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Bei Urbanatix ist die Show der Star

11.11.2011 | 17:50 Uhr
Bei Urbanatix ist die Show der Star

Bochum.  In der Bochumer Jahrhunderthalle hat die dritte Staffel von Urbanatix begonnen.

Poesie trifft auf Power, Anmut auf Wagemut, fette Beats auf filigranes Ballett. Genres verwachsen, Grenzen verwischen. Neue, spannende Formationen entstehen. Amateur oder Berufsartist? Kaum auszumachen. Und egal. Bei Urbanatix ist die Show der Star.

Nach dem Erfolg der ersten beiden Staffeln 2010 mit insgesamt 20.000 Zuschauern geht das Streetart-Projekt in der Jahrhunderthalle in die dritte Runde. Die Generalprobe am Donnerstagabend untermauerte die Meinung von Regisseur und Initiator Christian Eggert: „Urbanatix ist erwachsener geworden, professioneller, nicht mehr so verspielt.“

Urbanatix: das ist der weltweit einzigartige Versuch, der urbanen Lebenskunst die große Bühne zu bereiten. Biker, Triker, Parkourläufer, Breakdancer: Die jungen Wilden der Straße, oft (und bezeichnenderweise gerade im Westpark) als lästig empfunden und fortgescheucht, agieren Seit’ an Seit’ mit internationalen Artisten im Scheinwerferlicht der Jahrhunderthalle. Passion und Profession, Großbildprojektionen sowie Licht- und Musikeffekte bilden den Rahmen einer Inszenierung, die in der Industriekathedrale eine perfekte Heimstatt gefunden hat.

Kraft, Können undKreativität

Urbanatix avancierte zum Erfolgsformat und gilt als eine der herausragenden Ruhr 2010-Projekte. Noch besser: Das Gesamtkunstwerk hat das Kulturhauptstadtjahr locker überlebt. Nach halbjährigem Training in der Marienkirche präsentierte sich das Ensemble bei der letzten Probe vor der Presse und geladenen Gästen quicklebendig, voller Kraft, Können und Kreativität.

90 Minuten dauert der faszinierende Parforceritt. Der Titel ist Programm: „Spinning Around“. Die 50 Straßenartisten aus 23 NRW-Städten (viele sind seit den Anfängen dabei) wirbeln, springen, rotieren als Tänzer, Trampolinspringer, BMX-Radler, Mauer-Läufer über die XXL-Bühne. Die Sparten werden kunterbunt gemixt, mit Cello-Klängen und Revier-Bildern und Symbolen stimmig unterlegt. Ein Fest für alle Sinne. Ein großartiges Zeugnis des Potenzials, der Dynamik und des unbändigen Willens, der in vielen Jugendlichen schlummert und nur abgerufen werden muss.

Urbanatix

Die kongeniale Ergänzung liefern 13 Profi-Artisten. Alte Bekannte sind Rémi Martin am Chinesischen Mast, BMX-Virtuose Frank Wolf, „Wall-Clown“ Tobias Wegner und Kraftprotz Eike von Stuckenbrok (der wegen einer Verletzung erst heute einsteigen will). Den größten Applaus bei den Urbanatix-Neulingen heimsten am Donnerstag die Balagans ein. Unglaublich, was das Trio mit und auf ihrem Schleuderbrett anstellt.

Standing Ovations bei der Generalprobe

Beim Finale furiose verneigt sich das komplette Urbanatix-Team vor dem Publikum. Das bedankt sich bereits bei der Generalprobe mit Standing Ovations. So soll, so wird es bis zum Ende der Staffel am 20. November weitergehen.

Spätestens zum Jahresbeginn will Christian Eggert die Gespräche über eine feste Spielstätte fortführen. Wie berichtet, soll im Westpark eine Akademie für Artistik und Streetart entstehen. „Alle Beteiligten wollen es. Der Zuspruch für Urbanatix zeigt, dass ein solches Projekt auch wirtschaftlich erfolgreich und ein Alleinstellungsmerkmal für Bochum und das ganze Ruhrgebiet sein kann“, unterstreicht Eggert. Alsbald solle zu einem Runden Tisch eingeladen werden, an dem die Artistenschule konkret in Angriff genommen wird.

Die Samstag-Vorstellungen sowie die 17-Uhr-Show am Sonntag sind ausverkauft. Für alle übrigen Termine gibt es noch Karten: am Sonntag um 20 Uhr, von Dienstag bis Freitag jeweils um 19 Uhr, am 19. November um 17 und 20 Uhr sowie am 20. November um 18 und 20.30 Uhr. Die Tickets kosten zwischen 19,50 (ermäßigt) und 39,50 Euro. Infos: www.urbanatix.de

Jürgen Stahl

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