Das aktuelle Wetter Bochum 13°C
"Day of Song"

Beim "Day of Song" singen 50.000 Menschen im Ruhrgebiet

02.06.2012 | 18:12 Uhr
Jung und Alt - alle singen beim "Day of Song" gemeinsam im Ruhrgebiet.Foto: dapd

Bochum.  Chormitglieder und Besucher singen alle gemeinsam. In 53 Städten sind sie unterwegs - in Seniorenheimen, Jugendzentren, bei Gemeindefesten und auf der Straße. So soll das Selbstbewusstsein der Region gestärkt werden. Höhepunkt war um 12.10 Uhr: In allen Städten wurde da das "Steigerlied" gesungen.

Geburtstagskind Lara weiß nicht so recht, wie ihr geschieht. Gerade noch hat sie viele Tränen geweint, weil sie ihren Vater in der Masse verloren hatte, und plötzlich singen ihr am Samstag rund 2500 Menschen auf dem Bochumer Rathausplatz ein Ständchen. Noch während sie die Augen trocken wischt, ziehen sich ihre Mundwinkel nach oben. So viele Menschen haben noch nie für sie geträllert.

Über 50.000 Sänger machen das Ruhrgebiet am "Day of Song" an diesem Wochenende zu einem riesigen Musikfestival. In 53 Städten sind seit Freitag und noch bis Sonntag mehr als 500 Auftritte geplant. Chormitglieder vom Kinder- bis zum Rentenalter bieten in Seniorenheimen, Kirchen, Jugendzentren und bei Gemeindefesten hiesiges Liedgut an.

200.000 Menschen singen zeitgleich das "Steigerlied"

Einer der Orte ist der Rathausplatz in Bochum. Dort, tief im Westen, in der von Herbert Grönemeyer besungenen Blume des Reviers, läuft am Samstag alles in E-Moll, wie Dirigent und Kreischorleiter Niels Nabring mit Bewunderung feststellt. Zum "Day of Song" hat es Menschen aller Altersklassen, Gesinnung und Religion in die Innenstadt verschlagen. Die einen wiegen im Takt, fast wie in Trance. Mit geschlossenen Augen schmettern sie Lied für Lied voller Inbrunst. Andere wippen nur verstohlen mit dem Fuß und überlassen den Protagonisten, nämlich den Chören, das Singen.

Ziel dieser das Ruhrgebiet vernetzenden Aktion ist die Stärkung des Selbstbewusstseins der angeschlagenen Region. Außerdem solle so ein touristisches Zeichen gesetzt werden, sagt Christoph Mandera, "Day of Song"-Beauftragter in Bochum. Der Höhepunkt der Veranstaltung ist in sämtlichen Städten um 12.10 Uhr am Samstag. Dann singen alle Teilnehmer in 53 Städten zeitgleich das "Steigerlied". Ein Titel, der so tief mit dem "Kohlen-Pott" verwurzelt ist wie Zechensiedlungen. Nach ersten Schätzungen singen inklusive der Besucher 200.000 Menschen städteübergreifend gleichzeitig das Bergmannslied.

Kinder haben Singen geübt

In Bochum wird das Steigerlied von Abgesandten lokaler Chöre zum Besten gegeben. Hoch oben, über ihren Köpfen, steht die Blaskappelle Blechwerk auf dem Rathausbalkon und begleitet die Sänger mit Trompeten. Bei strahlendem Sonnenschein stimmen immer mehr Zuschauer ein. Zuvor wurden zahlreiche Liedhefte verteilt, damit auch die nicht so textsicheren Teilnehmer ihren Stimmbändern freien Lauf lassen können. Spätestens beim Lied "Hejo, spann den Wagen an" singt der Rathausplatz wie aus einer Kehle. Pinke Luftballons und Schirmhauben mit der Aufschrift "Sing" dominieren das Bild.

Viele Kinder sitzen bei ihren Vätern auf den Schultern. Gerne kopieren sie Teile der Choreographie, die auf der Bühne aufgeführt wird. "In allen Grundschulen Bochums wurden in den vergangenen Wochen die gleichen Lieder geübt, damit jedes Kind mitsingen kann, wenn der Kinderchor die Bühne betritt", erklärt Gisela Eibeck, Leiterin der Musikschule Bochum. Und das tun sie - so laut sie können.

