Bedrohte Wörter: Backfisch

Heute setzten wir die Reihe bedrohte Wörter fort. Erinnern Sie sich noch an den: Backfisch?

Das war in den 1950er Jahren aufgekommene Bezeichnung für ein halbwüchsiges Mädchen. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Anglerlatein der britischen Inseln. Ein „backfish“ ist dort ein Fisch, den der Fischer direkt aus dem Netz wieder zurück ins Meer wirft, weil er zu jung oder zu mager zum Essen ist, beziehungsweise die nicht zum Kochen oder Braten taugten, sondern nur zum Backen. Analog dazu hießen Mädchenbücher früher auch „Backfischromane“, zum Beispiel „Der Trotzkopf“. In solchen Romanen werden die sogenannten Backfischjahre, also die weiblichen Entwicklungsjahre, beschrieben. Seit den späten 50ern werden Jugendliche, die weder Fisch noch Fleisch, also nicht mehr Kind und noch nicht erwachsen sind, geschlechterüber-greifend Teenager genannt.

Backfische gibt es heutzutage nur noch in Stäbchenform in der Tiefkühltruhe und heißen zum Beispiel Käpt’n Iglo.