.2012
07:31
Beim Stichwort Opel Bochum schweigt der GM-Boss
von ESteiger | #2

würde ich auch machen

13.06.2012
07:29
Kein AR... in der Hose
von mitLINKSinsVERDERBEN | #1

Unfassbar unprofessionell geben sich die "Verantwortlichen" in den letzten Monaten. Niemand hat den Mut, niemand den Charakter, Tacheles zu reden. Stattdessen hält man uns hin. Dabei ist längst klar, was die überbezahlten und unfähigen Manager und Nichtsnutze in den oberen Chefetagen nicht zu sagen wagen:
Sie werden Bochum schließen. Das weiß leider jeder. Nur sagen traut es sich niemand. Ich fühle und leide mit allen Betroffenen. Dieses unmenschliche und charakterlose Verhalten ist einfach unwürdig. Und dies enttäuscht auf ganzer Linie. Ebenfalls die Reaktionen der Politik, die dem nur zuschaut, anstatt klare Verhältnisse zu fordern. Jetzt wäre der Zeitpunkt, sich auf einen Umbruch noch einstellen zu können, für die Zeit "danach" zu planen. Doch den Beteiligten geht es nur um Zahlen und um Wiederwahlen. Traurig, doch leider leider wahr. Und so kommt was kommen muss: Die Wahrheit erst viel zu spät ans Licht. Wie so oft.

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