Beim Fanclub Bochum-Ost 1975 schlagen die Herzen blau-weiß

VfL-Bochum-Fanclubs sind über die ganze Welt verteilt, der zweitälteste aber sitzt in Langendreer an der Hohen Eiche: Der Fanclub Bochum-Ost 1975, der dieses Jahr 40-Jähriges feiert. „Das wichtigste bei uns ist die Gemeinschaft, jeder hilft dem anderen“, verrät Jürgen König, eines von zwei verbliebenen Gründungsmitgliedern, das Erfolgsrezept: „Damals waren wir gerade einmal sieben Leute, aber die Kameradschaft hat uns schon immer ausgezeichnet.“

Mit seinem Verein hat der Hüne aus Langendreer viel mitgemacht. Richtig ins Schwelgen gerät er, wenn er an die Zeiten der Uefa-Cup-Spiele denkt, bei denen er von Trabsonzpor bis Amsterdam überall live dabei war. Aktuell wirft König aber einen sorgenvollen Blick auf den Zweitligisten: „Für den VfL wird es immer schwieriger zu überleben. Unseren neuen Trainer finde ich aber nicht schlecht. Das ist ein Verrückter, der passt zu uns. Den werden wir mal hier einladen.“ Er wäre nicht der erste prominente Gast, Werner Altegoer etwa wurde im Clubhaus verabschiedet, zum 35-Jährigen fand eine Pressekonferenz an gleicher Stelle statt.

Früher war der Fanclub Bochum-Ost 1975 bei fast jedem Auswärtsspiel dabei, heute hat das nachgelassen. Dauerkarteninhaber sind aber alle 28 Mitglieder.

Die Auswärtsspiele werden meistens im Clubhaus in Langendreer geschaut. Der Altersdurchschnitt ist eben höher geworden, das älteste Mitglied ist 67, das jüngste 34. „Früher haben wir Fanclub-Turniere gespielt, heute ist es Tisch-Kicker“, scherzt König. „Früher waren sie ein wilder Haufen Cowboys“, drückt es Ralf Zänger vom Fanprojekt etwas anders aus. Heute aber sind sie ganz zahm, auch wenn ihre Erscheinung in Rockerkutten imposant daherkommt. „Die Leute sind ruhiger geworden und trotzdem immer noch mit Herzblut dabei. So ein Fanclub sucht seinesgleichen“, lobt Zänger.

Im März wartet auf den Fanclub Bochum-Ost ein besonderes Erlebnis. Über eine Anzeige in der WAZ sind die VfL-Fans auf einen Fanclub von Real Oviedo gestoßen, der Kontakte nach Bochum gesucht hat.

Am 27. März besucht der VfL-Fanclub die Spanier als Repräsentanten der Stadt Bochum, samt eines Empfangs durch den Bürgermeister. „Wir haben viel erlebt in unserer Geschichte, aber das ist etwas ganz Besonderes für uns“, freut sich König.