Am Rathausplatz ist indes aus Laras verhaltenem Lächeln ein ausgewachsenes Strahlen geworden. Denn nach dem Geburtstagsständchen ist auch endlich ihr Vater aufgetaucht. Nun sitzt sie auf seinen Schultern und singt aus voller Lunge, gemeinsam mit den anderen 2500 Besuchern. (dapd)

Day of Song in Hagen

Day Of Song

 



Kommentare
03.06.2012
08:43
Beim Day of Song singen 200.000 das Steigerlied
von PaulKersey | #1

Mir geht das Lied so langsam aber sicher auf den Sack.
Ich kann diese Nostalgietümelei nicht mehr ertragen. Aus diesem Grund bin ich auch nicht hingegangen.
An jeder Ecke wird bei fast jedem Anlass diese Lied geträllert und man besinnt sich an die ach schöne dreckige Zeit mit rauchenden Schloten unddie niedlichen Täubchen, die alles vollscheißen.
Biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte nicht mehr so oft singen.

Aus dem Ressort
Bochumer Schüler gewinnt Zeus-Award der Funke-Mediengruppe
Preisvergabe
Bei der Vergabe der ZeusAwards der Funke Mediengruppe in Essen hat ein Beitrag von Lennart Englisch, ein Schüler der Graf-Engelbert-Schule in Bochum, besonders überzeugt. Er setzte sich mit der immer größer werdenden Anzahl von englischen Wörtern in der deutschen Sprache auseinander.
Radfahrer treten für bessere Vekehrspolitik in die Pedalen
Verkehr
Die Gruppe „urbanRadeling“ macht sich für eine Verkehrspolitik stark, die die steigende Zahl von Radfahrern ausreichend berücksichtigt. Am Samstag starteten die Mitglieder zu einer „Höllentour“ über den Innenstadtring.
Kinder- und Jugendarbeit steht auf solidem Fundament
Youth Open
Zum achten Mal hatten die Kinder- und Jugendfreizeithäuser und Jugendverbände den Aktionstag am Samstag in der Innenstadt vorbereitet. „Zum ersten Mal stehen wir hier im Regen“, bedauerten Rolf Geers und seine Mitstreiter. Nicht schlimm: Auf der überdachten Bühne konnten die insgesamt 30 Gruppen...
Ehemalige Fußballprofis kicken für Flüchtlinge im Nordirak
Benefizspiel
Mehrere tausend Euro konnten am Samstag bei einem Benefiz-Fußballspiel zugunsten der jesidischen Flüchtlinge im Nordirak eingenommen werden. Zahlreiche Ex-Profis, u.a. Ailton und Frank Mill, liefen für den guten Zweck in Kornharpen auf.
Ein blutiger Rachefeldzug ins Unglück
Theater
Sibylle Broll-Pape gelingt eine grandiose „Orest“-Inszenierung im Prinz Regent Theater. Die Eröffnung ihrer Abschiedsspielzeit gerät drastisch, verliert sich aber nicht darin. „Orest“ sucht nach düsteren Kontinuitäten in der Menschheitsgeschichte.
Umfrage
Ab dem 1. Oktober stellt die Stadt Bochum 220 kostenfreie zusätzliche Park & Ride-Plätze auf dem Unger-Gelände zur Verfügung. Das soll die Herner Straße entlasten. Pendler sollen dort in den ÖPNV umsteigen. Was halten Sie davon?

Ab dem 1. Oktober stellt die Stadt Bochum 220 kostenfreie zusätzliche Park & Ride-Plätze auf dem Unger-Gelände zur Verfügung. Das soll die Herner Straße entlasten. Pendler sollen dort in den ÖPNV umsteigen. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Hafenfest der Schiffsmodellbauer
Bildgalerie
Modellbau
Spieler in Grundschulen
Bildgalerie
VfL Bochum
Glockenausbau in der Marienkirche
Bildgalerie
Musikzentrum
Kuchen und Klimbim beim Alsenfest
Bildgalerie
Straßenfest